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Haben nun ein Auge auf die Lenggrieser Mittagsbetreuung: Koordinatorin Cornelia Hagmeier und Helmut Kulla, beim BRK zuständig für Soziale Dienste. 

Neuer Träger

Lenggrieser Mittagsbetreuung: Übergang geglückt

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Unsicherheit gab es sowohl bei Mitarbeiterinnen als auch bei Eltern, die ihre Kinder in die Mittagsbetreuung der Lenggrieser Grundschule schicken. „Aber das war eine Sache von Stunden“, sagt Cornelia Hagmeier vom Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes. Sie koordiniert die Arbeit der Mittagsbetreuung in Eurasburg, Reichersbeuern – und nun auch in Lenggries.

Lenggries– Zum 1. Februar übernahm das BRK die Trägerschaft des Nachmittagsangebots vom Förderverein der Schulen im Isarwinkel. Zwischen dem Verein und der Gemeinde hatte es wie berichtet Unstimmigkeiten über die Finanzierung des Angebots gegeben.

Nach dem ersten Monat kann Helmut Kulla, beim BRK für Soziale Dienste zuständig, eine erste Bilanz ziehen. „Es gab keine radikalen Veränderungen, keinen großen Umbruch.“ Drei Betreuerinnen haben sich anders orientiert. Statt vorher elf beaufsichtigen nun acht Frauen die Grundschüler beim Spielen und Hausaufgabenmachen. Ihr Arbeitspensum hat sich laut Kulla dementsprechend erhöht – vier sind als Mini-Jobber angestellt, die anderen vier erhalten eine Übungsleiter-Pauschale.

Wirklich neu war für die Mitarbeiterinnen, dass beim BRK das gemeinsame Mittagessen explizit zum pädagogischen Konzept gehört. „Bei der Essensverteilung helfen Betreuer und Kinder zusammen“, sagt Kulla. Am Menü ändert sich nichts: Die Mahlzeiten liefert weiterhin die Lenggrieser Metzgerei Weber.

Wie die Essensausgabe funktionieren kann, schauten sich die Lenggrieserinnen bei ihren Reichersbeurer Kolleginnen an. Die drei BRK-Einrichtungen im Landkreis sollen voneinander lernen, sagt Fachbereichsleiterin Cornelia Hagmeier. „Wir werden auch in großer Runde zum Austausch zusammenkommen.“

In Lenggries können Eltern ihre Kinder wahlweise bis 14 oder 16 Uhr betreuen lassen. Teurer wird das Angebot laut Helmut Kulla nicht. Das Gebührenmodell ändert sich aber. So gibt es eine Mindestbuchungszeit von zwei Tagen in der Woche. Hintergrund: Erst ab dieser Grenze gibt es staatliche Förderungen. Vom bayerischen Sozialministerium erhält das BRK rund 3300 Euro pro Jahr für die Gruppe bis 14 Uhr und 7000 Euro für die Gruppe bis 16 Uhr. Insgesamt 47 Schüler besuchen aktuell die Mittagsbetreuung.

Zuschüsse bekommt der BRK-Kreisverband auch von der Gemeinde Lenggries. Sie stellt nach wie vor die Container-Räumlichkeiten neben der Schule zur Verfügung und zahlt die Nebenkosten. Außerdem werde der Bauhof demnächst Gartenmöbel aufstellen, sagt Bürgermeister Werner Weindl. Er findet: „Das Wichtigste ist doch, dass sich für die Kinder nicht viel geändert hat.“

Zu den Querelen zwischen der Gemeinde und dem alten Träger, dem Förderverein der Schulen im Isarwinkel, war es gekommen, nachdem der Verein seine Zweite Vorsitzende als 20-Stunden-Kraft angestellt hatte. Weil sich anschließend ein Defizit ergab, bat man die Gemeinde um finanzielle Unterstützung. Daraufhin wollte die Kommune weiteren Aufschluss über die Finanzen des Vereins, der das wiederum als Zeichen des Misstrauens und der mangelnden Wertschätzung wertete. Kurz vor Weihnachten verkündete die Vorstandschaft dann, die Mittagsbetreuung aufzugeben.

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