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Wandern liegt im Trend. Das Tölzer Land will nun in zwei Schritten das Wegenetz überarbeiten und einheitlich beschildern, etwa am Brauneck (Foto).

Leader-Projekt: Scheck in Lenggries überreicht

Neues Wanderwege-Konzept: Jetzt geht’s los

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Zwölf Gemeinden im Südlandkreis haben sich entschlossen, ihre Wanderwege zu erfassen und einheitlich beschildern zu lassen. Dafür gibt es über 113 000 Euro Zuschuss aus dem Leader-Programm von der EU. Am Donnerstag wurde in Lenggries offiziell der Scheck überreicht.

Lenggries– Schon seit Juli 2017 laufen die Bestrebungen, die zahlreichen Wanderwegeeinheitlich zu beschildern. Das ging nicht ganz ohne kritische Diskussionen. Jetzt sind zwölf Kommunen im Südlandkreis sowie ein Teil der Gemeinde Großweil (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) mit dabei. Im Tölzer Landkreis sind dies Lenggries, Bad Tölz, Kochel, Schlehdorf, Benediktbeuern, Bichl, Bad Heilbrunn, Wackersberg, Gaißach, Sachsenkam, Reichersbeuern und Greiling. Nicht mit dabei ist die Jachenau.

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Die Initiative ging von Ursula Dinter-Adolf aus, Leiterin der Tourist-Info Lenggries. Bei ihr laufen weiterhin die Fäden zusammen. Es sei an der Zeit, die bestehenden Schilder zu aktualisieren und vor allem zu vereinheitlichen. „Denn der Wanderer bleibt ja an der Gemeindegrenze nicht stehen“, sagte sie beim Pressegespräch am Donnerstag in der Tourist-Info Lenggries. Außerdem wolle man auch mit den Nachbarregionen Tegernseer Tal, der Alpenwelt Karwendel und dem Fünf-Seen-Land zusammenarbeiten. „Wir müssen eine verständliche Systematik finden.“ Jeder Gast erwarte das heutzutage in seiner Urlaubsregion..

Unterstützung bekommt sie nicht nur von Bürgermeister Werner Weindl, sondern das Projekt wird zu 50 Prozent mit Geldern von der EU finanziert, aus dem sogenannten Leader-Programm. Am Donnerstag überreichte Sebastian Wittmoser, der Leader-Koordinator für Oberbayern-Süd, einen Scheck in Höhe von 113 415,84 Euro – das ist der maximale Zuschuss.

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Freuen sich über das Fördergeld: Ursula Dinter-Adolf (Mitte, Leiterin Tourist-Info Lenggries) mit Bürgermeister Werner Weindl (re.) sowie (v. li.) Alois Bauer (2. Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe im Landkreis), Andreas Wüstefeld (Tölzer Land Tourismus und Leiter der Leader-Aktionsgruppe) und Sebastian Wittmoser (Leader-Koordinator von Oberbayern-Süd; Amt für Landwirtschaft in Rosenheim).

Mit dem Geld wird die Erstellung eines Konzepts gefördert. In den Gemeinden müssen mehr als rund 2000 Wanderweg-Kilometer geprüft, bewertet und gegebenenfalls reduziert werden. Das wird ein Fachbüro übernehmen, für das in Kürze die Ausschreibung beginnt. „Es ist eine große Chance für uns, ein digitalisiertes Wegekataster zu erstellen“, sagte Weindl. Die tatsächliche Umsetzung solle anschließend auf kommunaler Ebene erfolgen.

Bei der Erstellung wird man sich am bestehenden Wegenetz und an der DAV-Beschilderung orientieren. Keinesfalls solle ein Schilderwald entstehen. „Man darf diese Arbeit nicht auf die leichte Schulter nehmen“, sagte Wittmoser. Auch Wackersbergs Bürgermeister Alois Bauer, zweiter Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe im Landkreis, prophezeit einen „schwierigen Weg“. Er rechnet mit zahlreichen Diskussionen, unter anderem mit Grundstückseigentümern. Zudem müssen Haftungsfragen geklärt werden. Die Beschilderung soll parallel zum geplanten Mountainbike-Konzept entstehen. Trotzdem ist Bauer davon überzeugt, hier den richtigen Weg einzuschlagen: „Eine einheitliche Beschilderung ist das Herzstück einer Wanderregion.“

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Bestehende Konzept-Wanderwege – etwa Heilklima – werden in das neue Modell integriert. Das Konzept dafür muss bis 30. Oktober 2020 vorliegen. In einem zweiten Schritt wird über das konkrete Aussehen der Schilder und auch darüber diskutiert, ob man nun Zeit- oder Streckenlänge angibt.

Die Gemeinden müssen sich finanziell an dem Projekt beteiligen, und zwar je nach Kilometer der Wanderwege in ihrem Gebiet. Dass die Jachenau nicht dabei ist, schmerzt die Beteiligten durchaus. „Es wäre schön, aber das Nein muss man akzeptieren“, sagte Weindl. Es sei ja nicht ausgeschlossen, dass die Gemeinde in ein paar Jahren hinzustoße. Der Jachenauer Gemeinderat begründet seine Ablehnung damit, dass es für die Kommune sehr teuer werde, und dass man schon in den vergangen Jahren viel in die Beschilderung investiert habe.

Für Andreas Wüstefeld, Chef von Tölzer Land Tourismus und Leiter der Leader-Aktionsgruppe, ist das Projekt eine große Chance, dass sich die Region für Wander-Touristen einheitlich präsentiert und enger zusammenarbeitet. Dass sich ein Büro nun den Wegeverlauf, parallele Routen und die generell Beschilderung anschaue, sei gut, denn: „So macht es jemand, der neutral und unabhängig ist.“ Sebastian Wittmoser riet, andere Regionen zu kontaktieren, um sich von dort Erfahrungen geben zu lassen.

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