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Die Energiezentrale nahe der Schule wurde im vergangenen Jahr gebaut. In der kommenden Woche beginnt die Errichtung des Nahwärmetzes. 

Gemeinde investiert Millionen

Lenggrieser Nahwärmenetz: Arbeiten beginnen

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Rathaus, Bücherei, Alpenfestsaal: Die Gemeinde Lenggries wird heuer mehrere kommunale Liegenschaften an ein neues Nahwärmenetz anschließen. Während der Bauarbeiten ist mit einigen Behinderungen im Dorf zu rechnen.

Lenggries– Die Gemeinde Lenggries setzt in ihren kommunalen Einrichtungen auf erneuerbare Energien. Bis Ende des Jahres soll die neue Hackschnitzelanlage, die nahe der Schule entstanden ist, über ein Nahwärmenetz Liegenschaften wie das Rathaus oder auch die Gäste-Information mit Wärme aus nachwachsendem Rohstoff versorgen. Das lässt sich die Gemeinde einiges kosten: Rund 3,3 Millionen Euro wird in das Projekt investiert. Begonnen wurde bereits im vergangenen Jahr – mit dem Gebäude, in dem die Hackschnitzelanlage und die gesamte Technik untergebracht ist. „Derzeit wird die Installation gemacht“, sagt Bürgermeister Werner Weindl auf Anfrage. Die Arbeiten am Nahwärmenetz seien in der jüngsten Gemeinderatssitzung vergeben worden. „In der kommenden Woche wird damit begonnen“, sagt Weindl.

Als erstes wird das Schulgebäude angeschlossen. Von dort aus erfolgt die Verteilung in den gesamten Komplex mit „Isarwelle“, Mehrzweckhalle und den Containern, in denen die Mittagsbetreuung untergebracht ist. Die aus den 90er-Jahren stammende Ölheizung hat damit ausgedient. Ergänzt wird die Hackschnitzelheizung durch das bestehende, mit Gas betriebene Blockheizkraftwerk, das den Schulkomplex ebenfalls mit Wärme und zusätzlich mit Strom versorgt.

Dann beginnt der eigentliche Bau des Nahwärmenetzes. Über die Geiersteinstraße geht es runter ins Dorf. „Wir werden versuchen, die Rohre möglichst lang im Gehweg zu verlegen“, sagt Weindl. Komplizierter wird die Unterquerung des Dorfbachs. „Das dürfte eine größere Baustelle werden“, vermutet der Bürgermeister. Rathaus, Gäste-Info und das ehemalige Post-Hotel, das die Gemeinde derzeit zu Kindergarten, Mehrzwecksaal, Büros und Wohnungen umbaut, sind dann die ersten Anschlussstationen. „In der Marktstraße wissen wir nicht, ob wir im Gehweg arbeiten können“, sagt Weindl. Hier könnte es also auch zu Behinderungen auf der Straße kommen – vermutlich im Sommer. Beeinträchtigungen wird es auch in der Stefan-Glonner-Straße geben, weil dort die Rohre auf jeden Fall in die Fahrbahn müssen, um auf der anderen Seite dann Bücherei und Alpenfestsaal zu erreichen.

Vorstellbar wäre auch noch der Anschluss der Sparkasse an der Ecke Geiersteinsraße/Karwendelstraße. „Hier sind wir in Gesprächen. Das wäre denkbar, weil das Gebäude auf dem Weg liegt“, sagt der Rathauschef. Mittelfristig wäre es außerdem noch möglich, den Kindergarten zu erschließen – sobald dort die Heizungsanlage erneuert werden müsste. „Wir machen aber schon mal einen Abzweig Richtung Gebhartgasse.“ Da die Straßen sowieso aufgerissen werden müssen, verlegt die Gemeinde zudem noch Leerrohre, die später für Glasfaserkabel und schnelles Internet genutzt werden könnten.

Insgesamt hat sich das Projekt um einige Monate verzögert – allerdings aus einem guten Grund. Das Bewerbungsverfahren für ein neues Förderprogramm nahm einige Zeit in Anspruch. Der Aufwand hat sich allerdings gelohnt. Ursprünglich war die Gemeinde davon ausgegangen, dass es lediglich 200 000 Euro an Zuschüssen gibt. Durch das neue Programm dürfte sich die Förderung nun auf rund 60 Prozent (50 von der EU, 10 vom Freistaat) der förderfähigen Kosten belaufen.

Im Herbst sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, die Liegenschaften am Netz hängen.

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