+

Lenggrieser Blaskapelle: Alles Gute zum 175. Geburtstag

Lenggries - Das 175-jährige Bestehen der Lenggrieser Blaskapelle wurde mit einem viertägigen Fest gefeiert.

Was wären sie, die bayerischen Dörfer, ohne ihre Blasmusikkapellen? Ohne den Idealismus vieler Musikliebhaber wäre ihr kulturelles Leben ein großes Stück ärmer. Dass die instrumentale Leidenschaft in gemeinschaftlicher Ausübung über 175 Jahre und damit über Generationen hinweg erhalten geblieben ist, feierte die Lenggrieser Musikkapelle mit einem viertägigen Programm.

Am Sonntagvormittag fand der „wichtigste“ Teil davon statt, wie Kapellmeister Alois Leichmann betonte. Im Rahmen eines Festgottesdienstes wollte man Danke dafür sagen, dass das Ensemble auf eine so lange Tradition zurückblicken kann. Man wolle dafür danken, die Menschen begleiten und Freude bereiten zu können – „ob in der Kirche, beim Konzert oder im Festzelt“, so Leichmann. Musik sei eine Sprache, die Menschen verbindet und „die weiterhilft, wenn Worte fehlen“.

Der von Schatten spendenden Bäumen eingesäumte Kurgarten erwies sich bei sommerlichem Wetter als idealer Ort für die Messfeier. An dieser nahmen nicht nur die geladenen Musikkapellen aus Bad Tölz, Gaißach, Wackersberg und Reichersbeuern teil, sondern auch die Lenggrieser Schützenkompanie, die Ortsvereine und Blasmusikfreunde aus der Umgebung.

Bereits am frühen Morgen hatte die Jubiläumskapelle samt zugehörigen Tambours ihren Schirmherrn und Bürgermeister Werner Weindl mit einem schneidigen Auftritt vor dessen Wohnhaus „geweckt“. Nach dem Eintreffen der auswärtigen Musikformationen hatte man sich am Bahnhof zum Kirchenzug aufgestellt. Für die Messe vereinigten sich Blasmusik und Kirchenchor zu einem versierten voluminösen Klangkörper. Pfarrer Josef Kraller zog in seiner Predigt einen Vergleich zwischen den Notwendigkeiten zur Bildung einer wohlklingenden Musikkapelle und dem Gelingen der christlichen Gemeinschaft. „Jeder hat seine Talente, aber man braucht bei der Musik und im Leben einen, der diese Talente leitet und zeigt, wie man ein harmonisches Zusammenspiel erreicht. Wir sollen Gott in unserem Leben nicht übersehen.“

Weindl unterstrich in seinem Grußwort das hohe Niveau der Jubiläumskapelle: „Wir können stolz auf sie sein. Sie ist ein kulturelles Aushängeschild weit über die Gemeindegrenzen hinaus.“ Dies seien vor allem die Verdienste des vormaligen Dirigenten Bernhard Simon und dessen Nachfolgers Alois Leichmann. Die Auftritte der Lenggrieser bei Auslandsaufenthalten – unter anderem im Vatikan – seien auch für den Heimatort eine große Ehre.

Um die Zukunft des Ensembles brauche man sich keine großen Sorgen machen. „Denn die Nachwuchsarbeit funktioniert hervorragend. Die Jungen werden gut ausgebildet und eingebunden.“

Dass Blasmusik nicht zum alten Eisen gehört, davon ist auch Landrat Josef Niedermaier überzeugt. „Blasmusik ist modern, die jungen Leute begeistern sich.“ Kein Wunder, „denn Musik verbindet, und beim Spielen entsteht ein besonderes Glücksgefühl, das man an die Zuhörer weitergeben kann. Und das soll auch bei den Lenggriesern weiterhin so bleiben.“ Rosi Bauer

175 Jahre Blaskapelle Lenggries: Das Jubiläum in Bildern

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bluttat in Königsdorf: Neue Details zu Opfern bekannt
Bei einer Gewalttat im Königsdorfer Weiler Höfen sind ein Mann und eine Frau getötet worden, eine weitere Frau wurde schwer verletzt. Am Sonntagabend wurden neue Details …
Bluttat in Königsdorf: Neue Details zu Opfern bekannt
Schreckliche Gewalttat in Königsdorf: Das sind die Fakten
In einem Einfamilienhaus im Weiler Höfen bei Königsdorf (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) hat sich eine grausige Tat ereignet. Die Hintergründe sind völlig unklar. Was …
Schreckliche Gewalttat in Königsdorf: Das sind die Fakten
Bichler Maschkera zeigen ihr Talent
Mehrere tausend Besucher haben sich am Sonntagnachmittag den Bichler Faschingszug nicht entgehen lassen. Und das Kommen wurde belohnt: Die Maschkera hatten sich wieder …
Bichler Maschkera zeigen ihr Talent

Kommentare