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Welche Nutzungen für die „Post“ denkbar sind, diskutierte am Montag der Gemeinderat. Momentan wird angestrebt, 2018 mit dem Umbau zu beginnen.  

Lenggrieser Gemeinderat

Ein Konzept fürs Hotel Post

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Die Gemeinde Lenggries steht vor einer großen Herausforderung: Für das ehemalige Hotel Post an der Marktstraße müssen neue Nutzungen gefunden werden. Ein erstes Konzept stellte Planer Heinz Eck am Montag dem Gemeinderat vor.

Lenggries – Heinz Eck vom Büro Hogaplan kennt die imposante Liegenschaft an der Marktstraße wie seine Westentasche. Kein Wunder, seiner Familie gehörte das Gebäude bis zum Verkauf 2013 an die Gemeinde. Für die Planungen dürfte das ein Vorteil sein, denn die Umgestaltung der 2300 Quadratmeter auf vier Etagen ist eine Mammutaufgabe.

In einer Klausurtagung 2015 hatte sich der Gemeinderat Gedanken über die künftige Nutzung gemacht. Danach waren weitere Ideen gesammelt worden. Sie reichten von der Kleinkinderbetreuung bis zum Indoor- Skatepark in der ehemaligen Tenne, wie Bauamtsleiter Anton Bammer erläuterte.

Das Konzept von Eck konzentriert sich nun erst einmal auf das viergeschossige Hauptgebäude. Im Erdgeschoss könnte die Gastronomie reaktiviert werden. Dafür gibt es zwei Varianten – eine kleine und eine große. Gemein ist beiden, dass der Hauptgastraum im bisherigen Frühstücksraum des seit Jahren leer stehenden Hotels Platz finden soll, „um näher am Biergarten zu sein“, so Eck. Denkbar ist zudem, dass der frühere Haupteingang von der Marktstraßenseite aus wieder geöffnet wird.

Im ersten Stock wird der ehemalige Postsaal aktiviert. Dort sollen dann die Gemeinderatssitzungen stattfinden. Das ist dringend notwendig, denn schon jetzt ist der Saal im Rathaus eigentlich zu klein. Da die Gemeinde aber gerade die 10 000-Einwohner-Marke knackt, müssen bei den nächsten Wahlen 2020 vier Gemeinderäte mehr gewählt werden – und für sie ist definitiv kein Platz mehr im Rathaus. Auch hierfür hatte Eck zwei Varianten mitgebracht. Wichtig: Das Bühnenhaus muss mit Blick auf den Denkmalschutz erhalten bleiben. Im zweiten Obergeschoss sind Büros und/oder Praxen vorgesehen. Dorthin könnte beispielsweise ein Teil der Gemeindeverwaltung ziehen. Im Dachgeschoss sind zwei Wohneinheiten vorgesehen – eine davon beispielsweise für den Hausmeister. Eingebaut wird zudem ein Fahrstuhl, um das Gebäude barrierefrei zu gestalten.

Bei der künftigen Nutzung „sollten wir stark darauf achten, dass sich das Gebäude wirtschaftlich selbst trägt“, sagte Bürgermeister Werner Weindl. Als nächstes würde man Gespräche mit Gastroexperten und Brauereien führen. Die Meinungen über die Wirtschaft gehen im Gemeinderat allerdings auseinander. „Eine weitere Gastronomie hat hier Platz. Wir sind ein Fremdenverkehrsort. Wie groß wir sie machen, wird man sehen, wenn man mit den möglichen Betreibern redet“, sagte CSU-Fraktionschef Bernhard Simon. Ganz anders sieht das Stephan Bammer (FW). Gastronomie sei heute kein einfaches Geschäft. Wenn überhaupt, halte er die kleinere Variante für besser. Bammer bedauerte, dass einige seiner Ideen bei den Planungen übergangen wurden – beispielsweise der Wunsch nach einer weiteren Kinderbetreuungsgruppe.

„Wir sollten schauen, dass Leben in dem Haus ist, und eine Gastronomie ist ein Frequenzbringer“, argumentierte Weindl. Natürlich „steht und fällt der Erfolg mit den Pächtern“. Hans Proisl (FW) plädierte dafür, endlich ins Verfahren einzusteigen. „Wir müssen schauen, dass wir weiterkommen und sollten nicht alles zerreden.“ Überhaupt müsse man erst einmal abwarten, was aus Sicht des Landratsamts, des Statikers und mit Blick auf den Brandschutz möglich ist. „Danach können wir über Lösungen reden.“ Auch Vize-Bürgermeister Franz Schöttl (CSU) bat darum, sich „jetzt nicht zu verzetteln. Die Nutzungen alle unter einen Hut zu bringen, wird sicher nicht einfach.“ Elisabeth Ertl (CSU) wollte wissen, wie genau sich der Gemeinderat im Moment überhaupt festlegen muss. Nicht zu detailliert, erläuterte Eck. Er riet aber, mit der größeren Gastrovariante ins Verfahren zu gehen. Und das beschloss der Gemeinderat am Ende auch mit zwei Gegenstimmen.

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