Wünschen sich, dass die Kastanie am Pflegeheim stehen bleibt: Jona, Emma (beide im Baum), Stella (li.), Leni (hinten re.) und Lisa, die die Unterschriftensammlung angestoßen hat.
+
Wünschen sich, dass die Kastanie am Pflegeheim stehen bleibt: Jona, Emma (beide im Baum), Stella (li.), Leni (hinten re.) und Lisa, die die Unterschriftensammlung angestoßen hat.

Baum muss Neubau weichen

Lisa (9) sammelt Unterschriften für Erhalt der Lenggrieser Kastanie

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
    schließen

Die große Kastanie auf dem Areal des Lenggrieser Pflegeheims ist ein beliebter Spielort für Kinder. Dass der Baum nun dem Neubau des Heims weichen soll, sorgt für Kritik. Erneut werden Unterschriften gesammelt.

Lenggries - Die Gemeinde Lenggries plant den Neubau des Pflegeheims. Weichen für die neuen Gebäude muss eine große Kastanie auf dem Areal. Bereits im Herbst regte sich dagegen Widerstand. Anwohner überreichten im Rathaus zwei Unterschriftenlisten, um für den Erhalt des Baums zu kämpfen (wir berichteten). Nun gibt es eine erneute Unterschriftensammlung, dieses Mal angestoßen von der neunjährigen Lisa Simon.

„Die Aktion ging wirklich von meiner Tochter aus. Sie hat gefragt, ob sie Unterschriften sammeln darf – und natürlich durfte sie das“, sagt Mama Claudia Simon. Lisa erstellte Unterschriftenlisten und zog los. Der Baum diene den Kindern zum Klettern und Spielen. Im Herbst sammeln dort alle Kastanien auf, sagt die Mutter.

Unterschriften sollen Bürgermeister Stefan Klaffenbacher übergeben werden

Drei bis vier Listen seien bereits voll, schätzt die Mama. Dazu hat Lisa auch noch Handzettel gemalt, die den Kastanienbaum zeigen. Als sie Freunden und Kindern in der Nachbarschaft von ihrer Idee erzählte, „waren die Feuer und Flamme und haben gleich mitgemacht“, sagt Claudia Simon.

Rathauschef sieht keine Möglichkeit, den Baum zu erhalten

Geplant ist, die Listen an Bürgermeister Stefan Klaffenbacher zu übergeben. Der hat von der Sammlung schon gehört, macht aber wenig Hoffnung. „Ich weiß, dass Bäume immer eine Herzenssache sind, aber wir werden die Kastanie nicht stehen lassen können“, sagt er. Dafür müsste nämlich der gesamte Neubau verschoben werden, das sei nicht machbar. Er verspricht aber, dass nach Abschluss der Bauarbeiten die Gartenanlage so bepflanzt wird, dass sie auch für die Kinder, die in der Nähe wohnen, wieder ein Anziehungspunkt ist. „Wir wollen ja, dass alt und jung dort zusammen Zeit verbringen“, sagt Klaffenbacher.

Lesen Sie auch: Pandemie stellt Blinde vor besondere Herausforderungen: „Man wird einfach angefasst“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare