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Ein großer Teil des ehemaligen Kasernenareals gehört seit fast einem Jahr der Gemeinde Lenggries.

Zukunft des Kasernenareals 

Großer Spielplatz – oder doch Wohnraum?

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Es ist eine der großen Zukunftsfragen für Lenggries: Was wird aus dem ehemaligen Kasernenareal, das die Gemeinde für fünf Millionen Euro gekauft hat? Im Rathaus liegt nun eine Sammlung erster – allerdings sehr unverbindlicher – Ideen vor. Die Gedankenspiele des Landrats gehen derweil in eine ganz andere Richtung.

Lenggries – 133 000 Quadratmeter, grob gesagt, die nördliche Hälfte der früheren Prinz-Heinrich-Kaserne: Diese Fläche nennt die Gemeinde Lenggries offiziell seit 1. April 2016 ihr Eigentum. Mit dem Kauf hat sich die Kommune eine große Aufgabe aufgebürdet – sich aber gleichzeitig die Kontrolle über einen wichtigen Schauplatz der künftigen Gemeindeentwicklung gesichert. Was in Zukunft aus dem Areal wird, „das ist eine Frage, die uns noch Jahre oder Jahrzehnte beschäftigen wird“, erklärte Bürgermeister Werner Weindl nun in der Bürgerversammlung. Was aktuell vorliegt, ist eine Handvoll mehr oder weniger realistischer Ideen, die Weindl bei dieser Gelegenheit erstmals der Öffentlichkeit vorstellte.

Die Vorschläge stammen aus einem Markterkundungsverfahren, das die Gemeinde vergangenes Jahr durchführte. Alle Interessierten waren aufgerufen, Ideen für die Nutzung des Areals einzureichen – völlig unverbindlich und kostenlos, und vor allem unter der Maßgabe, dass sie mit den Vorgaben des Bebauungsplans übereinstimmen, der eine Nutzung für „Sport, Freizeit und Bildung“ vorsieht. Von Anfang an stellte die Gemeinde klar: Wohn- und Einzelhandelsnutzung sind nicht erwünscht. Laut Weindl gingen folgende Vorschläge ein:

-Nutzung als Trainingsanlage für spezielle Sportarten wie Alpencross oder Marathon unter medizinischer Betreuung in Zusammenarbeit mit Bad Tölz und Kochel („Dreiklang des Oberlands“).

-Outdoor-Spielplatz nach Vorbild des Playmobil-Funparks in Zirndorf und/oder interaktives Museum für Kinder (nach Vorbild des „Erlebnishauses des Wissens“, Odysseum in Köln).

-Nutzung einer Halle als landwirtschaftliche Lagerfläche für Maschinen, Winterfutter, Fahrzeuge etcetera.

-Indoor-Spielplatz mit Kletterwand und Wellness-Bereich als Integrationsprojekt mit mindestens 25 Prozent Mitarbeitern mit Schwerbehinderung. Laut Weindl ergab ein Besichtigungstermin vor Ort, dass für das Projekt die Turnhalle und der Mulistall geeignet wären.

-Bereits altbekannt ist die Tatsache, dass ein Projektentwickler Interesse daran hat, auf dem Kasernengelände ein Sportcamp nach Art des gescheiterten „Camp Woodward“ umzusetzen.

- An der International School of Management in München war die Kasernennutzung Thema einer Semesterarbeit für Studenten, was weitere Konzepte ergab.

„Jetzt muss der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung entscheiden, in welche Richtung es gehen sollte“, sagte Weindl. Allerdings dämpfte er die Erwartungen: „Es wird nicht so sein, dass es schnell eine vollständige Entwicklung des Areals geben wird.“

In eine ganz andere Richtung lenkte derweil Landrat Josef Niedermaier die Debatte. Er verwies in seiner Ansprache in der Bürgerversammlung darauf, dass der Großraum München – und dazu sei mittlerweile auch Lenggries zu rechnen – unter einem „wahnsinnigen Druck“ stehe. In den kommenden Jahren werde der Großraum Schätzungen zufolge um 300 000 Einwohner wachsen. Da sei es für die Stadt München und die sieben umgebenden Landkreise eine riesige Herausforderung, Wohnraum und die dazugehörige Infrastruktur zu schaffen. Einfamilienhäuser seien wegen des hohen Flächenverbrauchs wohl nicht die geeignete Form. Gleichzeitig gelte es, den Zuwachs an Wohnbebauung so zu gestalten, „dass es zu unseren Dörfern passt“. In jedem Fall stellen „Kasernen und andere Vorratsflächen“ aus Niedermaiers Sicht, eine „Riesenchance“ dar, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.

Die Gemeinde allerdings lehnt Wohnbebauung auf dem Kasernenareal bekanntlich strikt ab. So oder so: „Die Gemeinde hat gut daran getan, die Kasernenflächen zu kaufen und so das Heft des Handelns selbst in die Hand zu nehmen“, stellte der Landrat fest.

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