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Seit eineinhalb Jahren wird die Lenggrieser Kläranlage ertüchtigt.

Millioneninvestition

Lenggrieser Kläranlage: Zwei böse Überraschungen bei Großprojekt

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Es ist eine Millioneninvestition, von der viele Lenggrieser sicher wenig mitbekommen – und von der doch jeder einzelne profitiert. Seit gut eineinhalb Jahren laufen in Lenggries der Umbau und die Erweiterung der Kläranlage an der B 13.

Lenggries –  Inklusive Planungskosten schlägt die Maßnahme nach Angaben von Bürgermeister Werner Weindl mit etwa 3,5 Millionen Euro zu Buche. Eigentlich wollte man schon vor einem Jahr mit allem fertig sein. Jetzt aber dauert es wohl bis Mitte 2019, bis die erneuerte Anlage in Betrieb geht.

Zwei Faktoren sorgten für eine Zeitverzögerung, wie Weindl auf Anfrage erklärt. Zum einen hatte es wie berichtet beim Umbau des Klärschlammbehälters eine böse Überraschung gegeben: Im Inneren wurde Teer entdeckt. 1969, als die Kläranlage errichtet wurde, war die Verwendung dieses Baustoffs an der Tagesordnung. Heute ist er wegen der giftigen Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), die er enthält, verboten. Es war also zwischendurch eine ungeplante Schadstoffsanierung nötig, die für zusätzliche Kosten von 120 000 Euro sorgte. „Mittlerweile ist alles entsorgt“, berichtet Weindl vom Sachstand.

Dachstuhl-Arbeiten müssen neu ausgeschrieben werden

Doch es passierte noch etwas Unvorhergesehenes. „Wir hatten mit einer der beauftragten Firmen Pech“, formuliert es der Rathauschef. „Wir haben uns einvernehmlich getrennt.“ Besagte Firma hätte auf dem neuen Faulturm den Dachstuhl machen sollen. „Diese Arbeiten müssen wir jetzt im Laufe des Winters neu ausschreiben, sodass das Dach im Frühjahr gebaut werden kann“, informiert Weindl.

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Bereits fertig ist dagegen ein neues Vorklärbecken sowie das zum Faulturm umgebaute ehemalige Schlammlager. Hier soll künftig unten der Schlamm aus dem Klärwerk ausfaulen und dabei Gas produzieren, das wiederum ein darüber befindliches Blockheizkraftwerk antreibt. Auf diese Weise werden bei dieser „anaeroben Schlammfaulung“, wie der Prozess in der Fachsprache heißt, Wärme und Strom produziert. Beides wird gleich vor Ort in der Anlage verwendet.

Sobald im kommenden Jahr noch das Dach auf das Ganze gesetzt ist,„kann die Anlage Mitte 2019 in Betrieb gehen“, stellt Weindl in Aussicht. Dann heißt es: erst einmal ein halbes Jahr ausprobieren und zuschauen, wie sich der anfallende Klärschlamm entwickelt. Erst auf dieser Grundlage kann dann nach Weindls Erläuterung der letzte Schritt vollzogen werden, nämlich der Bau einer Schlammentwässerungsanlage für etwa 200 000 Euro. Je nach Beschaffenheit des Klärschlamms gilt es, dafür das richtige System auszuwählen. Dieser Bauabschnitt ist für 2020 vorgesehen.

Die Erweiterung der knapp 50 Jahre alten Kläranlage war nötig geworden, weil sie – zum Beispiel durch den Anschluss vieler weiterer Ortsteile im Lauf der Jahre – an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt war. Der Freistaat bezuschusst die Maßnahme mit zirka 322 000 Euro.

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