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Blick in den Gufelgraben. Fast senkrechte Wände säumen das Bachbett in dem der Verletzte lag.

Am Geierstein bei Lenggries

Mann stürzt 40 Meter in Schlucht und bleibt schlimm verletzt in Bach liegen - wundersame Rettung

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40 Meter stürzte ein Bergwanderer am Geierstein bei Lenggries ab - und blieb schlimm verletzt in einem Bach liegen. Dass der Mann noch lebt, kommt einem Wunder gleich.

Lenggries - Der Mann war nach Angaben der Lenggrieser Bergwacht am Samstag am Geierstein unterwegs. Vermutlich kam er an irgendeiner Stelle vom Weg ab, rutschte im steilen Gelände aus und stürzte rund 40 Meter weit ab in den Gufelgraben. 

Obwohl er sich beim Sturz schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte, konnte der Wanderer noch um Hilfe rufen. Die Schreie hörte ein Lenggrieser Bergwachtler, der zufälligerweise gerade privat am Berg unterwegs war. Er folgte den Hilferufen und fand schließlich im steilen, Felsen durchsetzten Gufelgraben  den Verletzten. Der Mann „lag blutüberströmt in einem Bachbett“, berichtet Bergwacht-Pressesprecherin Sylvia Frei.

Der erfahrene Retter zog den Mann zunächst aus dem Bach und wählte dann den  Notruf. Die Bergwacht Lenggries rückte gegen 17.30 Uhr mit neun Mann, die Tölzer Bergwacht mit drei Mann aus. Ein Voraustrupp versorgte den Mann vor Ort gemeinsam mit einem Tölzer Bergwacht Notarzt medizinisch. Aufgrund des schlechten Wetters konnte der Helikopter zunächst nicht fliegen. „Daher wurde parallel der Abtransport per Gebirgstrage vorbereitet. In dem steilen Gelände eine Herausforderung für alle Bergretter“, so Frei.  

Schädelbasisbruch nach Sturz

Glücklicherweise besserte sich im Laufe des Einsatzes das Wetter so weit, so dass der Rettungshubschrauber Christoph Murnau die Einsatzstelle anfliegen konnte. Per Winde wurde der Verletzte in den Hubschrauber gezogen und anschließend in die Unfallklinik Murnau gebracht. 

Der 63-Jährige hatte durch den Sturz einen Schädelbasisbruch und mehrere Frakturen im Gesicht erlitten. Außerdem war er durch das Wasser im Bachbett unterkühlt. „Wäre der Mann nicht zufällig gehört und rechtzeitig gefunden worden, hätte er den Vorfall vermutlich nicht überlebt“, so Frei. Gegen 20.15 Uhr war der Einsatz beendet.

Wer sich versteigt, sollte besser umdrehen

Für die Lenggrieser Bergwacht war das nicht der erste Einsatz im Gufelgraben. Im Gegenteil: „Immer wieder verirren sich Wanderer, die am Geierstein unterwegs sind, in dieses gefährliche Gelände, das von steilen fast senkrechten Felswänden geprägt ist“, schildert Frei. Der häufigste Grund dafür sei, dass Wanderer dort beim Abstieg vom Weg abkommen oder sogar bewusst durch den Wald abkürzen wollen. 

Häufig folgten Wanderer dann Bachläufen oder ausgetrockneten Bachbetten in der Hoffnung, dass diese sie ins Tal führen. „Dabei wird nicht bedacht, dass solche Gebirgsbäche oft mit Wasserfällen und Abbrüchen über äußerst steiles Gelände führen. Ein Verlaufen in diesem Gelände kann lebensgefährlich sein“, so die Pressesprecherin. Die Bergwacht empfiehlt daher,  besser umzudrehen und an die Stelle zurückzukehren, an der man den Weg verlassen hat, um diesem dann weiter zu folgen. Frei: „Sollte man sich dennoch im steilen Gelände verlaufen haben sollte man den Notruf wählen und auf Hilfe warten.“ Währenddessen verunglückte ein deutscher Wanderer in Vorarlberg tödlich - er stürzte in eine Steilrinne.

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