Tobias Raphelt (SPD)DesignierterBürgermeisterkandidat

Kommunalwahl 2020

Bürgermeisteramt in Lenggries: Tobias Raphelt will kandidieren

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Die SPD schickt einen Kandidaten ins Rennen ums Lenggrieser Bürgermeisteramt. Der Ortsvereins-Chef Tobias Raphelt erklärt seine Bereitschaft, sich zur Wahl zu stellen.

Lenggries – Dass die Lenggrieser SPD einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen wird, war schon länger klar. Am Freitagabend nun hat Tobias Raphelt offiziell seinen Hut in den Ring geworfen. Bei einer Informationsveranstaltung, bei der die SPD allen Interessierten erläuterte, was bei einem kommunalpolitischen Amt auf sie zukommt, erklärte der Schlegldorfer (48) seine Bereitschaft, sich um die Nachfolge von Bürgermeister Werner Weindl (CSU) zu bewerben. Weindl tritt wie berichtet nach 24 Jahren im Amt bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr an. „Ich habe mir gedacht, warum nicht?“, sagt Raphelt zu seiner Kandidatur.

Ehrlicherweise müsse man sagen, dass sich „nicht viele“ um die Kandidatur für den Spitzenposten in der Gemeinde gerissen hätten, bekennt der IT-Service-Manager, der seit 1991 Mitglied der SPD ist. „Aber tatsächlich kann ich noch nicht ganz ausschließen, dass es bei der Nominierung am 8. November nicht doch vielleicht noch einen zweiten Bewerber gibt“, sagt der Vater von zwei Kindern.

Tobias Raphelt möchte bei der Kommunalwahl 2020 Bürgermeister von Lenggries werden

Bei der Veranstaltung am Freitag, zu der rund 15 Interessierte gekommen waren, gab es auch einen ersten Ausblick, mit welchen Themen sich die SPD in den kommenden sechs Jahren befassen will. Vorausgesetzt natürlich, sie zieht nach sechsjähriger Pause wieder in den Gemeinderat ein. Ganz oben steht für Raphelt, der auch Ortsvorsitzender ist, das Thema Wohnen. „Es geht uns darum, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Im Auge hat die SPD dabei die gemeindeeigenen Flächen auf dem Kasernenareal. Dort weitere Gewerbeflächen auszuweisen, sei für ihn der falsche Weg, sagt Raphelt. „Die Lage ist prädestiniert fürs Wohnen.“ Ob die Gemeinde selber baut oder die Grundstücke mit Auflagen vergibt, müsse man sehen.

SPD nominiert ihren Bürgermeister-Kandidaten am 8. November 

Aber auch den Tourismus hat die SPD im Fokus. „Hier wollen wir, dass sich Lenggries breiter aufstellt“, sagt Raphelt. Das bedeute auch weniger Fokussierung auf den Wintersport – zumindest „nicht um jeden Preis“.

Ein großes Anliegen ist der SPD der Schutz des Dorfkerns. „Allgemein wollen wir dem Aussterben des Ortskerns entgegenwirken.“ Hier müsse man sich Konzepte überlegen, wie man das Überleben der kleinen Händler sichern könnte, sagt Raphelt. Wobei ihm schon klar sei, „dass das sicher nicht leicht ist“.

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Auch die Infrastruktur in den Viertelsgemeinden müsse man im Blick behalten. Als Beispiel nennt Raphelt hier Schlegldorf. „Dort gibt es nur 25 Meter Gehweg. Den bräuchte es aber zumindest einseitig durchgehend.“

In der Nominierungsversammlung am 8. November wird nicht nur der Bürgermeisterkandidat gekürt, sondern auch die Gemeinderatsliste aufgestellt. Acht Kandidaten stehen laut Raphelt bereit. Das reicht, um die 24 Plätze durch Dreifach-Nennung voll zu besetzen. „Wenn es aber noch Interessierte gibt, sind wir offen“, sagt der 48-Jährige. Kandidieren dürfen auf der SPD-Liste übrigens auch Parteifreie.

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Bis 2014 war die SPD jahrzehntelang immer im Gemeinderat vertreten – zuletzt mit drei Mandatsträgern. Als die gleichzeitig beschlossen, nicht mehr anzutreten, kam keine Liste mehr zustande. „Jetzt ist aber schon wieder ein bisschen Aufbruchsstimmung da“, sagt Raphelt. Er ist der zweite Bewerber, der seinen Hut in den Ring geworfen hat. Für die CSU will Ortsvorsitzende und Gemeinderätin Christine Rinner antreten. Auch sie muss aber noch offiziell nominiert werden.

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