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Norbert Zandt (Foto links, li.) ist der Organisator des Jodelfests. Das Bild zeigt ihn zusammen mit Gertraud und der Michael Ganslmeier auf einer Jodelwanderung in Lenggries im Juni 2015. 

Internationales Festival im Oktober

Lenggries wird zum Jodel-Mekka

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In Lenggries laufen die Vorbereitungen zu einem ganz besonderen Ereignis: Anfang Oktober wird dort das internationale Jodelfest stattfinden. Im Ort wird einiges geboten.

Lenggries– Jodeln liegt im Trend – und so hat sich in Südtirol, Österreich und Südbayern eine Gemeinschaft gebildet, die mit ihrer Begeisterung immer weitere Kreise zieht. Das Jodelfest mit dem Titel „Ou“ ist ein überregionales Treffen von Sängern aus Bayern, Österreich und Südtirol. Es wurde 2015 in Eisenerz/Steiermark etabliert und findet jedes Jahr in einem anderen Land statt, 2016 folgte Goldrain in Südtirol und heuer eben Lenggries. 2018 wird es in Vorarlberg sein, 2019 ist noch offen, und 2020 wird es Berlin sein, „weil sich dort immer mehr Menschen fürs Jodeln begeistern“, sagt Norbert Zandt, Organisator in Lenggries.

Zandt ist bei seiner Aufgabe nicht allein. Er selbst hat das Jodeln bei Markus Prieth gelernt, vielen bekannt als Kopf der Musikgruppe „Opas Diandl“. Zandt lernte ihn kennen, als er 2012 eine von Prieths Jodelwanderungen in Südtirol besuchte. Diese werden nun auch in Lenggries angeboten (siehe Kasten). Denn auch Zandt ist der Leidenschaft für diesen Gesang verfallen: „Was ich am Jodeln liebe? Dass ich dem, was ganz tief im Herzen drin ist, eine Stimme geben kann“, sagt er. „Und es ist ein unglaublich emotionales Erlebnis, wenn man das zusammen mit mehreren Menschen auch noch mehrstimmig tun kann.“

Aufgrund der guten Kontakte, die Zandt in die Jodelszene aufgebaut hat, wird das Jodelfest heuer also in Lenggries stattfinden, und zwar von Freitag, 6., bis Sonntag, 8. Oktober, im Pfarrheim. Obwohl für das Festival noch nicht groß Werbung gemacht wurde, sind von den 120 Plätzen bereits knapp 80 allein durch Mund-zu-Mund-Propaganda gebucht.

Für Zandt geht es darum, die gemeinsame Freude am Jodeln nach außen zu tragen. „Jedes Jodelfest hat seine eigene Note“, sagt er. „Es ist schön, dass so viele Ideen und Vorstellungen aufeinandertreffen.“ Willkommen sind sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene. Für jede Zielgruppe gibt es je nach Kenntnisstand verschiedene Seminare.

Hier kurz ein Blick aufs konkrete Programm: Am Freitagnachmittag gibt es in einem sogenannten „Jodelkarussell“ eine Art Aufwärmrunde, die jeweils 40 Minuten dauert und sich zum Beispiel mit den Grundlagen des Jodelns, Stimmbildung und Improvisation beschäftigt. Am Freitag- und am Samstagabend findet im „Altwirt“ ein Hoagascht statt, bei dem jeder, also auch Nicht-Teilnehmer des Festivals, spontan aufstehen und jodeln kann.

Der Samstag beginnt früh: Wer möchte, kann um 6.30 Uhr mit zur Waldkirche wandern und dort den Tag jodelnd beginnen. Auch „Yogeln“ ist möglich, nämlich Yoga und Jodeln. „Das klingt jetzt vielleicht skurril, ist aber ein neuer Trend“, sagt Zandt. „Denn beides ist Arbeit mit dem eigenen Körper, die sich gegenseitig beflügelt.“ Tagsüber gibt es verschiedene Seminar, etwa auch, wie in China, Kamerun oder Norwegen gejodelt wird. Dort, in Lappland, hat der sogenannte „Joik“ eine ganz große Tradition.

Am Sonntag klingt das Fest nachmittags aus, zuvor kann man sich zum Beispiel noch individuell fortbilden. Denn zahlreiche renommierte Jodel-Lehrer aus allen drei Alpenländern kommen nach Lenggries.

Eines ist den Veranstaltern aber ganz wichtig: Die Bevölkerung im Tölzer Land soll nicht außen vor bleiben. Soll heißen: Lehrer und Teilnehmer werden in diesen Tagen durchaus jodelnd durch Lenggries gehen und die Bürger einladen, im Pfarrheim vorbeizuschauen. Zudem gibt es die Idee „Rent a Jodler“: nach Vereinbarung kommt ein Referent nach Hause oder in den Betrieb, um dort zu jodeln.

Und noch etwas ist außergewöhnlich: Wie bei den anderen Festivals auch, wird ein harter Kern zu Fuß nach Lenggries kommen. Dazu haben zwei Wanderwege (auf dem Adlerweg aus Richtung Schwaz/Inntal und auf dem Maximilianweg aus Richtung Wendelstein) die Namen „Jak-Hops-Duljo-e“-Weg bekommen (eine Anspielung auf den Namen Jakobsweg). In vier Tagen wandern die Teilnehmer nach Lenggries und verleihen den Hütten, auf denen sie unterwegs übernachten und natürlich jodeln, das Prädikat „jodelfreundliche Hütte“. „Das ist eine Erfindung von Markus Prieth“, sagt Zandt. In Südtirol sei diese Idee „saugut angekommen“.

Weitere Infos

Wer sich auch anmelden möchte, kann sich im Internet auf der Seite www.jodelfest.com über das Angebot des Festivals näher informieren.

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