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Der Sylvenstein see und seine Umgebung sind ein Paradies für Erholungsuchende. Für die B 307 zwischen Damm und Vorderriß stellt die Gemeinde jetzt aber klare Parkregelungen auf.

Lenggrieser Gemeinderat beschließt Zonenregelung

Neue Parkregeln am Sylvensteinsee

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Zahllose Erholungssuchende drängen an schönen Tagen in das Gebiet um den Sylvensteinsee. Das bringt viele Probleme mit sich – vor allem beim Parken. Das will die Gemeinde nun besser regeln. Auch für Kontrollen wird gesorgt.

Lenggries– Der Druck wächst. Das machte Franz Steger von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt gleich zu Beginn der Lenggrieser Gemeinderatssitzung am Montag klar. „Oberbayern boomt, München wächst. Stellt sich nur die Frage, wo die ganzen Menschen ihre Freizeit verbringen.“ Unter anderem tun sie das rund um den Sylvensteinsee. Dabei würden viele ihre individuelle Freiheit in den Vordergrund stellen. „Vernunft und Verantwortung werden ausgeblendet. Die Leute machen, was sie wollen“, so Steger. Dazu gehören Feuermachen und Zelten im Naturschutzgebiet, das Zurücklassen von Müll, das Zuparken von Rettungswegen und andere Verstöße. Im Sommer steige die Waldbrandgefahr durch das wilde Abstellen von Fahrzeugen mit heißem Katalysator auf trockenen Wiesen.

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Deshalb ist es wichtig, gerade das Parken zu regeln. „Sehr positiv“ findet Steger den vor Jahren geschaffenen Nachtparkplatz in Fall. „Der ist erschwinglich und wird gut angenommen.“ Auch der Grillplatz nahe der Wasserwachtstation sei ein gutes Angebot.

Seit 2017 gibt es nun Überlegungen, wie das Thema Parken entlang der B 307 bis Vorderriß besser beziehungsweise überhaupt geregelt werden könnte. Es gab Ortstermine mit Straßenbauamt und Polizei, 2018 begann die Arbeit an einem Konzept. Erlassen wird nun eine Zonenparkregelung, die entlang der Bundesstraße zwischen Damm und Vorderriß gilt. Innerhalb der Zone dürfen Fahrzeuge nur auf gekennzeichneten Flächen abgestellt werden. Nachts ist das Parken verboten.

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Das Ganze wird klar beschildert – und das gleich mehrfach. „Es geht nicht darum, Menschen auszusperren, sondern um eine Steuerungsfunktion“, sagte Steger. Letzteres sei nur möglich, wenn es klare Regeln gibt, wo man wann parken darf und wo nicht.

Da jedes Verbot nur so gut ist wie seine Kontrolle, hat die Gemeinde auch hierfür eine Lösung gesucht. „Die Polizei kann das nicht kontrollieren“, sagte Helmut Potstada vom Ordnungsamt. Übernehmen wird die Überprüfung der Parker die Verkehrsüberwachung der Stadt Wolfratshausen. Mit der arbeite man schon beim fließenden Verkehr zusammen, erklärte Potstada. Mit 10 bis 15 Einsatzstunden pro Monat zwischen April und Oktober plant die Gemeinde für den Anfang. „Man muss nach der Probephase schauen, ob das reicht oder man die Kapazitäten hebt oder senkt.“

Die Überwachung gibt es natürlich nicht umsonst. Drei Stunden in der Nacht kosten beispielsweise gut 264 Euro – auch, weil die Kontrolleure wegen der Entlegenheit des Gebiets nachts zu zweit unterwegs sein müssen. Durchschnittlich „könnte bei acht Knöllchen pro Stunde eine Kostendeckung erreicht werden“, so Potstada.

Die Gemeinderäte fanden den Vorstoß gut. „Stellt sich nur die Frage, was ist mit denen, die Richtung Kaiserwacht oder ins Rißbachtal fahren?“, merkte Vize-Bürgermeister Franz Schöttl (CSU) an. „Aber es ist vielleicht ein Anfang, um Erfahrungen zu sammeln.“ Wenn man merke, dass sich Autofahrer Ausweichstellen suchen, müsse man nachbessern. Wichtig wäre Schöttl, dass man nicht nur auf die Bereiche hinweist, wo man nicht parken darf, sondern auch auf die offiziellen Flächen – beispielsweise eben auf den Nachtparkplatz.

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Markus Landthaler (FW) merkte an, dass man vielleicht auch neue Parkplätze ausweisen müsse, „denn irgendwo müssen die Leute ja hin“. Er regte an, das Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt zu suchen, um die Erweiterung der Stellflächen an der Wasserwacht zu ermöglichen. Fraktionskollege Stephan Bammer bat ebenfalls darum, die Parkmöglichkeiten „nicht zu sehr einzuschränken“. Florian Forstner (FW) haderte damit, dass das Nachtparkverbot ab 22 Uhr gelten soll. Das sei im Hochsommer schon recht knapp, wenn man beispielsweise den Grillplatz nutze. „Je später der Abend, desto betrunkener die Gäste und desto mehr Probleme haben die Isarranger“, ist allerdings die Erfahrung, die Bürgermeister Werner Weindl gemacht hat. Der Grillplatz sei in erster Linie für Familien gedacht. Seine Nutzung ist ohnehin nur bis 22 Uhr erlaubt.

Der Erlass der Zonenparkregelung und die Übertragung der Kontrolle an Wolfratshausen wurden einstimmig beschlossen.

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