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Das rot umrandete Areal gehört jetzt der Gemeinde. Neben den vier Unterkunftsgebäuden (1), stehen dort die Küche (2), das Stabsgebäude (3), die Turnhalle (4), ein Wartungsgebäude (5), ein Werkstattgebäude (6), und die Fahrzeughallen (7). Außerdem gehört der Sportplatz (8) zum Areal. Weiter im Besitz von Action Sports bleiben ein Schulungsgebäude (9) und die Kantine (10). Der Rest des Areals gehört zum Großteil der Luitpolderhöfe GmbH. Dafür gibt es einen Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet.

Notarvertrag unter Dach und Fach

Lenggries: Gemeinde kauft Kaserne

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Lenggries - Die Gemeinde Lenggries hat einen Großteil des ehemaligen Kasernenareals gekauft. Knapp fünf Millionen Euro werden für die gut zwölf Hektar große Fläche an die Gesellschaft Action Sports bezahlt.

Verhandelt wurde schon seit einigen Monaten, seit Freitag ist der Kauf in trockenen Tüchern. „Da war der Notartermin“, sagt Bürgermeister Werner Weindl. Im Laufe des Jahres habe die Gemeinde mitbekommen, dass die Projektgesellschaft Action Sports Verkaufsabsichten hat. „Ein Interessent, der ebenfalls ein Sportcamp plant, hat sich bei uns gemeldet, und er hat offensichtlich auch ein Kaufangebot abgegeben. Außerdem haben wir noch von einem weiteren Interessenten gehört“, berichtet Weindl. Letzterer habe aber nie Kontakt aufgenommen zur Gemeinde, die ja die Planungshoheit für das Gelände hat.

Im Ratsgremium sei intensiv diskutiert worden, ob man die Liegenschaft kaufen sollte. „Es gab Gegenstimmen. Aber das ausschlaggebende Element war, dass wir die Entwicklung selbst in der Hand haben wollen“, sagt Weindl.

Genau diese Entwicklung der seit 2003 leer stehende Kaserne stellt für die Kommune aber eine riesige Herausforderung dar – auch weil ein Großteil der Gebäude seit einigen Jahren unter Denkmalschutz steht und nicht abgerissen werden darf. Dazu kommt die Altlastenbelastung. Und über allem steht die Frage, was die Gemeinde überhaupt mit der Liegenschaft anfangen will. „Eigentlich tauschen wir den einen Ärger nur gegen den anderen aus“, bekennt der Rathauschef mit Blick auf die bislang eher unbefriedigend umgesetzten Pläne von Action Sports. Die Gesellschaft wollte dort eigentlich das Sport- und Jugendcamp Woodward etablieren. Doch umgesetzt wurde nie etwas.

Stattdessen gab es auf dem Areal allerlei nicht genehmigte Zwischennutzungen. „Wohnungen sind jedenfalls keine Option“, sagt Weindl. Diese Auflage habe man dem bisherigen Eigentümer nicht ohne Grund gemacht. Wohnbebauung in so großem Stil sei für Lenggries einfach nicht verkraftbar, betont der Rathauschef.

Begonnen wird die Entwicklung vermutlich erst einmal mit den beiden „leichten Bereichen“. Turnhalle und Sportplatz sollen nach Rücksprache mit den Vereinen so hergerichtet werden, dass sie gut nutzbar sind. Ganz verabschiedet hat sich die Gemeinde auch von der Idee eines Sportcamps nicht. „Wir werden Anfang des Jahres mit dem anderen Kaufinteressenten, der so etwas umsetzen möchte, Gespräche aufnehmen.“ Denn nach wie vor sei dieses Projekt für die Lenggries interessant – auch mit Blick auf die touristische Entwicklung.

Mehr zum Thema gibt es am Donnerstag in der Printausgabe des Tölzer Kurier

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