Vorarbeiten: Hier wird der Kran aufgestellt, der für die Erneuerung des Rathaus-Dachgeschosses nötig ist.
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Vorarbeiten: Hier wird der Kran aufgestellt, der für die Erneuerung des Rathaus-Dachgeschosses nötig ist.

Umbau vom Rathaus-Dachgeschoss

Lenggries: Dem Rathaus wird aufs Dach gestiegen

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    VonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Die Gemeinde Lenggries nimmt ein Großprojekt in Angriff: den Umbau des Rathaus-Dachgeschosses. Die ersten Vorbereitungen sind erledigt, in der kommenden Woche wird das Gerüst aufgestellt – und dann wird der Gemeindeverwaltung aufs Dach gestiegen.

Lenggries – Im Obergeschoss des Lenggrieser Rathauses schaut es aus, wie es bei einem Umzug eben aussieht. Im Flur stehen gepackte Kisten – direkt neben den Schaukästen, in denen sich zuletzt Urkunden und Orden von Veteranen- und Christlichen Bauernverein befanden. Die Stücke sind allerdings schon weggeräumt. „Die Vereine haben die Sachen abgeholt, und wir müssen erst noch überlegen, was wir in Zukunft damit machen“, sagt Karl Ertl, Leiter des Technischen Bauamts. Auch die Akten des Bauamts, die sonst große Schränke füllen, wurden bereits verpackt und sind in Räumlichkeiten der Bücherei eingelagert. Nur einige großformatige Pläne warten noch auf den Umzug.

Sechs Büros finden unterm Dach Platz

Die Idee für den Rathaus-Umbau stammt aus dem Jahr 2002. Schon damals gab es den Wunsch, im dritten Stock weitere Büroräume zu schaffen. Umgesetzt wurden die Planungen aber nie. Bis jetzt. In einem ersten Schritt wurden vor einigen Monaten die Bäume auf der Bahnhofstraßen-Seite des Rathauses entfernt. Die Fläche wird nun für das Aufstellen des Krans vorbereitet, außerdem laufen die Erdungsarbeiten für den Blitzschutz. Im Lauf der nächsten Woche beginnt der Aufbau des Gerüsts und des Baukrans. Anfang September wird es dann ernst: Das Dach muss runter – und das, während in den Stockwerken darunter normal weiter gearbeitet wird. Damit das funktioniert, muss als erstes der Server umziehen. Der steht im Moment unterm Dach, wird nun aber ein Stockwerk tiefer eine neue Heimat finden. Alles sei vorbereitet, sagt Bürgermeister Stefan Klaffenbacher. Trotzdem birgt der Umzug eines Servers, an dem letztlich jeder Computer-Arbeitsplatz hängt, natürlich immer Fallstricke.

Rathaus Lenggries: Dachaufbau wird komplett abgenommen

Der Dachaufbau wird dann komplett abgenommen und durch einen zeitgemäßen Dachstuhl samt Dämmung ersetzt. Letztere fehlt derzeit komplett. Aus dem jetzigen Krüppelwalmdach, das für recht niedrige Deckenhöhen sorgt, wird ein durchgehendes Satteldach mit jeweils vier Gauben auf der Nord- und der Südseite. Sechs Büros finden dann im Obergeschoss Platz. Die werden nach einer Umplanung noch einmal etwas geräumiger. Dafür falle der Gang schmaler aus, erklärt Klaffenbacher. In den ursprünglichen Bauplänen sollte unterm Dach eigentlich ein Sitzungssaal entstehen, ergänzt Ertl. Aber den brauche es durch den neuen Mehrzwecksaal in der ehemaligen Post ja nun nicht mehr.

Nach dem Umbau gibt es im Dachgeschoss mehr Platz für Büros, wie Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (li.) und der Leiter des Technischen Bauamts, Karl Ertl, erklären. 

Bis Anfang Oktober soll das neue Dach fertig sein. Dann folgt der Innenausbau. In dessen Zuge wird auch die Barrierefreiheit im Rathaus verbessert. Im Treppenhaus entsteht ein Plattformlift, der den historischen Sitzungssaal, in dem auch Trauungen stattfinden, für Rollstuhlfahrer zugänglich macht. Angedacht sei zudem die Schaffung eines Bürgerbüros im Erdgeschoss, so Ertl. „Das wäre barrierefrei zu erreichen – und der jeweilige Sachbearbeiter könnte dann immer dorthin kommen.“

Gemeinde investiert 935 000 Euro in das Projekt

935 000 Euro – inklusive Planungsleistung – sind für den Umbau veranschlagt. Die großen Gewerke – vom Gerüstbau bis zum Zimmerer und Maurer – sind bereits vergeben. „Bislang liegen wir unter der Kostenschätzung“, sagt Ertl. Wo man letztlich rauskomme, lasse sich freilich noch nicht abschätzen. „Aber wir hoffen, dass es so bleibt“, ergänzt Klaffenbacher. Nach Möglichkeit soll im Zuge der Arbeiten gleich noch die gesamte Fassade einen neuen Anstrich bekommen – weil das Gerüst ja eh schon stehe, sagt der Bürgermeister. Für die energetische Dachsanierung gibt es übrigens Zuschüsse: rund 330 000 Euro sind avisiert. Während der Arbeiten kann es rund ums Rathaus zu Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen kommen – vor allem in der Johann-Probst-Straße. Parken wird auf der Rückseite des Gebäudes nicht möglich sein. Auch das öffentliche WC ist nicht zugänglich. Die nächste Toilettenanlage steht auf der Späth-Wiese. Als Ausweichparkplätze empfiehlt Ertl die Stellflächen hinter dem ehemaligen Post-Hotel.

Die Akten des Bauamts sind verpackt und in Räumen der Bücherei eingelagert. Das Archiv wird aber auch nach dem Umbau im Dachgeschoss bleiben. 

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