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Die Staatsstraße 2072 zwischen Lenggries und Wegscheid ist zu schmal. Deshalb möchte das Staatliche Bauamt sie ausbauen.

Lenggrieser Bauausschuss

Mehr Platz für die Staatsstraße

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Die Staatsstraße 2072 ist zwischen Lenggries und Wegscheid in erbärmlichem Zustand. Zudem ist sie durchgehend zu schmal, und birgt mit der Grasmühl-Kurve ein wirklich gefährliches Eck. Jetzt gibt es Pläne für den Ausbau. Vorgestellt wurden sie am Montag im Lenggrieser Bauausschuss.

Lenggries– Immer wieder hatte die Gemeinde Lenggries das Staatliche Bauamt Weilheim in den vergangenen Jahren auf den schlechten Zustand der Staatsstraße zwischen Lenggries und Wegscheid hingewiesen. Die Behörde sah das genauso, für eine Sanierung fehlten aber die Haushaltsmittel. Zudem ist ein Ausbau der eigentlich viel zu engen Fahrbahn auch nicht ganz einfach, grenzt sie doch unmittelbar an FFH-Flächen und ein Landschaftsschutzgebiet.

Jetzt ist aber im Zuge einer Bachelorarbeit eine Vorentwurfsplanung für den Ausbau entstanden. Acht Varianten gibt es, „vier davon wurden genauer untersucht“, erläuterte Karl Ertl am Montag in der Sitzung des Bauausschusses und stellte dann die Planungen vor.

Alle vier Varianten haben eine Gemeinsamkeit: Die scharfe und vor allem enge Grasmühl-Kurve wird begradigt. Drei der vier Vorschläge sehen zudem einen Ausbau auf sechs Meter Fahrbahnbreite plus Bankett auf der gesamten Länge vor. Lediglich bei Variante vier würde nur ein kurzes Teilstück im Bereich der jetzigen Kurve ausgebaut. „Das löst aber das Problem des schlechten Zustands nicht“, sagte Bürgermeister Werner Weindl (CSU).

Diese Variante bevorzugt die Gemeinde: Der Ausbau erfolgt weitgehend auf der bestehenden Straßentrasse. Begradigt wird die enge und gefährliche Grasmühl-Kurve (gelb). Der Ausbau ist auch deshalb schwierig, weil die Fahrbahn an FFH- und Landschaftsschutzgebiet grenzt (straffierte Flächen).

Die Gemeinde favorisiert Variante zwei. Hier orientiert sich der Verlauf der ausgebauten Straße „zu 90 Prozent am Bestand“, so Weindl. Natürlich sei auch hierfür Grunderwerb erforderlich, aber eben nicht so viel. Das Staatliche Bauamt dagegen bevorzugt Variante 3. Auch die orientiert sich weitgehend an der jetzigen Straße, sieht aber an zwei Stellen Begradigungen vor. „Dadurch entstehen wieder so Zwickel, die nicht optimal sind“, sagte Weindl mit Blick auf die nötigen Flächen. Das gilt auch für Variante 1. An der stört den Rathauschef aber noch etwas ganz anderes: „Hier würde man ganz gerade nach Wegscheid reinfahren“, während im Moment noch eine sanfte Kurve die Fahrer dazu bringt, auf die Bremse zu treten.

Hans Proisl (FW) gingen alle Planungen nicht weit genug. Sechs Meter Fahrbahnbreite seien einfach nicht genug. „Die landwirtschaftlichen Geräte werden immer größer, und wir haben dahinten die zwei Skilifte.“ Die Straße müsste so breit sein, dass selbst bei Stau in beiden Richtungen noch der Rettungsdienst durchfahren könne. „Das ist jetzt eine einmalige Gelegenheit, und ich sehe einen breiteren Querschnitt für unbedingt erforderlich an.“ Man werde das noch einmal zur Sprache bringen, sagte Weindl. „Aber sechs Meter sind schon nicht schlecht.“ Zum Vergleich: An manchen Stellen ist die Straße im Moment nur 5,30 Meter breit.

Markus Landthaler (FW) traute sich kaum zu fragen, „aber bis wann könnte es denn mit dem Ausbau soweit sein?“ Das hänge von so vielen Komponenten ab, sagte Weindl. Das Straßenbauamt müsse sich um den Grunderwerb kümmern. Vermutlich sei zudem ein Planfeststellungsverfahren nötig. „Ich würde sagen: So umara wird gebaut“, scherzte der Bürgermeister. Er gehe aber davon aus, dass die Umsetzung auf jeden Fall in mehreren Abschnitten erfolge. Vielleicht wäre es ja möglich, vorher schon mal die ärgsten Löcher zuzumachen, regte Proisl an. „Ich mein, mit einem Jeep ist das Fahren da kein Problem. Mit einem Manta könnte es schwierig werden.“

Der Ausschuss sprach sich am Ende einstimmig für Variante zwei aus. Auch Gespräche über die Ausbaubreite wird man noch einmal führen.

Kreisel an der Bergbahnstraße

Was eigentlich aus der Idee geworden sei, an der Kreuzung Bergbahn- und Wegscheider Straße (S2072) einen Kreisel zu bauen, wollte Hans Proisl (FW) im Zuge der Straßendebatte im Bauausschuss wissen. „Das könnte man dem Straßenbauamt doch jetzt noch mal vorschlagen.“ Mache man auch, sagte Bürgermeister Werner Weindl. „Wir sind da nach wie vor dran.“ Die Gemeinde hatte auch auf eigene Kosten eine Grobplanung anfertigen lassen. „Wir bräuchten etwas Grund vom Freistaat, aber Platz hätte der Kreisverkehr.“ Dieser könnte vor allem an schönen Skitagen den großen Rückstau Richtung Bergbahn verhindern. Das Staatliche Bauamt sei von der Idee allerdings nicht so angetan. „Wir sind hier aber in Kontakt mit unserem Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber und wollen ein Gespräch mit dem Innenminister oder seinem Staatssekretär führen.“

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