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Wer wird Chef im Lenggrieser Rathaus? Diese Frage entscheidet sich am 13. September

Wahl am 13. September

Lenggrieser Bürgermeisterwahl: Das sind die Ziele von Klaus Hanus (Grüne)

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
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Nach dem Tod von Bürgermeister Markus Landthaler muss in Lenggries in zwei Monaten neu gewählt werden. Die Grünen haben als erste einen Kandidaten benannt. Jetzt gibt es auch bei der SPD Bewegung.

Update vom 11. Juli: Nach den Lenggrieser Grünen macht nun auch der SPD-Ortsverein Nägel mit Köpfen: Er lädt für Freitag, 17. Juli, um 19.30 Uhr in den „Altwirt“ zur Nominierungsversammlung ein. Auf der Tagesordnung steht die Aufstellung eines Bürgermeisterkandidaten oder einer -kandidatin. Ein Name wird nicht genannt.

SPD: „Werden höchstwahrscheinlich jemanden aufstellen“

 „Wir werden höchstwahrscheinlich jemanden aufstellen“, sagt SPD-Ortschef Tobias Raphelt, macht es aber auch davon abhängig, welche(n) Bewerber, CSU und Freie Wähler ins Rennen schicken. Ob er selbst noch einmal seinen Hut in den Ring wirft – „das steht noch nicht abschließend fest“, sagt er. Wie berichtet hatte Raphelt bei der Wahl im März acht Prozent der Stimmen eingefahren. Die Neuwahl am 13. September ist wegen des Tods von Bürgermeister Markus Landthaler notwendig.

Ursprüngliche Meldung vom 4. Juli:

Lenggries – Klaus Hanus wirft seinen Hut in den Ring. Der 45-jährige Zimmerermeister geht für die Grünen ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Nominiert werden soll er am 18. Juli. Schon vor der regulären Kommunalwahl im März 2020 habe er „laut überlegt“, ob er nicht antreten soll, berichtet Hanus, sah aber als unabhängiger Bewerber keine Möglichkeit. Die Grünen hätten ihn nun „mit offenen Armen empfangen“, ergänzt er. „Es ist jetzt an der Zeit, sich wirklich zu bewerben“, sagt der Vater von zwei Kindern. „Man kann nicht immer nur meckern. Wir brauchen Lösungen.“

Beim Grünen-Kandidaten steht der Tourismus auf der Agenda

Einige Themen, die ihm wichtig sind, hat er bereits abgesteckt. Stichwort: Kaserne. „Ich finde es schlecht, dass es hier immer nur um das Thema Gewerbe geht.“ Vielmehr stehe die Entwicklung eines Ortsteils an – „mit bezahlbarem Wohnraum, einem Dorfplatz, natürlich auch Gewerbe, aber vielleicht auch etwas für Künstler oder Kleinkunst“, sagt Hanus. „Man muss das einfach angehen – und zwar konstruktiv.“ Weiteres Thema für ihn: der Neubau des Pflegeheims. „Der ist beschlossene Sache. Da geht es aber jetzt darum, wie er finanziert wird.“

Ganz oben auf seiner Agenda steht der Tourismus. Gerade in Zeiten, in denen der Urlaub daheim propagiert wird, brauche es „jungen, frischen Wind“. Touristen seien wichtig für Lenggries. „Die Leute sollen kommen, die bringen ja auch Geld. Dafür muss man ihnen aber etwas bieten“, sagt Hanus, dessen Vater für die SPD im Gemeinderat saß. Gleichzeitig sei es aber auch wichtig, alles in geregelte Bahnen zu lenken. „Man sieht ja wie überlaufen viele Seen sind. Der Sylvenstein ist bestimmt der nächste.“ Daher brauche es kluge Konzepte und eine gute Infrastruktur. Zu Letzterer gehört für Hanus übrigens auch ein Radweg, der bis Fall führt.

SPD-Bewerber sieht sich „fast in der Pflicht“

Hanus ist der erste Kandidat, der sich aus der Deckung gewagt hat. Die anderen Parteien und Gruppen zögern noch. Tobias Raphelt (SPD) hatte bei der Wahl am 15. März acht Prozent der Stimmen bekommen. „Ich würde eine erneute Kandidatur nicht ausschließen, kann sie aber auch nicht bestätigen“, sagt der 48-Jährige, der auch Chef des Lenggrieser Ortsvereins ist. Dort werde die Thematik natürlich derzeit intensiv diskutiert. „Auch wenn wir alle immer noch geschockt vom Tod Markus Landthalers sind“, sagt Raphelt. Landthaler habe in den wenigen Wochen seiner Amtszeit „eine neue Art des politischen Miteinanders eingeläutet“, sagt Raphelt. Er selbst sieht sich fast „in der Pflicht“, noch einmal anzutreten. „Ich kann ja nicht im März sagen: Ich kandidiere. Und ein paar Monate später will ich dann nicht mehr – wegen des Ergebnisses. In der Schmollecke sehe ich mich eher nicht.“ Die Entscheidung werde auf jeden Fall bald fallen.

Freie Wähler und CSU streben eventuell gemeinsame Lösung an

Das sollte sie auch, denn bis 23. Juli müssen die Wahlvorschläge im Rathaus eingereicht sein. „Das Fatale ist der Zeitdruck“, sagt Dritter Bürgermeister Günter Haubner (FWG). Die Freie Wählergemeinschaft stelle sich aber der Verantwortung und sei auf der Suche nach einem Bewerber, betont Haubner, der auch Sprecher der FWG-Gemeinderatsfraktion ist. „Wir führen derzeit Gespräche.“ Einen Kandidaten aufzustellen sei man auch den Wählern schuldig, sagt Haubner. Schließlich haben die nicht nur mit deutlicher Mehrheit den FWG-Bewerber Landthaler zum Bürgermeister gewählt, sondern der Gruppierung auch elf Sitze im 24-köpfigen Gemeinderat beschert.

Gespräche führt die FWG offensichtlich auch mit der CSU. Zumindest bestätigt deren Ortsvorsitzende Christine Rinner: „Wir bemühen uns um eine gemeinsame Lösung mit den Freien Wählern, und ich hoffe, wir finden eine gute.“ Mehr könne sie aber erst in der kommenden Woche sagen. Dass sie selbst noch einmal antritt, schließt Rinner dagegen aus. „Das wäre nicht erfolgversprechend.“ Im März hatte die CSU-Kandidatin 20,2 Prozent erreicht.

Wolfgang Morlang (Bayernpartei) „kann es noch nicht sagen“

In die Stichwahl mit Markus Landthaler war seinerzeit Wolfgang Morlang (49) eingezogen. Der Einzelkämpfer von der Bayernpartei hatte im ersten Wahlgang knapp 25 Prozent, in der Stichwahl dann 34,4 Prozent eingefahren. Liegt da eine erneute Kandidatur nicht auf der Hand? „Ich kann es einfach noch nicht sagen“, erklärt Morlang. Er müsse über die Sache noch nachdenken.

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