Erst 2014 hat Investorin Amanda Reiter den Zustellstützpunkt an der Wegscheider Straße errichtet. Jetzt wird es der Post dort bereits zu eng.
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Erst 2014 hat Investorin Amanda Reiter den Zustellstützpunkt an der Wegscheider Straße errichtet. Jetzt wird es der Post dort bereits zu eng.

Wegen Online-Handel:

Post in Lenggries zieht von der Reiter-Säge in die Kaserne um

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Lenggries – Der Online-Handel blüht – nicht nur in der Corona-Krise. Kein Wunder, dass die Post expandiert. Der Lenggrieser Zustellstützpunkt bezieht nun ein neues Quartier. Es ist doppelt so groß wie das bisherige.

  • Post zieht von der Reiter-Säge in die Kaserne um
  • Der neue Zustellstützpunkt ist doppelt so groß wie der alte
  • Ganz Lenggries und die Jachenau werden vom neuen Stützpunkt aus versorgt

Den für Mitte des Jahres geplanten Umzug auf das ehemalige Kasernengelände bestätigt auf Anfrage des Tölzer Kurier Post-Pressesprecher Dieter Nawrath. „Grund hierfür sind die durch den Online-Handel gestiegenen Paketmengen und der dadurch erforderliche zusätzliche Flächenbedarf“, erklärt er. „Der neue Standort ist für unsere Zwecke – Brief- und Paketzustellung – wirtschaftlich und logistisch bestens geeignet.“

Erst 2014 war die Post in ihre aktuellen Räume gezogen

Bisher befand sich der Zustellstützpunkt an der Wegscheider Straße. Erst im Oktober 2014 war der Gelbe Riese in das Gebäude bei der Reiter-Säge eingezogen, das Investorin Amanda Reiter frisch errichtet hatte. „Damals habe ich gedacht, dass die Post dort langfristig bleiben wird“, sagt sie, „aber die Zeiten sind eben einfach sehr kurzlebig geworden.“

Expansionsbedarf übersteigt frühere Erwartungen

Sie habe zwar durchaus Reserveflächen bereit gehalten, um den Stützpunkt um 30 bis 50 Prozent vergrößern zu können. Doch das Paketgeschäft entwickelte sich offenbar so rasant, dass die Post nun einen Standort beziehe, der fast doppelt so viel Platz biete wie bisher. Schon der Umzug der Post an die Reiter-Säge war von den Dimensionen her ein Quantensprung. Vorher war der Zustellstützpunkt am Bahnhofplatz im ersten Stock über der Gemeindebücherei unterbracht – in weitaus beengteren Verhältnissen.

In der Kaserne zieht die Post offenbar in ein zur Straße gelegenes Gebäude, das sich in Privatbesitz eines Lenggriesers befindet. Bürgermeister Stefan Klaffenbacher sieht diese Nutzung unkritisch. „Der Bebauungsplan sieht für den Bereich eine gewerbliche Nutzung vor, das passt.“ Überlegungen zur künftigen Nutzung der Kasernenbereiche, die der Gemeinde gehören, sieht er nicht tangiert. Für die Bürger habe der Umzug letztlich keine großen Auswirkungen, weil es am Zustellstützpunkt schließlich keinen Parteiverkehr gebe.

Autoverkehr herrscht an so einem Zustellstützpunkt, von dem aus ganz Lenggries und die Jachenau mit Paketen und Briefen versorgt werden, freilich reichlich, wie Amanda Reiter berichtet. „Das geht morgens um 4 Uhr los und abends bis 20 Uhr“, schildert sie.

Wenn die Post ausgezogen ist, zieht ein Handwerksbetrieb in die Räume

Sorgen um einen etwaigen Leerstand an der Reiter-Säge muss sich die Eigentümerin derweil nicht machen. Sie hat nach eigenen Angaben bereits einen neuen Mieter gefunden. Als sie schon vergangenes Jahr vorsorglich die Fühler ausstreckte, sah es eher mau aus. „Aber jetzt war es kein Problem“, sagt die Geschäftsfrau. Sie habe auf eine Immobilienanzeige hin zehn Anfragen erhalten. Offenbar gebe es in der Region etliche Gewerbebetriebe, die nach passenden Objekten suchen. Sie habe sich letztlich für einen Handwerksbetrieb aus dem Isarwinkel entschieden.

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