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Der Hauptausschuss befasste sich mit der Satzung für den Waldfriedhof.

Diskussion im Ausschuss

Lenggries: Die letzte Ruhe wird teurer

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Nichts ist umsonst. Auch nicht der Tod. Er kostet das Leben – und die letzte Ruhe einiges an Geld.

Lenggries –  In Lenggries werden die Kosten für den Friedhof nach oben gehen. Der Hauptausschuss hat in seiner Sitzung am Montag über die Gebühren und die Friedhofssatzung gesprochen.

Die aktuelle Satzung stammt aus dem Jahr 1993. „Seitdem hat sich einiges an der Rechtsprechung geändert“, erklärt Bürgermeister Werner Weindl, warum sich das Gremium jetzt mit der Überarbeitung befasst hat. Zudem habe es einige Hinweise vom kommunalen Prüfungsverband gegeben. „Beispielsweise steht in der Satzung der Benutzungszwang der Leichenhalle drin“, sagt Weindl. Das sei so aber nicht haltbar. „Wir haben ja auch noch den kirchlichen Friedhof. Wenn jemand dort begraben wird, kann man kaum die Nutzung der Leichenhalle am Waldfriedhof vorschreiben.“ Probleme gibt es auch mit dem Punkt, dass die Gemeinde mit dem Leichentransport „einheimische Unternehmen“ beauftragt. Auch das muss überarbeitet werden.

Verlängert werden müssen zudem die Ruhefristen bei Erdbestattungen. Bislang galten hier zehn Jahre. „Aber aufgrund der Zusammensetzung des Bodens hat sich gezeigt, dass das einfach nicht reicht“, sagt Weindl. Daher sind nun 20 Jahre festgelegt. Für diesen Zeitraum muss eine Grabstelle mindestens gekauft und auch bezahlt werden.

Friedhof: Die Kostendeckung ist zu gering

Diese Änderungen wurden einstimmig beschlossen. Mehr Diskussion gab es über die künftigen Gebühren. Auch deren Höhe bemängelt der kommunale Prüfungsverband und regt an, den Deckungsgrad zu erhöhen, sprich die Gebühren anzuheben. „2018 hatten wir nur eine Kostendeckung von 48 Prozent. Das ist zu wenig“, sagt Weindl. Also ließ die Gemeinde neu kalkulieren, legte aber fest, dass der Deckungsgrad nicht bei 100, sondern nur bei 90 Prozent liegen soll. „Dennoch haben wir in einigen Bereichen dadurch eine ganz schöne Erhöhung.“ Kostete bislang ein Erdgrab 43,50 Euro pro Jahr, sind es nach der Änderung 63. Verbunden mit der verlängerten Ruhefrist komme hier natürlich einiges zusammen, so der Bürgermeister.

FW-Gemeinderat will nur zehnprozentige Erhöhung

Gemeinderat Stephan Bammer (FW) ist das zu viel. Er plädierte in der Sitzung dafür, die Gebühren maximal um zehn Prozent zu erhöhen. Schließlich habe die Gemeinde viele Einrichtungen, die nicht kostendeckend sind. Bücherei oder Hallenbad ließen sich niemals ohne Defizit betreiben, argumentiert Weindl. „Aber wir hätten kein Geld mehr für diese freiwilligen Leistungen, wenn wir nicht einmal bei den Pflichtaufgaben auf Kostendeckung achten würden.“ Eine nur zehnprozentige Anhebung der Gebühren hätte „keinen großen Effekt“. Gegen die Stimme von Stephan Bammer wurde beschlossen, eine 90-prozentige Kostendeckung anzustreben.

Beides sind allerdings nur empfehlende Beschlüsse. Der Gemeinderat wird sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema befassen.  va

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