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Lenggrieser Räte ärgern sich über Anwohner: „Irgendwann muss man einen Punkt machen“

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Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

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Für den Neubau des Lenggrieser Pflegeheims soll die Genehmigungsplanung fertiggestellt werden.
Das Lenggrieser Pflegeheim soll durch einen Neubau ersetzt werden. © Schwarm/Archiv

Erneut ging es in der Lenggrieser Gemeinderatssitzung um den Bebauungsplan fürs geplante Pflegeheim. Erneut gibt es Einwände von Anwohnern.

Lenggries – 21,5 Millionen Euro wird die Gemeinde Lenggrieser laut Kostenschätzung in den Neubau des Pflegeheims an der Karwendelstraße investieren müssen (wir berichteten). Doch nicht nur um die Finanzen ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung, sondern einmal mehr auch um den Bebauungsplan für das Großprojekt. Zweimal lagen die Unterlagen bereits öffentlich aus, ein drittes Mal wird nun folgen.

Zufahrt nach Anwohner-Kritik verändert

Nach der ersten Auslegung hatte es durchaus noch einmal größere Änderungen gegeben. Um Bedenken von Anwohnern Rechnung zu tragen, wurde der Baukörper etwas weiter nach Süden verschoben. Zudem gab es Änderungen bei der Zufahrt für den Lieferverkehr. Dieser soll den Versorgungshof nicht mehr über die Juifenstraße, sondern über einen Durchstich von der Demmeljochstraße anfahren, der ursprünglich nur als Baustellenzufahrt geplant war (wir berichteten).

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Erschließung über Demmeljochstraße ist verkehrsgünstiger

Einigen Anwohnern geht das aber nicht weit genug. Auch während der zweiten Auslegung der Planungen gab es von deren Anwalt Post für die Gemeinde. Die Änderung der Zufahrt sei nicht ausreichend, heißt es. Es sei nicht ersichtlich, warum nicht der gesamte Lieferverkehr von der Karwendelstraße aus erfolgen könne. Letzteres mache keinen Sinn, betonte Bauamtsleiter Ronny Bousseljot, weil dadurch die Gestaltung der Grünflächen und die Aufenthaltsqualität der Bewohner leiden würden. Zudem stelle die Verbindung über die Demmeljochstraße eine bessere Anbindung an die B 13 dar, so der Bauamtsleiter.

Bürgermeister: „Wir bauen das für unsere Bürger, nicht für die Gemeindeverwaltung.“

Roman Haehl (Grüne) ärgerte sich über die Einwände der Anwohner. Er verstehe, dass ein großes Bauvorhaben wie dieses Bedenken auslösen könne. „Und ich finde es okay, wenn man am Anfang seine Bedenken einbringt. Aber irgendwann muss man mal einen Punkt machen.“ Es gehe hier ums Allgemeinwohl. Das betonte auch Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG). „Wir bauen das für unsere Bürger, nicht für die Gemeindeverwaltung.“

Anwohnern sei klar gewesen, dass die Wiese für soziale Zwecke genutzt wird

Eberhard Pichler (FWG) konnte sich dem nur anschließen. Als man anfangs das Kasernenareal als Standort ins Auge gefasst hatt, hieß es, man dürfe die Senioren nicht dorthin abschieben. „Jetzt sagen die Leute im Ort, dass die alten Menschen da nicht wohnen sollen.“ Zumal, ergänzte Anton Leeb (CSU), „es immer klar war, dass die Wiese dort für soziale Zwecke genutzt werden wird“. Anlieger hätten daher den Baugrund verbilligt von der Gemeinde bekommen. „Und jetzt machen sie so einen Wind“, sagte Leeb.

Gemeinde legt Schallschutzgutachten vor

Dass die Anwohner zumindest nicht mit einer übermäßigen Lärmbelästigung rechnen müssen, zeigte das Schallschutzgutachten, das auf Anforderung des zuständigen Sachgebiets im Landratsamt gefertigt wurde. Die zulässigen Werte werden eingehalten, „zum Teil auch deutlich unterschritten“, sagte Bousseljot. Leichte Überschreitungen zeigte das Gutachten lediglich bei den nächtlichen Werten im Bereich des Parkplatzes an der Karwendelstraße – allerdings bestehen die Überschreitungen nur auf dem Papier. „Wir sind davon ausgegangen, dass der Schichtwechsel um 6 Uhr stattfindet“, sagte der Bauamtsleiter. Damit wäre er und der damit verbundene Verkehr noch in die Nachtzeit gefallen. „Tatsächlich ist Schichtbeginn um 6.30 Uhr. Und da gelten die Tagwerte.“

Nun erfolgt die dritte und vermutlich letzte Auslegung des Bebauungsplans, bevor der Satzungsbeschluss ansteht.

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