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130 Autoreifen zerstochen: Bei der Serie im Sommer richtete der Täter Schaden in Höhe von 100 000 Euro an.

„Man kann nicht einfach einen einsperren“

Lenggrieser Reifenstecher schlägt wieder zu

Hat der Reifenstecher von Lenggries wieder zugeschlagen? Der Name des Verdächtigen ist der Polizei bekannt. Sie sieht aber keine Möglichkeit, ihn vorbeugend dingfest zu machen.

Lenggries Erneut aktiv geworden ist der Täter in der Nacht zum Freitag. Im Tatzeitraum von 20 Uhr abends bis 8.30 Uhr früh schlitzte er an drei Fahrzeugen auf dem P+R-Parkplatz am Lenggrieser Bahnhof die Reifen auf und zerkratzte den Lack. Der Schaden wird mit rund 3000 Euro angegeben.

Wie die Polizei schreibt, ist der 41-jähriger Mann aus dem Südlandkreis dringend der Tat verdächtig, der erst jüngst nach einer Serie von Fällen in flagranti erwischt worden war.

Über Monate hinweg hatte der Mann die Autobesitzer der Brauneckgemeinde buchstäblich terrorisiert. Er hatte 130 Mal, oft mehrmals in einer Nacht, zugeschlagen und einen Sachschaden in Höhe von 100 000 Euro angerichtet. Die Polizei hatte den richtigen Mann in Verdacht und ihn observiert, konnte ihn aber nicht dingfest machen. Es gab keine verwertbaren Spuren.

In einer Nacht Anfang Oktober wurde er von einem 64-jährigen Anwohner der Lenggrieser Marktstraße bei einer weiteren Reifenstecherei beobachtet. Der Zeuge betätigte den Notruf. Die herbeieilende Polizeistreife ertappte ihn in der nahe gelegenen Herwarthstraße in flagranti bei einer weiteren Tat und nahm ihn fest. Der 41-Jährige leistete keinen Widerstand.

Der Mann war aber kurz darauf wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft sah die rechtlichen Voraussetzungen für einen Haftbefehl nicht gegeben. Dadurch, dass der Täter einen festen Wohnsitz habe, bestehe keine Fluchtgefahr.

Just dieser 41-Jährige wird nun im aktuellen Lenggrieser Fall erneut dringend verdächtigt. Polizeihauptkommissar Andreas Loeffler hat viel Verständnis für die Betroffenen und den Unmut in der Bevölkerung. Die Situation sei aber nicht leicht. „Man kann nicht so einfach einen einsperren, ein Haftbefehl stellt einen hohen Rechtseingriff dar“. Ein Verdacht sei zudem keine Beweisführung. Um den Verdächtigen zu überführen, wird derzeit auf Hochtouren ermittelt. Die Polizei bittet unter der Telefonnummer 0 80 41/76 10 60 auch um Zeugenhinweise.

Interessant am Rande: Schon im Oktober war Vermutungen geäußert worden, der 41-Jährige könne auch für eine ähnliche Tatserie in Geretsried verantwortlich sein. Der Zusammenhang wurde von der Polizei nicht offiziell bestätigt. Verblüffend ist, dass nicht nur die Tölzer Polizei gestern von erneuten Reifenstechereien berichtet, sondern auch die Geretsrieder Inspektion. Im Bereich Isardamm wurden an drei Autos die Pneus zerstochen.

Von Christoph Schnitzer

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