Julia Pöckl (26, Mi.) aus Lenggries lernte Leonhard Schwarz (re.) bei einem Band-Workshop im Tölzer Musikzentrum Trommelfell kennen. Nun tüfteln sie an einem abendfüllenden Programm. Mit Liviu Petcu (li.) tritt Schwarz schon länger auf. Foto: bib

Leonhard Schwarz,  Liviu Petcu und Julia Pöckl im "Kramerwirt"

Leise, still und heimlich

Arzbach/Lenggries –  Leonhard Schwarz und Liviu Petcu stellten bei ihrem Konzert im „Kramerwirt“ in Arzbach die junge Liedermacherin Julia Pöckl (26) aus Lenggries vor. Von ihr wird man bald mehr im Tölzer Land hören.

Doch zuerst mal zu Schwarz und Petcu, denn der erste Teil des Abends gehörte ihnen. Im Mittelpunkt stand Instrumentalmusik: Schwarz an der Gitarre, Petcu am E-Piano. Schwarz’ Eigenkompositionen sind sehr gefühlvoll. Petcu stahl sich stets unglaublich gekonnt leise in die Stücke hinein. Bei den Instrumentalstücken blieb den Zuhörern jede Freiheit, sie individuell zu interpretieren. „Parc Güell“, entstanden nach einem Kurzurlaub in Barcelona, lud ein, im eigenen Urlaubsalbum zu blättern. „Hoam“ hatte Schwarz für eine Taufe geschrieben, darin sind alle guten Wünsche und die heimlichen Hoffnungen der Eltern vertont. „Cecilia’s sweet“ hat einen bewegten Rhythmus, wie wenn ein Erwachsener einem laufenden Kleinkind hinterhereilt. Nur ist es fraglich, ob andere Mopedfahrer einen Hagelschauer so romantisch sehen wie es Schwarz in „April strom“ tat. Petcu sorgte mit Kompositionen von Jazzpianist Bill Evans für Abwechslung. Evans hatte unter anderem die klassischen Komponisten Ravel und Debussy als Vorbilder.

Petcu kennt Schwarz seit sechs Jahren. Der gebürtige Rumäne studierte Dirigieren und Klavier an der Saarbrücker Musikhochschule und ist unter anderem der musikalische Leiter des Jugendclubs des Staatstheaters am Gärtnerplatz.

Im zweiten Teil des Konzerts kam dann auch Julia Plöckl auf die Bühne und spielte gemeinsam mit Schwarz und Petcu vier ihrer Lieder. Die Lenggrieserin erzählt darin von ihren Weltreisen und über Zuhause. Ihren ersten „offiziellen“ Auftritt hatte die 26-jährige Tourismusfachfrau beim Berufsschulabschluss-Fest. Da hatte sie ein Lied komponiert „über alles, was einem da durch den Kopf geht“, erzählte sie. „Egal, welche Pläne man schmiedet, Hauptsache, die Leidenschaft dafür stimmt.“ Das trifft für ihr eigenes zweites Standbein als Liedermacherin auf jeden Fall zu. Auf der Bühne nahm sie das Publikum mit ihrer energiegeladenen Fröhlichkeit ein. Beeindruckend hat sie in Versen einfangen, wie Frauen Männer manchmal schlicht ratlos zurücklassen: „Du bist a Fels’n, i bin a Vogl, a Fels’n braucht gwieß ned mi, kann grad ned mehra sog’n.“ Und doch: „Du bist a Teil von mir.“

Pöckl besuchte vor einigen Jahren einen Band-Workshop im Tölzer Musikzentrum Trommelfell, den Schwarz leitete. „Vor knapp einem Jahr kam sie mit ihren ersten Songs zu mir“, berichtete Schwarz. Beide tüfteln nun an einem abendfüllenden Programm, mit dem sie am 9. Juni im Tölzer „Gasthaus“ auftreten.

Von Birgit Botzenhart

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