Ansicht des Lenggrieser Rathauses
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Für die Sanierung des Dachgeschosses müssen die Bäume gefällt werden. Nach Abschluss der Arbeiten soll neu gepflanzt werden.

Großbaustelle geplant

Mehr Platz unterm Dach für Lenggrieser Rathaus

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Die Großbaustelle im ehemaligen Hotel Post ist auf der Zielgeraden. Doch zwei Häuser weiter steht für die Gemeinde schon die nächste an: Im Lenggrieser Rathaus wird das oberste Geschoss ausgebaut, und dazu muss unter anderem das komplette Dach abgenommen werden – unter laufendem Betrieb in der Verwaltung.

Lenggries – Im Lenggrieser Rathaus ist es eng. Weitere Büros sind dringend notwendig. Das ist kein neues Problem. Tatsächlich hatte der Gemeinderat schon 2003 den Umbau des Dachgeschosses beschlossen, aber nicht umgesetzt. Im vergangenen Jahr erneuerte das Gremium diesen Beschluss. Und heuer soll das Projekt nun tatsächlich realisiert werden – auch weil das Dach selbst mittlerweile in die Jahre gekommen ist. Den aktuellen Sachstand gab’s in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Der Dachaufbau wird einmal komplett abgenommen und durch einen zeitgemäßen Dachstuhl samt Dämmung ersetzt. Die Pläne sehen unter anderem ein durchgehendes Satteldach mit jeweils vier Gauben auf der Süd- und Nordseite vor. Sechs Büros könnten so im obersten Stock des viergeschossigen Gebäudes entstehen, sagt Karl Ertl, Leiter des Technischen Bauamts. Das Dach bei laufendem Verwaltungsbetrieb zu entfernen, sei aber natürlich eine Herausforderung, so Ertl.

Fotovoltaikanlage wegen Denkmalschutz nicht erwünscht

Als erstes muss der Server umziehen, der sich derzeit unter dem Dach befindet. Untergebracht werden soll er in Absprache mit der IT-Abteilung im zweiten Stock in dem Raum, der im Moment als Küche genutzt wird. Dann müssen noch die Bäume auf der Südseite des Rathauses gefällt werden, damit die Baustelleneinrichtung möglich ist und der Kran aufgestellt werden kann. „Nach Abschluss der Baumaßnahme wird das aber wieder bepflanzt“, sagte Kämmerer Michael Wenig in der Gemeinderatssitzung. Möglicherweise verzichtet man bei der Gestaltung der kleinen Grünfläche an der Bahnhofstraße aber auf Bäume, denn diese verdunkeln schon jetzt die Büroräume auf der Südseite. Wie eine historische Aufnahme des Rathauses beweist, die in der Sitzung gezeigt wurde, standen auch in früheren Zeiten keine Bäume auf dieser Seite des Rathauses.

Angedacht war im Zuge des Umbaus auch, eine Fotovoltaikanlage aufs Dach zu setzen. Hier habe aber die untere Bauaufsichtsbehörde mitgeteilt, dass derartige Anlagen auf denkmalgeschützten Hauptgebäuden nicht erwünscht und lediglich auf Nebengebäuden vorstellbar sind, so Ertl.

Geplant ist ein barrierefreies Bürgerbüro im Erdgeschoss

Verbessert werden soll aber die Barrierefreiheit im Rathaus – durch einen Aufzug. Auch der ist nicht einfach unterzubringen. Pläne, ihn außen an der Westfassade anzubauen, wurden verworfen. Machbar erscheint der Einbau eines Plattformlifts im Bereich des jetzigen Treppenhauses, mit dem zumindest das erste Obergeschoss und der historische Sitzungssaal erreicht werden können. Angedacht ist zudem, im Erdgeschoss ein barrierefreies Bürgerbüro einzurichten. Die stark frequentierten Büros von Einwohnermelde- und Sozialamt hatte die Gemeinde bereits vor Jahren ins Erdgeschoss verlegt, damit sie für die Bürgerinnen und Bürger leichter zu erreichen sind.

Kosten wird der gesamte Rathaus-Umbau rund 935 000 Euro. Für die energetische Dachsanierung gibt es aber Fördermittel. Die Gemeinde darf laut Kämmerer Wenig mit einem Zuschuss in Höhe von rund 330 000 Euro rechnen.

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