Die jetzige Zufahrt soll künftig nur noch die Ausfahrt sein. Die Zufahrt erfolgt von Norden in einer Einbahnregelung.
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Die jetzige Zufahrt soll künftig nur noch die Ausfahrt sein. Die Zufahrt erfolgt von Norden in einer Einbahnregelung.

Wegen prekärer Situation an schönen Tagen

Mehr Parkflächen am Sylvenstein: Gemeinde vergrößert Stellplatz an der Wasserwacht für 460 000 Euro

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Die Gemeinde Lenggries plant heuer einiges an Investitionen. Beispielsweise stehen 460 000 Euro für die Neugestaltung des Parkplatzes an der Wasserwacht am Sylvenstein im Haushalt.

  • Weil die Ausflügler an schönen Tagen sogar im FFH- oder im Naturschutzgebiet parken, sollen die Stellflächen am Sylvenstein deutlich erweitert werden.
  • Fläche soll dreimal so groß werden wie jetzt.
  • Ein erheblicher Kostenfaktor ist die Verkehrsanbindung des Parkplatzes.

Lenggries – Fast eine halbe Million Euro für mehr Parkflächen ein Sylvenstein: Ein Betrag, der in dieser Höhe den einen oder anderen überrascht haben dürfte. Aber tatsächlich sind die geplanten Maßnahmen der Gemeinde Lenggries umfangreich.

Die Parkplatzsituation an schönen Tagen am Speichersee ist prekär. Obwohl entlang der Bundesstraße 307 zwischen Fall und Vorderriß vor einiger Zeit umfangreich beschildert wurde, wo geparkt werden darf, reiht sich an Bade- oder Wandertagen ein Auto ans andere. Geparkt wird dann auch verbotenerweise im FFH- oder im Naturschutzgebiet. Um genau das zu verhindern, möchte die Gemeinde die Kapazitäten an der Wasserwachthütte erheblich ausbauen. „Er soll etwa dreimal so groß werden, wie er jetzt ist“, sagt Bürgermeister Stefan Klaffenbacher auf Anfrage. Dafür müsste die Fläche aber komplett hergerichtet werden. „Aktuell ist es eine Wiese, diese müsste mit einer tragfähigen Kiesschicht aufgefüllt werden, um das Parken zu ermöglichen.“

Der Parkplatz an der Wasserwacht am Sylvensteinsee soll deutlich vergrößert werden. Etwa dreimal so viele Stellplätze wie jetzt sollen entstehen.

Ein erheblicher Kostenfaktor ist die Verkehrsanbindung des Parkplatzes. „Die aktuelle Situation ist in Verbindung mit einer Vergrößerung des Parkplatzes zu gefährlich, die Anbindung an die B 307 müsste in diesem Fall verbessert werden“, so Klaffenbacher. Momentan gibt es nur eine sehr schmale, abschüssige Zufahrt, die in einer engen Kurve von der Bundesstraße abgeht. Für eine höhere Frequenz ein- und ausfahrender Autos ist sie auf keinen Fall ausgelegt. Für die Zukunft sei eine Einbahnstraßenregelung vorgesehen, erklärt der Bürgermeister. Die Zufahrt würde von Norden her erfolgen – etwa auf der Höhe der gegenüberliegenden Einfahrt zum „Jäger von Fall“. Die Ausfahrt bleibt an der aktuellen Stelle bestehen, soll aber so ausgebaut werden, dass „eine sichere Ausfahrt auf die B 307 gewährleistet werden kann“, so Klaffenbacher.

Angeschafft werden müssen für den Parkplatz zudem Kassenautomaten. Unter Umständen wird auch über eine Schrankenlösung nachgedacht, „wenn dies Sinn macht“, so der Rathauschef.

Toilette für Ausflügler bei der Wasserwacht

Im Umfeld soll die Infrastruktur für Ausflügler ebenfalls verbessert werden. So soll bei der Wasserwacht ein WC installiert werden, „um den vielen Gästen eine Möglichkeit für einen Toilettengang bieten zu können“. Vor allem dieser Punkt hatte im vergangenen Sommer, in dem viele Gäste an den Sylvenstein strömten, für Ärger gesorgt. Faller Anwohner berichteten von Fäkalien, die sich überall in der Natur, mitunter auch in Vorgärten, fanden (wir berichteten).

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Immer beliebt war der Grillplatz nahe der Wasserwachthütte. Er ist im Prinzip die einzige Möglichkeit, legal im dortigen Bereich Feuer zu machen und zu grillen. Beides ist außerhalb der Fläche verboten. Der Grillplatz soll laut Klaffenbacher wieder hergerichtet und auch weiterhin gepflegt werden. „Dies alles führt zu Kosten in der geschätzten Höhe, wobei wie gesagt Hauptkostenpunkte das Vorbereiten der Parkfläche und die Herstellung der nördlichen und die Verbesserung der südlichen Zufahrtssituation sind.“

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Wann der Ausbau umgesetzt werden soll, ist derzeit nicht ganz klar. Es müssten noch einige Punkte mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim geklärt werden, so Klaffenbacher. „Sobald Einigkeit herrscht, können wir mit der Planung beginnen und hoffentlich im Sommer mit einer Umsetzung. Hier ist es noch zu früh, um eine konkrete Aussage zu treffen.“

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