Ein Teil des Reitsteigs.
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Schmal und steil: ein Teil des Reitsteigs, wo im November 2019 ebenfalls ein Mountainbiker abgestürzt ist. Er überlebte das Unglück damals mittelschwer verletzt.

Nach Sturz in 200 Meter Tiefe

Mountainbiker aus München verunglückt tödlich in den Alpen - Bergung des Leichnams gestaltete sich schwierig

  • Silke Scheder
    vonSilke Scheder
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Ein Mountainbiker ist am Samstag am Grasköpfl im Schafreitergebiet in den Tod gestürzt. Die Bergung des Leichnams aus dem sehr steilen, steinschlaggefährdeten Gelände gestaltete sich schwierig.

  • Ein Mann aus München ist am Grasköpfl (Ortgebiet Lenggries/Vorderriß) in den Tod gestürzt.
  • Wegen der einbrechenden Dunkelheit und des steilen, absturzgefährdeten Geländes konnten die Rettungskräfte den Verunglückten am Samstag nicht mehr bergen.
  • Rufe nach Sperrung des Reitsteigs für Radler werden erneut laut.

+++ Update:

Der Mountainbiker hatte keine Chance. 150 bis 200 Meter stürzte der Mann aus München am Samstag am Grasköpfl in die Tiefe. Wegen der fortgeschrittenen Tageszeit und dem gefährlichen Gelände konnte der Leichnam des Verunglückten erst am Sonntag im Rahmen einer aufwendigen Rettungsaktion geborgen werden. „Es war kein einfacher Einsatz“, sagt Leonhard Habersetzer, Bergführer bei der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd war der Mann (54) am Samstag gegen 14.20 Uhr mit fünf anderen Mountainbikern auf dem Reitsteig von der Grammersbergalm in Richtung Moosenalm unterwegs. In einem knapp am Bergkamm verlaufenden Teilstück stürzte der 54-Jährige. Ob ein Fahrfehler, Unachtsamkeit oder eine andere Ursache schuld daran war, ist bislang ungeklärt. Sicher ist: Der Münchner, der an erster Stelle fuhr, stürzte in das steile, ostseitige Gelände. Dabei zog er sich tödliche Verletzungen zu.

Einsatz auch für Rettungskräfte nicht ungefährlich

Seine geschockten Kameraden verständigten die Rettungskräfte. Die konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen. Da klar war, dass die Bergung auch für die Einsatzkräfte nicht ganz ungefährlich werden würde und die Dämmerung nicht mehr fern war, wurde der Einsatz auf Sonntag verschoben. „Das Gelände dort ist wirklich sehr steil, überall liegen fußballgroße Steinbrocken und Geröll herum“, erklärt Habersetzer. Durch den Abwind, den die Rotoren eines Rettungshubschraubers verursachen, bestand die Gefahr von Steinschlag. „Das machte den Einsatz so gefährlich.“

Um 8.30 Uhr am Sonntag trafen sich Habersetzer zufolge er und zwei weitere Bergführer der Alpine Einsatzgruppe sowie vier Mitglieder der Bergwacht Lenggries und zwei der Bergwacht Bad Tölz am Sylvensteinspeicher. Von hier aus startete der Rettungshubschrauber mehrmals, um die Einsatzkräfte und das benötigte Material zum Unglücksort im Schafreitergebiet zu bringen. Zunächst mussten sich die Retter abwinschen und sogenannte Standplätze bauen, also sichere Orte für sich selbst im steilen Gelände. Dann kümmerten sie sich um den Leichnam des Mannes. „Es war eine aufwendige Bergung“, sagt der Bergführer mit Blick auf die schwierigen Rahmenbedingungen. Trotzdem nahmen die Rettungskräfte auch das Fahrrad des Verunglückten mit. Die Bergung des Leichnams war gegen 12.30 Uhr beendet.

Immer wieder Unfälle auf dem Reitsteig

Nach dem tödlichen Unglück werden erneut Forderungen nach einer Sperrung des Reitsteigs für Mountainbiker laut. „Wenn man die Verhältnisse kennt und den Ansturm erlebt hat, war so ein Unglück nur eine Frage der Zeit“, schrieb beispielsweise am Sonntag ein Ortskundiger an den Tölzer Kurier. Tatsächlich war es nicht das erste Mal, dass am Reitsteig etwas passiert ist. Er habe schon ein paar Biker mit erheblichen Verletzungen dort herausgeholt sagt der Lenggrieser Bergwacht-Bereitschaftsleiter Christoph Brenninger. Aber auch genügend Fußgänger stürzten dort. „Das ist ein alpiner Steig, auf dem Unfälle passieren.“ Ob eine Sperrung sinnvoll sei oder nicht – an dieser Diskussion wolle sich die Bergwacht nicht beteiligen. „Wir fragen nicht und retten jeden.“

Alpenverein hatte schon im Mai eine Sperrung gefordert

Erst im Mai dieses Jahres hatte Uta Hoffmann öffentlich gefordert, den Reitsteig und andere sensible Pfade nach Möglichkeit für Radler sperren zu lassen. Die Leiterin der Tölzer Seniorenwandergruppe beim Alpenverein beklagte damals in einem offenen Brief unter anderem, dass der Steig unter den Reifen der vielen Mountainbiker Schaden nehme.

So lautete die ursprüngliche Nachricht:

Lenggries - Ein tödlicher Unfall hat sich am Samstag gegen 14.20 Uhr am Grasköpfl im Schafreitergebiet ereignet. Für einen 54 Jahre alten Mann aus München kam jede Hilfe zu spät.

Grasköpfl: Mountainbiker aus München stürzt in den Tod

Nach Angaben der Polizei war der Mann mit fünf anderen Mountainbikern auf einen Trail von der Grammersbergalm in Richtung Moosenalm unterwegs. In einem knapp am Bergkamm verlaufenden Teilstück kam der an erster Stelle fahrende Münchner alleinbeteiligt zu Sturz und fiel zirka 150 bis 200 Meter in das steile ostseitige Gelände. Bei dem Sturz zog er sich tödliche Verletzungen zu. Zur Stunde versuchen die Einsatzkräfte, den Leichnam zu bergen.

Der Artikel wird aktualisiert.

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