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Wetterkapriolen

„Mehr Schnee als im ganzen Winter“

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Es wirkt, als hätte der Winter einiges aufzuholen: Mitten im April meldet sich im Tölzer Land der Schnee zurück – mit allerlei Begleiterscheinungen: Lawinengefahr, Schnee-Osterhasen am Brauneck und Besucherflaute am Blomberg.

Lenggries/Wackersberg– Ein Wintereinbruch zu Ostern hat den Isarwinkel überrascht. Einiges an Neuschnee gab es am Osterwochenende beispielsweise am Brauneck. „Ich glaube, es ist mehr Schnee gefallen als im ganzen Winter“, sagt Hubs Walther, Wirt der Tölzer Hütte. Skifahren kann man zwar nicht mehr, weil die Lifte schon geschlossen sind, viele nutzten das Winterwetter aber zu einem Spaziergang am Brauneck. Und die Kinder bauten kurzerhand eben keinen Schneemann, sondern einen Schneehasen.

Zur Unzeit kommt der Wintereinbruch aus Sicht von Hannes Zintel. „Es ist wirklich jammerschade, dass das gerade jetzt sein muss“, sagt der Betriebsleiter der Blombergbahn. Wegen des schlechten Wetters blieb die Bahn am Ostersonntag sowie am Dienstag geschlossen, auch an diesem Mittwoch ist kein Betrieb – eine Zwangspause mitten in einer Zeit, die eigentlich satte Einnahmen bringen sollte. „Die vier Tage von Karfreitag bis Ostermontag und überhaupt die zwei Wochen Osterferien sind für uns sehr wichtig“, sagt Zintel. Zwar sei er schon daran gewöhnt, dass das Wetter zu Ostern mittelprächtig ist. „Aber laut unserer Statistik gibt es eigentlich alle fünf Jahre tolles Osterwetter – diese fünf Jahre wären jetzt schon wieder rum.“

Immerhin: Der „Blombergblitz“ als Schlechtwetter-Variante werde noch angenommen. Neue Lust auf Wintersport komme bei den Gästen angesichts der neuen Schneefälle aber keine auf. „Für die Winterrodelbahn ist die Nachfrage bei so einem nassen Schnee gleich null.“

Auch am Brauneck gibt es keine Neuauflage der Skisaison: Alle Lifte und Abfahrten sind geschlossen. Und wie wär’s mit ein wenig Skitourengehen? Sabine Rest, Vorsitzende des Lenggrieser Alpenvereins, winkt ab. „Ich habe meine Ausrüstung schon weggepackt“, sagt sie. Der Tölzer Paul Schenk, Vorstandsmitglied der Tölzer Bergwacht, dagegen wollte am Dienstag noch einmal aufs Brauneck aufbrechen.

Er weiß aber auch um die Risiken, die es derzeit zu beachten gilt. „Die Lawinengefahr ist schlagartig von Stufe 1 auf 3 gestiegen“, sagt er. Dies gelte „überall, nicht nur im Karwendel“, und zwar durchaus auch in tieferen Lagen. „Der neue, nasse Schnee, der direkt auf den Grund gefallen ist oder auch auf Altschnee – das ist nicht zu verachten“, warnt Schenk. An der Messstation am Schrödelstein sei die Schneehöhe über Nacht von 25 auf 70 Zentimeter gestiegen. Schenk rät Wanderern und Skitourengehern, achtsam zu sein, dass sie nicht wegrutschen, und bei der Tourenplanung sowie bei der Ausrüstung an die aktuelle Gefahrenlage zu denken.

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