Skifahrer sitzen im Sessellift am Brauneck.
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Ski-Tourismus fiel im Winter 20/21 der Pandemie zum Opfer. Die Lenggrieser Tourist-Info plant bereits für die Zukunft.

Interview mit Ursula Dinter-Adolf

Lenggrieser Tourist-Info will auf alles vorbereitet sein

Normalerweise würde in den Wintermonaten das Geschäft in Lenggries brummen. Doch wegen Corona ist weiterhin alles anders. Urlaubsgäste sind nicht erlaubt, über die Weihnachtsfeiertage blieb sogar zum ersten Mal überhaupt die Tourist-Info komplett geschlossen. Herrscht ohne Urlaubsgäste Langweile in der Tourist-Info? Kurier-Mitarbeiter Patrick Staar sprach darüber mit Leiterin Ursula Dinter-Adolf.

Was macht eine Tourist-Info ohne Touristen?

Arbeiten – und zwar mit Hochdruck (lacht). Wir sind an etlichen neuen Projekten dran. Bei uns läuft die gesamte Planung für 2021. Wir arbeiten am Veranstaltungsprogramm und versuchen alles möglichst Corona-konform zu gestalten. Damit wir nicht mehr – wie im vergangenen Sommer – kurzfristig alles umschmeißen müssen.

Bei so unsicheren Rahmenbedingungen ist die Planung vermutlich nicht einfach?

Klar. Wir wissen, dass wir Dinge planen – und doch alles ganz anders kommen kann. Auf der anderen Seite können wir nicht abwarten und nichts tun. Unser Ziel ist ganz klar: Auf alles Mögliche vorbereitet sein. Parallel dazu wollen wir unsere Gastgeber informieren und technische Neuerungen umsetzen.

Welche Neuerungen planen Sie?

Wir planen zum Beispiel eine digitale Gästemappe. Die scheinbare Ruhe trügt also (lacht).

Planen Sie ausschließlich kleine Veranstaltungen oder sind auch etwas größere angedacht?

Bei Großveranstaltungen ist relativ offen, was möglich sein wird. Daher verzichten wir für 2021 erst mal auf diese Planung. Wir konzentrieren uns auf das reguläre Gäste-Programm: Wanderungen, Veranstaltungen mit Familien und Kindern.

Gastgeber gehen verantwortungsbewusst mit den Bedingungen um

Wie viele Gäste sind momentan überhaupt noch in Lenggries?

Es gibt einige wenige Übernachtungen, zum Beispiel aus beruflichen Gründen. Das muss dann entsprechend nachgewiesen werden.

Wie viele Häuser stehen für solche Übernachtungen überhaupt noch offen?

Das hängt von der Struktur ab. Große Häuser haben zum Teil zu. Das Arabella Brauneckhotel zum Beispiel hat definitiv bis zum 14. Februar geschlossen, weil sie einen enormen Personalaufwand haben. Wenn jemand bei kleineren Vermietern aus beruflichen Gründen übernachten möchte, ist das leichter möglich. Es ist ein Unterschied, ob man ein Haus mit 200 Betten hat oder ob man eine Ferienwohnung betreibt. Das kann man nicht über einen Kamm scheren.

Mit welchen Sorgen wenden sich die Vermieter an Sie?

Es geht in erster Linie um fachbezogene Themen. Für etliche ist der fehlende Umsatz sehr, sehr schwer zu stemmen. Ich hoffe, dass alle gut durch die schwere Zeit kommen und dass uns alle erhalten bleiben.

In Lenggries sind immer wieder Autos mit auswärtigen Kennzeichen zu sehen. Einige spekulieren, dass mancher Vermieter trotz Verbot weiterhin Urlauber beherbergt. Wie ist Ihr Eindruck?

Es ist richtig, dass Autos mit Kennzeichen nicht gerade aus der näheren Umgebung unterwegs sind. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass unsere Gastgeber mit den Bedingungen verantwortungsbewusst umgehen. Es gibt immer wieder Vermieter, die bei uns anfragen, ob eine Übernachtung zulässig ist – oder nicht. Gegebenenfalls stellen wir den Kontakt zu übergeordneten Stellen her, damit solche Fragen geklärt werden können.

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