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Liebt auch das Spiel mit Worten: Diese Collage von Paul Schwarzenberger trägt den Titel „Hai’s Hunger“.

Vernissage am Freitag

Lenggrieser Kunstwoche: „Das Leben ist ein Tanz auf dem Vulkan“

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„Schwarz Weiß“ lautet das Thema bei der Lenggrieser Kunstwoche. Es geht um Widersprüche und Gegensätze, aber auch darum, was sich dazwischen alles entwickeln kann. Die Künstlervereinigung hat sich wieder Gäste eingeladen, heuer unter anderem aus Gaißach und Benediktbeuern.

Lenggries – „Das Thema hat große Aktualität“, sagt Günter Unbescheid. Der Vorsitzende der Künstlervereinigung Lenggries (KVL) sagt das mit Blick auf die allgemeine Weltlage: „Schaut man sich die Politik an, dann sieht man extreme Pole“, sagt Unbescheid. „Aber mit Extremen kommt die Welt nicht weiter.“ Wichtig sei, die Aufmerksamkeit „auf die Dinge dazwischen zu lenken“.

Dazu möchte die Lenggrieser Kunstwoche anregen – und zwar in ganz vielfältiger Hinsicht. Auch heuer ist wieder ein weites Spektrum geboten. So ist zum Beispiel eine Filmkünstlerin dabei, nämlich Veronika Partenhauser aus Gaißach. Sie hatte 2017 zusammen mit Bodo Kloiber den Film zu 1200 Jahre Gaißach gedreht. Bei der Kunstwoche ist unter anderem ihre Video-Installation „farb-los“ zu sehen. Es ist eine Studie zur Farbigkeit hinter Schwarzweiß-Filmen. Dafür wird im Foyer des Lenggrieser Pfarrheim eigens eine Filmecke geschaffen. „Videos haben sich in der Kunst etabliert, aber bei uns waren sie bislang noch nicht intensiv vertreten“, sagt Unbescheid, der hofft, damit auch ein junges Publikum ansprechen zu können. „Vielfalt ist uns wichtig. Je anregender, desto besser.“

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Erstmals ist auch der in Benediktbeuern lebende Bildhauer Philip Hönicke in Lenggries zu sehen. Er ist auf Metallskulpturen spezialisiert und gestaltete den „Sporty Dancer“ für die Loisachhalle in Wolfratshausen. Bei der Kunstwoche sind seine teils sehr großen Werke im Freien zu sehen, etwa „Die Welle“ auf dem Rathausplatz und „Die Freude“ auf der Späthwiese. Eine Tigerente, die aber auch ein Herz werden kann, steht neben zahlreichen anderen Skulpturen auf der Wiese vor dem Pfarrheim.

Auf der Bühne des Pfarrheims wartet auf die Besucher eine große Installation von Dorothea Reese-Heim. Auf ungewöhnliche Weise werden Pflanzen gezeigt, die in London in U-Bahnschächten angebaut wurden und gedeihen – etwas, das man so nicht für möglich gehalten hatte. Die Installation besteht aus sieben rotierenden Polygonen (Vielecken) in unterschiedlichen Farben – „sehr faszinierend“, sagt Unbescheid.

Die vierte Gastkünstlerin ist Gudrun Reubel aus Fridolfing. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Radierung. In Lenggries zeigt sie Klassisches in Schwarz und Weiß.

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Auch die Mitglieder der KVL präsentieren den Besuchern neue, spannende Werke. Unbescheid, als Fotokünstler aktiv, beschäftigt sich damit, „wie Digitalisierung unser Leben aufmischt“. In einer Bilder-Serie zeigt er den Gegensatz von Mensch und Maschine in Bezug auf künstliche Intelligenz. „Es ist faszinierend und erschreckend zugleich“, sagt Unbescheid. Heidi Gohde, seine Stellvertreterin in der KVL und ebenfalls Fotokünstlerin, hat unter anderem Natur-Bilder schwarz-weiß aufgenommen. Gabriele Pöhlmann zeigt Porträts in schwarz-weiß. „Wir denken in Gegensätzen, in Schubladen, in Schablonen“, sagt sie dazu. „Schwarzweiß findet nur in unseren Köpfen statt.“

Paul Schwarzenberger beschäftigt sich wieder mit gesellschaftlichen Fragen, etwa mit dem Thema Plastikmüll und Entwicklungen in der Landwirtschaft. Jürgen Dreistein zeigt diesmal sehr große Bleistift-Zeichnungen, die die Isar teilweise in schwarz-weiß zeigen – Dreistein will damit das Fließende thematisieren. Von Sophie Frey werden erstmals Hinterglasarbeiten zu sehen sein. Klas Stöver geht es in seinen Arbeiten um die Struktur – alles ist in Schwarz und Weiß gehalten.

Viel Farbe hat dagegen Ecki Kober eingesetzt – er arbeitete jüngst auch in Grün, Blau und Rot und vor allem mit viel Gold. Kober geht es um die Kontraste: „Alles Leben ist ein Tanz auf dem Vulkan.“

Weitere Infos

Die Kunstwoche Lenggries wird am Freitag, 14. September, im Rahmen der „Sternennacht“ um 19 Uhr eröffnet. Zur Vernissage kommt der Landrat. Die Werke sind bis zum 30. September im Lenggrieser Pfarrheim sowie vor dem Rathaus und auf der Späthwiese zu sehen. Die Ausstellung ist montags bis freitags von 14 bis 19 Uhr, am Wochenende von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

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