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Rege Diskussion: Florian Streibl im Gespräch mit den Hohenburger Schülerinnen.

St.-Ursula-Gymnasium

Landtagsabgeordneter diskutiert mit Hohenburger Schülerinnen über Klimaschutz

Lenggries – Die Aula des St.-Ursula-Gymnasiums in Hohenburg ist gefüllt mit Schülerinnen. Sie erhoffen sich von Florian Streibl, dem Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler im bayerischen Landtag, Antworten auf ihre Fragen zum Thema Klimaschutz. Bereits vor einiger Zeit hatte das Nachhaltigkeits-Team der Schule, das aus Schülern aller Jahrgangsstufen besteht, ein Manifest mit Forderungen an die Regierung verfasst, das aber auch zur Selbstbeteiligung am Klimaschutz aufruft. Davon war Streibl so beeindruckt, dass er es nun Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber vorlegen will.

Der Landtagsabgeordnete erzählte bei seinem Besuch in Hohenburg, dass ihn das Thema Umweltschutz schon lange bewege und er sich freue, dass junge Leute mit Aktionen wie „Fridays for Future“ aktiv werden, und der Politik damit zeigen, dass es „kurz vor 12“ ist. „Auch wenn das Kultusministerium nicht vom Schulstreik begeistert ist, geht es um eure Zukunft“, sagte Streibl. Kaum hatte er seine Einführung beendet, hagelte es auch schon Fragen aus dem Publikum.

Eines der häufigsten Anliegen war das Plastikverbot. Die Herstellung ist laut Florian Streibl hauptsächlich die Schuld des Verbrauchers, der zu bequem sei, etwas an seinem Verhalten zu ändern. „Die Politik kann nicht Sachen von heute auf morgen verbieten, es muss auch freiwillig etwas geschehen“, sagte er. Es wäre aber durchaus möglich, eine Steuer auf Plastikverpackungen zu erheben und unverpackte Sachen billiger zu verkaufen.

Weshalb ist nicht jedes Lebensmittel fair gehandelt?

Auf die Frage, ob Elektroautos bei der Herstellung nicht noch mehr CO2 verbrauchen würden, sagte er, dass E-Autos seiner Meinung nach keine Zukunft darstellen. Es sollte mehr in Wasserstoffantriebe und öffentliche Verkehrsmittel investiert werden. Eine Schülerin erwähnt daraufhin, dass Bus und Bahn auch für Schüler sehr teuer seien, denn „ab der Oberstufe muss man die Kosten für den Schulweg ganz allein stemmen“. Das findet Florian Streibl zwar nicht richtig, sagte aber auch, dass kostenloser oder billiger Nahverkehr dann mithilfe von Steuern bezahlt werden müsse, was im Endeffekt wieder auf das Volk zurückfalle. Ihm schwebt ein 365-Euro-Jahresticket vor, das bereits in großen Städten getestet werde.

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Der nächste Punkt, der die Schülerinnen interessierte, war die Ernährung. Warum wird Obst aus aller Welt importiert und weshalb ist nicht jedes Lebensmittel fair gehandelt? Der Import hänge natürlich mit der Nachfrage zusammen, so Streibl. „Wir leben dekadenter als die Römer“. Aber darum müsse sich man sich auf EU-Ebene kümmern, denn es müsse Rücksicht auf Freihandelsabkommen und den Welthandel genommen werden. „Das Problem bei Fairtrade-Produkten ist der hohe Preis, ein großer Teil der Bevölkerung kann sich diesen nicht leisten, deshalb würde ein Verbot von anderen Produkten ein soziales Ungleichgewicht schaffen.“ Wie fast alle Konzepte ist der Fairtrade-Markt nach Streibls Meinung ein wünschenswerter, aber langsamer Prozess.

Damit auch die Jugend mitbestimmen kann, setzt sich Streibl für das Wahlrecht ab 16 Jahren ein, was aber bis jetzt noch an anderen Parteien und der Änderung der Verfassung scheitere, womit die Mehrheit der Bürger einverstanden sein müsse.

Der Fraktionsvorsitzende ermutigte die Schülerinnen, sich weiterhin für die Umwelt stark zu machen, betonte aber, dass die Politik nicht allmächtig sei und keine drastischen Maßnahmen ergreifen könne. THERESA PFUND

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