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Selfie in Finnland: Andrea Knabner und Freund Bastian Sausner.

Lenggrieserin tourt durch die Welt

Von Eishalle zu Eishalle

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Lenggries - Es gibt Leute, die sammeln Briefmarken. Oder Bierdeckel. Andrea Knabner sammelt Eisstadien. Die Lenggrieserin hat weltweit schon 120 Arenen besucht.

Ihren 100. „Ground“ wird Andrea Knabner so schnell nicht vergessen: Es war in Neuwied, „wir wurden mit offenen Armen von den Leuten dort empfangen“, sagt die 25-Jährige. „Kurz darauf ging der Verein insolvent. Das hat mich schon sehr getroffen.“

Geschichten wie diese hat die Lenggrieserin, die mittlerweile in Freiburg lebt, viele auf Lager. Denn sie ist „Icehopperin“. Unter diesem Begriff verstehen sich Eishockey-Fans, die versuchen, so viele Stadien wie möglich zu besuchen. Im Fußball ist das als „Groundhopping“ bekannt. Daher verwenden auch die Icehopper für jede besuchte Arena den Begriff „Ground“.

Andrea Knabner ist schon lange Eishockey-Fan. Icehopper wurde die gelernte Bäckereifachverkäuferin aber erst gemeinsam mit ihrem Freund Bastian Sausner. „Wir haben Freunde in ganz Deutschland, darunter einige Icehopper. So sind wir reingerutscht.“

Von da an wurden eigene Touren geplant, vor zwei Jahren etwa durch Tschechien. „Dabei haben wir fünf Stadien besucht.“ 2014 folgten drei weitere Grounds in den USA. Auch nach Russland zur Weltmeisterschaft und nach Lettland für die Olympia-Qualifikation verschlug es die beiden Eishockey-Begeisterten. Inzwischen hat Knabner etwa 120 Stadien in über zehn Ländern besucht. Ihr Freund liegt schon bei 200.

Einen der letzten Grounds besuchten die beiden kürzlich in Finnland. Sie besuchten dort ein Spiel unter freiem Himmel. „Die Eisfläche war mitten in einem Park“, sagt Knabner. Etwa 20 oder 30 weitere deutsche Fans – vermutlich auch Icehopper – ließen sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen, einen ganz besonderen Stadionpunkt zu sammeln.

Icehopper unter sich: Die Begeisterung für den Eishockeysport eint die Fans auf der ganzen Welt.

Für die Icehopper gelten aber auch Regeln: „Man muss in einem Stadion 31 Minuten lang ein Spiel angeschaut haben, nur dann hat man den Ground komplett.“ Sich daran zu halten, ist Ehrensache, überprüfen kann dies natürlich niemand. „Ich denke aber, die meisten halten sich daran. Am Ende muss es jeder mit sich selbst ausmachen.“ Meistens versucht sie, sich höherklassige Spiele anzusehen. Manchmal – wie in Ljubljana – sind es aber auch nur Hobbyspiele vor 30 Zuschauern.

Das schönste Erlebnis hatte Andrea Knabner bislang in Santa Clara, Kalifornien. Dort besuchte sie ein Eishockeyspiel in einem Football-Stadion. 60 000 Leute sorgten für Gänsehaut. „Das war wahnsinnig toll, ein absolutes Highlight, das mir keiner mehr nehmen kann“, schwärmt sie. Auch wenn manche Hallen, wie die „Kartoffelhalle“ in Erfurt, alt und etwas heruntergekommen sind: „Die Leute sind überall nett.“

Das macht für die Lenggrieserin den Reiz aus: „Leute kennenzulernen, Freunde zu sehen, die ich sonst nicht so oft sehe.“ Aber natürlich auch, andere Städte zu erkunden, Kultur, Kulinarik und Sehenswürdigkeiten stehen ebenfalls auf dem Programm. „Es ist schön, mal wo anders zu sein, dort Party zu machen, sich mit anderen Menschen zu unterhalten. Ich bin gerne unterwegs.“

Auf einer Facebook-Seite tauschen sich die Icehopper untereinander aus. So kommt Andrea Knabner auch einmal an Karten für Spiele, die eigentlich schon ausverkauft sind. Etwa für das Winter-Game der DEL im Fußballstadion in Sinsheim. Dort war sie natürlich auch vor Ort und traf andere Icehopper-Kollegen.

Für dieses Jahr ist noch nichts Konkretes geplant. „Aber vielleicht fahren wir an der amerikanischen Ostküste entlang und besuchen dort ein paar Stadien.“ Denn ihr größter Wunsch ist es, einmal in New York im Madison Square Garden ein Spiel gesehen zu haben. Dieser wird in den nächsten Jahren abgerissen. „Ich möchte dort noch unbedingt hin. Es wäre schön, wenn wir das hinkriegen.“

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