Lawinenlage: „Ganz hinterfotzige Verhältnisse“ am Berg

Bad Tölz/Lenggries – In den Tälern kein Schnee und frühlingshafte Temperaturen – in den Bergen erhebliche Lawinengefahr. Der Tölzer Bergwacht-Einsatzleiter Paul Schenk erklärt, was momentan so gefährlich ist.

Am Wochenende sind in der Wattener Lizum bei Schwaz fünf Tourengeher aus Tschechien in einer Lawine ums Leben gekommen. Wie passt das zusammen? Für den Tölzer Bergwacht-Einsatzleiter Paul Schenk herrschen in diesem Winter „ganz hinterfotzige Verhältnisse“: Insgesamt gebe es in den Bergen „zwar recht wenig Schnee, aber einen ganz schlechten Schneedeckenaufbau“. Auf einer sehr labilen Altschneeschicht („Schwimmschnee“) habe der später gefallene Schnee eine viel zu geringe Bindung. Hinzu kommen große Schneeverfrachtungen durch die starken Winde. „Der Wind ist der Baumeister der Lawinen“, zitiert Paul Schenk eine Expertenweisheit. Denn an eingewehten Hängen kommen riesige Schneemengen zusammen, die sich schon bei geringer Zusatzbelastung als Schneebretter lösen und Tourengeher verschütten können.

Was ist bei „Gefahrenstufe 3“ zu beachten? Für Paul Schenk ist das „auf der Skala 1 bis 5 die gefährlichste Stufe“, weil es dann noch Touren gibt, die gut möglich sind, und andere, die sich geradezu verbieten. Gefragt ist dann laut Paul Schenk eine sorgfältige Gafahrenbeurteilungen im alpinen Gelände: Eingewehte, kammnahe Steilhänge sollte man unbedingt meiden. Auch müsse beachtet werden, dass bei starker Sonneneinstrahlung bereits die Gefahr von Grundlawinen droht.

Und auf noch etwas weist Schenk hin: „Eine Lawinenverschüttung ist immer lebensgefährlich. Verschütteten-Suchgerät und Lawinen-Airbag bieten keine absolute Sicherheit.“ Es habe in diesem Winter bereits zahlreiche Fälle gegeben, in denen Verschüttete trotz perfekter Sicherheitsausrüstung nicht gerettet werden konnten.  rbe 

Rubriklistenbild: © dpa

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