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Lenggrieser Stiftungsvermögen: Bauen statt anlegen?

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Die Mitglieder des Lenggrieser Gemeinderat überlegen, ob man die Vermögen der drei örtlichen Stiftungen besser einsetzen könnte.

Lenggries – Drei Stiftungen verwaltet die Gemeinde Lenggries seit einigen Jahren. „Das Vermögen hat sich schön entwickelt“, sagte Bürgermeister Werner Weindl in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Auf 4,1 Millionen Euro kommen die drei Stiftungen zusammen. Durch das anhaltend niedrige Zinsniveau halten sich die Ausschüttungen derzeit freilich in eher überschaubaren Grenzen. Deshalb überlegten die Gemeinderäte Thomas Murböck (CSU) und Florian Forstner (Freie Wähler), ob es nicht andere Wege geben könnte.

Die „Hans und Barbara Huber“-Stiftung gibt es seit 2006. Seitdem wurden über 200 000 Euro ausgeschüttet – unter anderem an bedürftige Familien, aber auch an gemeindliche Einrichtungen, wie Kämmerer Michael Wenig erläuterte. Gut 6000 Euro waren es im vergangenen Jahr. Nicht mehr in Anspruch genommen wird die Möglichkeit, zinslose Darlehen zu gewähren, „weil sich die Abwicklung über den Sozialfonds eher anbietet“, sagte der Kämmerer in der Sitzung.

Aus der von Josef und Irmgard Brückl 2010 gegründeten Stiftung flossen im vergangenen Jahr rund 15 000 Euro an die Schule, gemeindliche Einrichtungen und Vereine. Mehr als 80 000 Euro wurden seit Bestehen der Stiftung ausgeschüttet. Mit knapp 6000 Euro unterstützte darüber hinaus die 2011 von Karin und Dr. Ernst F. Schröder gegründete Stiftung bedürftige Familien und Einzelpersonen sowie die Jugend- und Altenhilfe. „Wir sind sehr froh, dass wir die Stiftungen haben – auch wenn die Zinserträge derzeit nicht so hoch sind“, sagte Weindl.

Mieteinnahmen könnten für Stiftungszwecke eingesetzt werden

Das beschäftigte Thomas Murböck. Ob man sich denn schon einmal überlegt habe, auf eine Immobilie als Geldanlage zu setzen, überlegte er. Florian Forstner griff diese Überlegung auf. „Man könnte eine Immobilie bauen und vermieten.“ Die Erlöse könnten dann den Stiftungszwecken entsprechend eingesetzt werden.

Weindl war skeptisch. Das Geld sei momentan mit verschiedenen Laufzeiten angelegt. „Das läuft nach und nach aus. Da bräuchten wir einen Beschluss, dass das, was ausläuft, nicht neu angelegt wird – bis das nötige Vermögen zusammen ist.“ FW-Fraktionschef Günter Haubner teilte die Skepsis. Man könne die Vermögen der drei Stiftungen nicht vermischen, und dann sei die Frage, ob das Kapital einer Stiftung ausreiche, um etwas zu bauen. „Für eine Million kommt man nicht weit“, merkte auch CSU-Fraktionschef Bernhard Simon an. „Das muss man sich schon gut überlegen.“

Forstner ließ nicht locker. „Klar, werden wir kein Riesenmehrfamilienhaus bauen können. Aber eine Doppelhaushälfte in unserem Einheimischenmodell könnte schon drin sein.“ Das Geld aus der Vermietung „könnten wir dann für soziale Zwecke verwenden“.

Zahlreiche Fragen offen

Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn zahlreiche Fragen seien offen, wandte Kämmerer Wenig ein. „Wer baut? Die Stiftung oder die Gemeinde, die einen Kredit von der Stiftung bekommt?“ Zudem müssten Rückstellungen für anstehende Sanierungen und Reparaturen gebildet werden, ergänzte Weindl. „So einfach ist das nicht.“ Murböck wollte dennoch gerne, „dass das alles mal durchgerechnet und dargestellt wird“. Das sicherte der Bürgermeister zu.

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