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Skitourengeher haben derzeit beste Bedingungen – wie hier am Brauneck. Experten empfehlen dennoch, sich vorab auf der Internetseite des Lawinenwarndienstes über die aktuelle Lage zu informieren. 

Die Schneelage im Landkreis

Lawinenexperte:„Ein sehr dynamischer Winter“

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Viel Schnee und in den Bergen beste Wintersportbedingungen: Die Faschingsferien lassen Sportlerherzen höher schlagen. Die Lawinen-Experten warnen aber, bei Skitouren vorsichtig zu sein.

Lenggries– „Wir haben bislang einen sehr intensiven, dynamischen Winter“, sagt Hans Konetschny, der Leiter des Lawinenwarndienstes in München. „Wir hatten alle Wetter-Situationen, die man sich vorstellen kann.“ Im Januar zum Beispiel sei innerhalb kurzer Zeit viel Neuschnee gefallen, dann folgten rasch Wärme und Regen. Generell liege die Schneehöhe weit über dem langjährigen Mittel. „Im Flachland täuscht dieser Eindruck, aber mit der Höhenzunahme steigt auch der Schnee“, sagt Konetschny.

Akute Lawinengefahr herrschte in den Tagen um den 22. Januar, als auch im Landkreis einige Straßen gesperrt werden mussten (wir berichteten). „Im Februar hat sich die Lage bislang wieder entspannt.“

„Wir haben alles im Griff“, sagt Ralf Kirchgatterer, Obmann der Lenggrieser Lawinenkommission. Am Brauneck habe man nach den letzten ergiebigen Schneefällen gesprengt. Bei der Kälte in den vergangenen Tagen sei „alles gut durchgefroren“. Auch der angekündigte Regen in den kommenden Tagen wird laut Kirchgatterer „kein Problem“ sein. „Aber man muss halt abwarten, wie viel kommt.“

Tourengeher haben derzeit gute Bedingungen, sollten aber vor dem Start auf jeden Fall einen Blick auf die Internetseite des Lawinenwarndienstes werfen. Oberhalb von 1400 Metern galt am Dienstag die Gefahrenstufe 3. „Das Problem in diesem Bereich sind die frischen Triebschneeansammlungen“, sagt Georg Kronthaler von der Warnzentrale. Der Neuschnee werde vom Triebschnee überweht.

Gute Nachrichten für Autofahrer

Der Tölzer DAV-Vorsitzende Paul Schenk hat vor ein paar Tagen eine Skitour auf die Rofan-Spitze unternommen und kam über die Wiesing-Abfahrt wieder ins Tal. „Es war traumhaft. Unheimlich viel Schnee“, sagt er und stahlt bei der Erinnerung daran. „Aber man muss schon aufpassen. Einiges ist schon ganz schön verblasen“, sagt er über die Windverhältnisse am Berg. Auch Schenk empfiehlt, sich vor einer Tour bei der Warnzentrale über die Situation in den bayerischen Voralpen zu informieren.

Gute Nachrichten auch für Autofahrer: Auf der  der B 307 schaut’s im Bereich Schaflahner und Kaiserwacht derzeit gut aus, berichtet Klaus Bruckschlegl, Lawinenobmann in Fall. „Wir mussten nur im Januar sperren.“ In dieser Zeit sei dort der meiste Schnee abgegangen. Die Lawinen wurden in den Gräben aufgefangen. Seither passierte nichts mehr. „Wir sind eigentlich recht entspannt“, sagt Bruckschlegl.

Für die Lawinenexperten stellt sich in den kommenden Tagen die Frage, wie viel es regnen wird. „Regen ist eine Zusatzbelastung. Er bringt Wärme in die Schneedecke“, erklärt Georg Kronthaler von der Warnzentrale. „Die Hangabwärtsbewegung des Schnees nimmt dann zu.“ Wer eine Skitour plant, sollte sich deshalb unbedingt über die Verhältnisse am Berg informieren.

Die Experten rechnen damit, dass die Wellenbewegungen weitergehen. „Es bleibt spannend“, sagt Warndienst-Leiter Hans Konetschny. Im März müsse man im Gebirge noch mal mit starkem Schneefall rechnen. Bis April werden die Experten ihre Berichte erstellen.

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