Lenggrieser Faschingszug

Viel gute Stimmung und noch mehr Konfetti

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Lenggries - Rund 8000 Zuschauer säumten am Sonntag die Straße, als sich der Lenggrieser Faschingszug am Bahnhof in Bewegung setzte. Mehr als 50 Wagen und Fußgruppen zogen lokale und überregionale Themen durch den Kakao.

„Endlich haben wir Schnee in Lenggries“, sagte Zuschauerin Marlies Bauer lachend. Die Konfettikanonen auf den Wagen hatten tatsächlich ganze Arbeit geleistet: Straßen, Gehsteige, Balkone und Besucher – alles war bedeckt mit Papierschnipseln. Ein Spaß vor allem für die jüngsten Zuschauer, die das Konfetti immer wieder auf der Straße zusammenkehrten und in die Luft warfen. 

Pünktlich um 13.13 Uhr setzte sich der nur alle fünf Jahre stattfindende Zug mit lautem Knall in Bewegung. Angeführt wurde der Gaudiwurm von einem Mofa-Flugzeug, einem Hochrad-Fahrer und einer Hexe auf Rollerblades mit motorisiertem Besen. Die Musikkapelle hatte einen kompletten Apachen-Pub samt Marterpfählen mitgebracht, während der Faschingsverein „Mia san’s“ mit einem Partybus  die Runde drehte. 

Gleich mehrfach bekam der Benediktbeurer Wetterkerzenprophet Sepp Haslinger sein Fett weg. „Sogt da Haslinger Schnee, bleibt as Weda sicher schee“, stand beispielsweise auf einem Wagen. Dort gab es auch einen Vorschlag, wie mit dem Klimawandel umgegangen werden könnte: „Am Brauneck heißt’s in Zukunft nicht Skilaufen, sondern Beachparty mit Eimersaufen.“ Tatsächlich hatte sich sogar der eine oder andere Zuschauer als Haslinger Sepp verkleidet und las den kommenden Winter aus der mitgebrachten Wetterkerze. 

Eine andere Gruppe hatte „Schloss Neubierstein“ komplett aus Augustiner-Kästen nachgebaut – inklusive Zugbrücke. Für gute Stimmung sorgte der „Drach(t)enverein“, der mit einem chinesischen Pappmaschee-Drachen durch die Straßen tobte. Die Saunapläne – sowohl die in Bad Tölz als auch die in Lenggries – wurden ebenfalls thematisiert, genauso wie der Bearbeitungsstau im Kreisbauamt und die Tölzer Leonhardifahrt, bei der Fuchs und Pferd nicht tot um den Hals hängen beziehungsweise vor den Karren gespannt werden, sondern auf dem Wagen das Sagen haben. 

Aber nicht nur Tölz, sondern auch Gaißach bekam sein Fett weg. Das Nachbardorf wurde mit Blick auf die in Neonfarbe beleuchtete Himmelsleiter an der Kirche („Gotteshaus oder Spielhölle?“) kurzerhand in „Las Goaßa“ umgetauft.

 Nicht gut weg kamen die immer mehr werdenden Schlauchbootfahrer auf der Isar. „Host zvui Geld und zwenig Hirn, muaßt ’s Rafting moi probiern. De Isar duat zwar nimma reißn, aber es langt leicht für d’Preißn“, hieß es auf einem Wagen. Nicht eben beliebt sind auch die Mountainbiker, die sich überall ihren Weg suchen. „Werd der Almbauer zu schlau, haut der Biker ihm das Auge blau“, stand auf einem Schild. Der Wagen zeigte aber auch, dass sich der Isarwinkler durchaus zu wehren weiß und sich nicht so leicht von den Bikern vertreiben lässt. Der vom Wagen rollende Radler bezog kurzerhand Prügel von einem Wanderer. 

Auch ein paar überregionale Themen wurden aufgegriffen: Vom G7-Wagen winkten beispielsweise Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama. Ein anderer Wagen („Kita Isarwindel“) befasste sich mit dem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, während sich eine Fußgruppe aus Kühen darüber beschwerte, dass sich die Preißn am Glockenläuten stören. 

Die Zuschauer hatten an allen Wagen und Fußgruppen ihren Spaß. „Das war wirklich gut“, befand beispielsweise Flößervereinschef Mathias Mederle. „Da waren supergute Ideen dabei“, ergänzte Marlies Bauer. Ihr abschließendes Urteil: „Das war heute wirklich einmalig schön."

Faschingszug Lenggries: Die schönsten Bilder

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