Heiße Zweikämpfe. Torhüter Fahed Farmanb aus dem Irak wirft sich dem Afghanen Amin Resahi entgegen. 80 Spieler aus zehn Nationen beteiligten sich am zweiten Lenggrieser Heimspiel-Cup.

Buntes Fußball-Turnier

Lenggrieser Heimspiel-Cup: Sieg auf der ganzen Linie

Lenggries - Syrer spielen gegen Afghanen Fußball, ein Togolese tritt gegen einen Spieler aus Eritrea an, und dazwischen sind einige Ur-Lenggrieser: Jede Menge ungewöhnliche Begegnungen gab es beim 2. Lenggrieser-Heimspiel-Cup.

Culy Balde aus dem Senegal musste nicht lange überlegen, als er gefragt wurde, ob er an diesem Turnier teilnehmen will. Fußball gehört seit jeher zu seinem Leben. Einst kickte er für ASA Velingaya Kawraal, einem Verein im Senegal. Seit sieben Monaten ist er nun in Deutschland und hat auch hier sein Hobby nicht aufgeben. Er schloss sich den A-Junioren des Lenggrieser SC an und trainiert nun zwei- bis dreimal pro Woche.

„Die Leute sind alle sehr nett zu mir“, sagt er. „Ich will unbedingt hier bleiben und Deutsch lernen.“ Die Sprachkurse haben sich bezahlt gemacht. Schon heute beherrscht der 18-Jährige die deutsche Sprache so gut, dass er sich ohne große Probleme verständigen kann.

Für das Turnier haben sich die Organisatoren um Sven Schröder etwas Besonderes einfallen lassen: Jeder Teilnehmer wurde einem Team zugelost. „Auf die Weise sind Spieler aus Nationen in einer Mannschaft, die in den Unterkünften oft nicht so gut miteinander klar kommen“, erläutert Schröder. „Wenn die Leute hier gemeinsam was unternehmen, hilft ihnen das im Alltag.“

Dies war aber nicht die einzige Besonderheit, auch kulinarisch war Abwechselung angesagt. Natürlich gab es die obligatorischen Bratwürste. Ebenso verkauft wurde aber auch ein Huhn-Reisgericht aus Afghanistan und ein Eier-Eintopf, eine Spezialität aus Eritrea. Zubereitet hatten alle diese außergewöhnlichen Mahlzeiten Asylbewerber, die in Lenggries untergebracht sind.

Seit sechs Woche arbeitetet der Helferkreis Asyl gemeinsam mit dem Jugendtreff und der Waldkirchenjugend an der Organisation des Turniers, „die letzten beiden Tage rund um die Uhr“, sagt Schröder. Umso zufriedener war er nun mit dem Ablauf der Veranstaltung am Samstag.

Am Ende belegte das Team „Halsbach“ Platz eins. Die Mannschaft siegte im entscheidenden Spiel gegen das Team „Mühlbach“ mit 1:0. Zur Mannschaft gehörten Spieler aus München, Bad Tölz, Asylbewerber aus Lenggries und ein „Ur-Lenggrieser“. Den Fairnesspokal nahm das Team „Jachen“ mit nach Hause.

Patrick Staar

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