Über 100.000 Euro Schaden

Mann zersticht hunderte Reifen und Polizei lässt ihn immer wieder laufen - bis jetzt

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    Andreas Steppan
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Der Reifenstecher von Lenggries terrorisierte einen ganzen Ort. Doch die Polizei musste ihn immer wieder gehen lassen, obwohl sie ihn auf frischer Tat ertappte - bis jetzt.

Lenggries -  Mehr als 130 Straftaten werden dem Mann zur Last gelegt. Über Monate soll er immer wieder in Lenggries die Reifen an geparkten Autos zerstochen haben. Einige Autobesitzer waren sogar mehrfach betroffen. Der finanzielle Schaden für den einzelnen erreichte mehrere tausend Euro. Der gesamte Sachschaden, den der Mann bei der Serie anrichtete, beläuft sich auf über 100.000 Euro.

Zweimal auf frischer Tat ertappt

Zweimal hatte die Polizei den Mann sogar auf frischer Tat ertappt. Im Oktober hatte der 41-Jährige aus dem Landkreis  noch das Messer in der Hand, als ihn die Beamten erwischten. Zweimal war die Polizei allerdings dazu gezwungen, den Mann wenig später wieder auf freien Fuß zu setzen.  Denn für einen Haftbefehl und Untersuchungshaft müssen gewichtige Gründe vorliegen. 

Voraussetzungen für eine Untersuchungshaft sind Flucht- oder Verdunkelungsgefahr. Beides habe nicht vorgelegen, hatte die Polizei im Dezember erklärt, nachdem sie den mutmaßlichen Täter erneut ertappt hatte. Der Haftgrund der Wiederholungsgefahr greife nur bei bestimmten, schwereren Delikten, wie gefährliche Körperverletzung, Raub oder Brandstiftung – nicht aber bei Sachbeschädigung. Die Polizei sicherte aber zu, dass „von polizeilicher Seite aus alles versucht wird, um diese Serie beenden zu können“.

Staatsanwaltschaft ordnet Unterbringung an

Nun dürfte die Gefahr tatsächlich gebannt sein, und die Lenggrieser Autobesitzer können aufatmen: Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II erließ die Ermittlungsrichterin beim Amtsgericht München nun wegen der potenziell von ihm ausgehenden Gefahren einen Unterbringungsbefehl gegen den mutmaßlichen Lenggrieser Reifenstecher. Wegen seiner psychischen Erkrankung wurde er am vergangenen Donnerstag nach richterlicher Eröffnung dieses Unterbringungsbefehls nicht in eine Haftanstalt, sondern ein psychiatrisches Krankenhaus eingeliefert.

Rubriklistenbild: © dpa

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