Während der Polizeihubschrauber Edelweiß 8 das Suchgebiet ausleuchtete, suchte die Wasserwacht vom Boot aus nach dem Paar.
+
Während der Polizeihubschrauber Edelweiß 8 das Suchgebiet ausleuchtete, suchte die Wasserwacht vom Boot aus nach dem Paar.

Keine Dankbarkeit

Münchner Paar von Isar-Kiesbank befreit: Ehrenamtliche Helfer ernten Vorwürfe - „Unprofessionelle Rettung“

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    VonVeronika Ahn-Tauchnitz
    schließen

Von einer Kiesbank bei Vorderriß musste am Mittwochabend ein Münchner Paar gerettet werden. Statt Dankbarkeit hagelte es für die Helfer von Wasserwacht und Feuerwehr am Ende Vorwürfe.

Lenggries/Vorderriß – Gegen 20.45 Uhr ging bei Schnellen Einsatzgruppe (SEG) der Wasserwacht Bad Tölz der Alarm ein. Eine 50-jährige Münchnerin war zusammen mit ihrem 57-jährigen Lebensgefährten wohl im Bereich Vorderriß beim Wandern gewesen. „Dabei haben sie sich verstiegen und kamen irgendwann unten an der Isar raus“, schildert Gabriel Hartl, Leiter der SEG.

Lenggries: Münchner verirren sich beim Wandern - und wählen den Notruf

„Dort konnten die beiden dann weder vor noch zurück.“ Erschwerend sei hinzugekommen, dass einer der beiden nicht schwimmen konnte. Da die Isar immer noch recht viel Wasser führt, sei es absolut richtig gewesen, den Notruf zu wählen, sagt Hartl.

Dunkelheit erschwert die Suche - Feuerwehren und Hubschrauber leuchten Suchgebiet aus

Die Festsitzenden zu lokalisieren, war nicht einfach. Während die Wasserwacht von Vorderriß aus flussabwärts mit einem Raftingboot startete, halfen die Aktiven der Feuerwehren aus Fall und Vorderriß vom Ufer aus – bei der Suche, vor allem aber auch beim Ausleuchten. „Mittlerweile war es ja dunkel“, sagt Hartl. Schließlich wurde noch der Polizeihubschrauber Edelweiß 8 aus München alarmiert, der ebenfalls das Suchgebiet ausleuchtete.

Frau beklagt, dass Rettung „unprofessionell“ abgelaufen sei

Die SEG lokalisierte das Paar schließlich und brachte es mit dem Boot ans sichere Ufer. Die Polizei fuhr die beiden, die glücklicherweise unverletzt waren, schließlich noch zu ihrem geparkten Wagen. „Trotz eines schnellen und professionellen Ablaufs der Rettungskette äußerte die Frau ihren Missmut gegenüber allen Einsatzkräften, da ihrer Ansicht nach falsch agiert und unprofessionell vorgegangen wurde“, heißt es im Pressebericht der Polizei. „Ihr Lebensgefährte dagegen revidierte die Aussage und stellte den ehrenamtlichen Einsatzkräften eine Anerkennung in Aussicht.“

Behörden prüfen, ob Einsatzkosten Paar in Rechnung gestellt werden können

Derzeit prüfen die Behörden, ob den beiden der Einsatz in Rechnung gestellt werden kann. Für die ehrenamtlichen Retter war der Einsatz gegen Mitternacht beendet. Hartl hat noch ein Lob zu verteilen: „Die Zusammenarbeit mit der Polizei und den Feuerwehren hat wirklich super funktioniert.“

Noch mehr Nachrichten aus der Region Bad Tölz lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Bad-Tölz-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare