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Verschüttet: Schneemassen begruben am Dienstagmorgen am Brauneck den Querweg zwischen Waxenstein- und Ahornabfahrt unter sich.

Schneemassen am Morgen

Am Brauneck: Lawine geht auf Skipiste ab - trotz niedriger Lawinenwarnstufe

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In der Region gilt aktuell mäßige Lawinengefahr. Dass man sich deshalb nicht in Sicherheit wiegen kann, zeigt ein Ereignis am Dienstagmorgen am Brauneck.

Lenggries – Am Brauneck ist oberhalb der Kotalm eine mächtige Lawine abgegangen, die auch einiges an Erdreich mit sich riss. Menschen wurden nicht verletzt, der Sachschaden hält sich in Grenzen – aber die Natur zeigte doch ihre Gewalt.

Laut Christoph Brenninger, stellvertretender Obmann der zuständigen Lawinenkommission, kam die Lawine zwischen 6 und 7 Uhr herunter, und zwar auf einer Breite von rund 60 Metern. Der Schnee, der 50 bis 100 Meter hinunterrutschte, türmte sich am Ende rund fünf Meter hoch. Die Lawine verschüttete die Lenggrieser Querabfahrt zwischen Waxenstein- und Ahornhang. Brenninger zufolge handelte es sich nicht um die klassische Staublawine oder das Schneebrett, wie man es sich vorstellt. Die Schneemassen glitten eher langsam hinab. So eine Grundlawine entstehe, wenn – wie hier – ein Südhang tagsüber sonnenbeschienen sei und der Schnee anfange zu schmelzen. Unter der Schneeschicht bilde sich aus Wasserdampf, der nicht entweichen kann, eine Art Schmierfilm, auf dem die weißen Massen abrutschen.

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„Die Stelle haben wir schon seit vier bis fünf Wochen beobachtet“, so Brenninger. Bereits vor einiger Zeit habe sich der Schnee dort sehr langsam im Bewegung gesetzt. Noch am Montagabend habe die Lawinenkommission die Örtlichkeit begutachtet und sei zu dem Schluss gelangt, „dass es noch ein bisschen dauern wird“, sagt Brenninger. Zu 100 Prozent berechenbar sei ein solcher Lawinenabgang aber nie. „Man sieht nicht, wann genau es passieren wird.“

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Ahorn- und Waxensteinabfahrt sowie der Querweg wurden gesperrt. Der verschüttete Querweg muss erst freigeräumt werden.

Laut Brenninger, der am Dienstagmorgen mit der Lawinenkommission vor Ort war, deutete nichts darauf hin, dass die Lawine Menschen getroffen haben könnte. „Es führte keine Skispur in diesen Bereich hinein.“ Zur Zeit des Abgangs waren die Pisten gesperrt. Es kommt trotzdem vor, dass dort frühmorgens Skitourengeher unterwegs sind. Außerdem werden die Pisten zu dieser Stunde präpariert. Nach aktuellem Stand wurden allerdings lediglich einige Bäume und Schneelanzen in Mitleidenschaft gezogen. Skifahrer am Brauneck, die auf den ausgewiesenen Pisten bleiben, müssen sich laut Brenninger dieser Tage keine Sorgen machen.

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