Der Rettungshubschrauber Christoph 17 aus Kempten flog am Samstagmittag zu dem verunglückten Gleitschirmflieger ans Brauneck. Ein 29-Jähriger aus Tölz war aus rund 15 Metern Höhe nach dem Start abgestürzt. 
+
Der Rettungshubschrauber Christoph 17 aus Kempten flog am Samstagmittag zu dem verunglückten Gleitschirmflieger ans Brauneck. Ein 29-Jähriger aus Tölz war aus rund 15 Metern Höhe nach dem Start abgestürzt. 

Zahlreiche Einsätze

Lenggrieser Bergretter stark gefordert

  • Christiane Mühlbauer
    VonChristiane Mühlbauer
    schließen

Ein Mountainbike-Fahrer nachts vor dem Abgrund, ein abgestürzter Gleitschirmflieger sowie ein schwer verletzter Bergradler haben den ehrenamtlichen Einsatzkräften der Lenggrieser Bergwacht in den vergangenen Tagen einiges abverlangt.

Lenggries/Jachenau – Einen herausfordernden Einsatz hatte die Bergwacht Lenggries bereits am Donnerstagabend zu bewältigen, als sie einen Mountainbiker nachts über dem Abgrund retten musste.

Am Samstag mussten die Ehrenamtlichen dann dreimal ausrücken. Gegen 12 Uhr wurden sie wegen eines Gleitschirmunfalls am südlichen Startplatz am Brauneck alarmiert, berichtet der ehemalige Bereitschaftsleiter Christoph Brenninger. Der Pilot, ein 29-Jähriger aus Bad Tölz, war nach dem Start aus zirka 15 Metern Höhe abgestürzt. „Er klagte über Schmerzen im Brustwirbelbereich“, berichtet Brenninger. Aufgrund des Verletzungsbildes wurden zusätzlich die Ehrenamtlichen am Latschenkopf sowie ein Hubschrauber mit Notarzt und Winde angefordert. Es kam Rettungshubschrauber Christoph 17 aus Kempten.

An der Unfallstelle wurde der Tölzer bis zum Eintreffen des Notarztes von den Kräften versorgt und gesichert. In einem Bergesack wurde er per Winde in den Hubschrauber gezogen und zur Untersuchung nach Murnau geflogen. Im Einsatz waren laut Brenninger neben fünf Ehrenamtlichen aus Lenggries noch jeweils zwei Bergwachtler aus Wolfratshausen und München.

Schwerer Sturz mit dem E-Bike

Noch während dieser Einsatz am Brauneck lief, wurde der Einsatzleiter von der Rettungsleitstelle in Weilheim informiert, dass im Bereich des Tölzer Marterls im Hirschbachtal ein verletzter Radfahrer liegt. Eine zweite Mannschaft machte sich sogleich mit dem Bergrettungsfahrzeug zur Unfallstelle auf, dann auch der Einsatzleiter vom Brauneck. Da kein Rückruf zur Unfallstelle möglich war, entschied man sich, sicherheitshalber einen Bergwachtnotarzt dabei zu haben, da die Rettungsleitstelle mitteilte, dass der Verletzte eine schwere Hüft- und Beckenverletzung mit starken Schmerzen habe. Zusätzlich wurde noch ein Rettungshubschrauber mit Winde angefordert, berichtet Brenninger.

Beim Eintreffen am Unglücksort im Hirschbachtal bestätigten sich die Verletzungen. Der 53-jährige Fahrer eines E-Bikes hatte in einer Kurve zu stark gebremst und war infolgedessen schwer gestürzt. Der Rettungshubschrauber landete im Bereich des Hirschbachsattels, von wo die medizinische Besatzung mittels Bergwachtfahrzeug zum Patienten gebracht wurde. Nach der Stabilisierung des Radfahrers ging es mit dem Fahrzeug zurück zum Hubschrauber. Der Helikopter flog den 53-Jährigen ins Unfallkrankenhaus nach Murnau. „Ein Dank gilt hier den Erstversorgern, die sich vorbildlich verhalten und die Kräfte unterstützt haben“, sagt Brenninger.

Hilfe auch in Rehaklinik

Am Berg waren die Einsätze am Samstag dann beendet, im Tal noch nicht: Einige Ehrenamtliche mussten noch in die Rehaklinik in Lenggries, um dort den Rettungsdienst zu unterstützen, berichtet Brenninger. Der Sonntag verlief –bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe – relativ ruhig. Die Mitglieder der Bereitschaft übten vormittags Seil- und Knotenkunde und vertieften Wege- und Ortskenntnisse.

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare