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Neue Software wird getestet

Lenggrieser Tourist-Info plant neues Angebot: Antworten vom digitalen Butler

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Die Lenggrieser Tourist-Info (TI) testet ein neues Programm. Im Mittelpunkt steht ein digitaler Butler, der auf viele Fragen Antworten liefen soll.

Lenggries– Seit Jahren arbeitet die Gemeinde Lenggries mit der Bayerwald Media GmbH (BWM) in Sachen Gästekarte zusammen. Da lag es auf der Hand, die Kommune zu bitten, Pilotkunde zu werden, „der die Praxistauglichkeit“  einer neuen Software testet, erklärte BWM-Geschäftsführer Wolfgang Brückl in der Gemeinderatssitzung. Konkret geht es um die Einführung eines „Customer Relationship Management“ (CRM) – auf Deutsch: ein Kundenbeziehungsmanagement.

Das sagte vielen Gemeinderäten wenig bis nichts. Deshalb versuchte Brückl, es mit einigen konkreten Beispielen besser zu erklären. Es gehe um die Digitalisierung der Gästebetreuung. Deshalb beinhaltet die Software unter anderem einen „digitalen Concierge oder Butler“, sagte Brückl. Der sorgt dafür, dass die Gäste online praktisch rund um die Uhr Fragen stellen können – und mittels „Chatbot“ Antwort darauf erhalten, auch dann, wenn die TI nicht besetzt ist. Ganz konkret: Der Gast tippt die Frage „Wann hat die Isarwelle geöffnet?“ ein, das Programm erkennt die Frage oder zumindest ein Schlüsselwort und spuckt die passende Antwort aus. Standardisierte Antworten kann die TI vorher festlegen.

Vermieter können digitale Gästemappe anlegen

Der Gast kann sich außerdem ein passwortgeschütztes Profil anlegen. „Entweder kann er dort seine Daten nur für das Meldewesen eingeben“ oder er verrät auch noch einige seiner Interessen, so Brückl. Wenn er beispielsweise gerne golft, wandert und Ski fährt, kann er der TI erlauben, ihm dazu künftig weitere Infos zuzuschicken.

Der dritte Baustein ist für die Vermieter interessant. Sie können mit Hilfe der Software eine digitale Gästemappe zusammenstellen. Alles, was der Urlauber momentan meist in einem kleinen Ordner auf dem Zimmer findet, kann dort zusammengestellt werden: Um wie viel Uhr gibt es Frühstück? Welche Wellnessangebote gibt es im Haus? Wie kommt man am besten zu den Skiliften? „Der Gastgeber kann das alles eingeben und verwenden“, sagte Brückl.

Für TI-Leiterin Ursula Dinter-Adolf ist die Einführung der Software „der nächste Schritt hin zur Optimierung, der nächste Schritt, um weiter voranzukommen“. Stephan Bammer (FW) wollte wissen, welche Konsequenz die Einführung für die einzelnen Vermieter hat. „Müssen die Gastgeber technisch aufrüsten?“ Nein, antwortete Brückl. „Genau wie für den Zugang zum elektronischen Meldewesen braucht man nur einen PC und einen Webzugang.“ Wenn nun ein Vermieter weder das eine noch das andere habe – was sei dann, fragte Hans Proisl (FW). Diese Fälle gebe es kaum, antwortete Dinter-Adolf. „Wir reden hier über eine Zahl im einstelligen Bereich.“ Zudem sei es bislang immer noch gelungen, irgendeine Lösung zu finden.

Lenggrieser Tourist-Info: Neue Leistungen für die Gästekarte

Peter Gascha (FW) nutzte die Gelegenheit, um bei Dinter-Adolf mal nachzuhören, wie es eigentlich generell mit der Gästekarte und der Gästekarte plus läuft. „Entwickeln wir da die Angebote weiter?“ Ja, laufend, antwortete die TI-Chefin. Gerade sei ein weiterer E-Bike-Verleih mit in die Leistungen aufgenommen worden. Auch der Besuch des Kochler Franz-Marc-Museums sei nun mit dabei. „In Kürze kommen noch das Campendonk- und das Bergwerksmuseum in Penzberg dazu“, sagte Dinter-Adolf. „Wir haben gezielt nach Sachen gesucht, die wir unseren Gästen in Schlechtwetterphasen anbieten können.“ Die TI bleibe hier „ständig am Ball. Wir sind extrem gut aufgestellt“.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, als Pilotkunde die Software zu testen und bei der Weiterentwicklung zu helfen. Ein Jahr dauert die Testphase. Die Software wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Ganze hängt allerdings noch an einer Zuschusszusage. Bayerwald Media hat Mittel aus dem „LIFT“-Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums beantragt. Es sehe gut aus, sagte Brückl, aber die endgültige Bewilligung fehlt noch.

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