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Kein Durchkommen mehr: Die B 307 zwischen Fall und Vorderriß ist wegen der großen Lawinengefahr gesperrt.

Zweithöchste Warnstufe 

Lawinengefahr: Straßen und Pisten gesperrt

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In Lenggries herrscht akute Lawinengefahr. Das Landratsamt hat deshalb die B 307 und die Mautstraße nach Wallgau bis auf Weiteres gesperrt. Auch am Brauneck waren am Montag die Abfahrten zum Teil gesperrt.

Lenggries– In den kommenden Tagen wird es in den Bergen ordentlich „rumpeln“, da ist sich Christoph Brenninger sicher. Die Lawinengefahr ist laut dem stellvertretenden Lawinenobmann für das Brauneck groß, es gilt die zweithöchste Warnstufe. Durch den Regen habe sich zwischen Boden und Schneedecke ein regelrechter Schmierfilm gebildet, auf dem der Schnee leicht ins Rutschen gerate.

Bereits am Montagmorgen hatten Mitglieder der Lawinenkommission einige Schneerutschungen am Brauneck gesichtet. „Die Lawinen sind im Steilgelände rausgebrochen“, sagt Brenninger. Die Pisten erreichten sie zwar nicht. Trotzdem sperrte die Lawinen-Kommission vorsichtshalber Teile der Garland- und der Waxensteinabfahrt. Der Ski- und Wanderweg von der Bergstation zur Tölzer Hütte war ebenfalls von der Sperre betroffen. Ideal-, Schneebar- und Zirkushang schloss die Bergbahn dagegen wegen starker Windböen. Ob die Verbote auch in den nächsten Tagen gelten, entscheiden am Morgen eines jeden Tages die Mitglieder der Lawinen-Kommission.

Eine Leuchttafel weist schon in Tölz auf die Sperre hin.

Dieser Expertenrunde gehört auch Christoph Brenninger an. Um die ohnehin große Gefahr eines Lawinenabgangs nicht noch zusätzlich zu erhöhen, appelliert er an die Wintersportler, die präparierten Bereiche nicht zu verlassen. „Außerhalb der Pisten hat niemand mehr etwas verloren.“ Viele fühlen sich ihm zufolge zu sicher, weil es sich um ein gesichertes Skigebiet handle. „Das ändert aber nichts an der großen Lawinengefahr.“

Wie berichtet hatte erst am Sonntagmorgen ein Skifahrer, der außerhalb der Pisten unterwegs war, am Brauneck eine kleine Lawine oberhalb der Garlandabfahrt ausgelöst. Der etwa 20 Meter lange und fünf Meter breite Schneerutsch erreichte die Piste und erwischte einen Tourengeher. Der Mann konnte sich aber aus eigener Kraft befreien und blieb unverletzt.

Außer für die Wintersportler stellen Lawinen auch für Autofahrer eine große Gefahr dar – vor allem im Bereich Lenggries-Fall. Die Gegebenheiten in diesem Bereich sind schwer einsehbar, Sprengungen sind so gut wie unmöglich. Deshalb entschied sich das Landratsamt auf Empfehlung der Lawinen-Kommission ebenfalls für Sperren: Seit Montag um 10 Uhr ist die die Bundesstraße 307 zwischen Sylvensteindamm und Kaiserwacht nicht mehr für den Verkehr freigegeben. Auch die B 307 zwischen Fall und Vorderriß sowie die Mautstraße zwischen Vorderriß und Wallgau sind gesperrt. Die Bundesstraße war zuletzt im Dezember 2012 gesperrt, die Mautstraße im Februar 2012. Genau wie damals sei die Situation heute „ganz akut“, sagt Lawinen-Kommissionsmitglied Georg Fischhaber, der am Landratsamt die Verkehrsbehörde leitet. Regen und Wärme machen die Schneemassen – im Moment liegen dort zirka 150 Zentimeter – sehr schwer. Entsprechend hoch ist die Gefahr, dass sich eine Lawine löse.

Wie lange die Straßensperren bestehen bleiben, kann Fischhaber noch nicht abschätzen. „Vor Mittwoch gibt es wohl keine neue Entscheidung.“

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