Lenggrieser vor Jugendgericht

Hackedicht zur Messe

Lenggries/Wolfratshausen – Der Besuch der Landwirtschaftsmesse in Hannover im November hatte für einen Lenggrieser (19) ein Nachspiel vor dem Amtsgericht.

Auf dem Weg zum Messegelände war der junge Mann mit knapp 1,6 Promille am Steuer seines VW-Busses erwischt worden. Der Jugendrichter schnürte ihm nun ein ganzes Bündel von Maßnahmen, damit so was möglichst nicht wieder passiert.

Dass seine Trunkenheitsfahrt am frühen Morgen eine große Dummheit war, sei ihm bewusst, räumte der 19-Jährige ein. Am Abend zuvor sei er mit einem Freund zum Essen gegangen, erzählte er dem Richter. Anschließend wurde in einer Disco gefeiert. In der Früh fuhr man mit dem Taxi zum Hauptbahnhof, wo der eigene Wagen stand. „Wir sind dann mit dem Auto weiter zur Messe“, sagte der Angeklagte, „dabei wäre der Weg zu Fuß nur gut zehn Minuten gewesen.“ Der Taxifahrer hatte die Polizei informiert, als er sah, dass die zwei offensichtlich betrunkenen Burschen ins Auto stiegen. „Mein Spezl war total dicht, ich habe ihn aus dem Taxi rausziehen müssen“, so der Lenggrieser.

Der Beschuldigte und der Richter sahen sich nicht zum ersten Mal. Nur wenige Tage nach der Trunkenheitsfahrt war gegen den Lenggrieser wegen Widerstand gegen Polizeibeamte verhandelt worden. Auch damals war Alkohol im Spiel. Sein Verteidiger erklärte: „Mit Alkohol hat er Probleme. Er braucht Hilfe, um die in den Griff zu kriegen.“

Das sah auch Jugendrichter Urs Wäckerlin so: Auf die Geldstrafe von 750 Euro packte der Richter drei Suchtberatungsgespräche, die Teilnahme an einem Verkehrskurs sowie ein Alkohol-Abstinenzprogramm, das der Verurteilte absolvieren muss. Hinzu kommt eine Führerscheinsperre von noch sechs Monaten. Dass der Angeklagte den Gerichtssaal dennoch erleichtert verließ, lag daran, dass der Richter ihm seinen sehnlichsten Wunsch erfüllte: Einen Traktor darf der Lenggrieser trotz der Führerscheinsperre weiterhin fahren. Rudi Stallein

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