+
Beim Brand in einer Wohnung in Lenggries entstand erheblicher Sachschaden.

Bilanz des Osterwochenendes 

Mehrere Brände: Einsatzreiches Wochenende für die Feuerwehr im Tölzer Land

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
    schließen

Für die Feuerwehren im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen  war es ein arbeitsreiches Wochenende: 14 Einsätze gab es zwischen Karfreitag und Ostersonntag. Unter anderem brannte in Lenggries eine Wohnung aus.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Rund 50.000 Euro Sachschaden entstand wie berichtet  am Ostersonntag gegen 8.15 Uhr beim Brand einer Wohnung an der Lenggrieser Sonnleitenstraße.  Ausgegangen war das Feuer offenbar vom Fernseher im Wohnzimmer einer 78-Jährigen. Aufmerksame Nachbarn  hatten die Frau aus ihrer Wohnung geholt und den Notruf gewählt. Die Lenggrieser Feuerwehr rückte mit 50 Einsatzkräften an. „Wir sind mit zwei Trupps über das Treppenhaus und mit der Drehleiter über den Balkon in die Wohnung“, schildert Kommandant Hans Willibald. 

Die Feuerwehr, die etwa eineinhalb Stunden im Einsatz war, hatte das Feuer rasch unter Kontrolle. „Das Zimmer ist aber komplett ausgebrannt“, sagt Hans Willibald. Die Seniorin blieb unverletzt.

14 Einsätze für die Feuerwehr über das Osterwochenende

Der Lenggrieser Brand war nur einer von 14 Einsätzen, die die Feuerwehr im Landkreis seit Karfreitag in Atem gehalten hatten. „Das ist schon eine erhebliche Anzahl“, sagt Kreisbrandrat Alfred Schmeide. „Ungewöhnlich ist auch, dass es zwei Dachstuhlbrände an einem Tag gab.“ Zu diesen rückten die Feuerwehren am Karfreitag aus. Wie berichtet war um kurz vor 15 Uhr der Brand im Anbau eines als Ferienhaus genutzten Anwesens an der Walchenseer Seestraße gemeldet worden. Als die Rettungskräfte eintrafen, stand der Dachstuhl des Anbaus bereits in Flammen. Den Feuerwehrleuten gelang es, ein Übergreifen des Feuers auf das eigentliche Wohnhaus zu verhindern. Der entstandene Sachschaden beträgt laut Polizei aber dennoch etwa 100 000 Euro.

Der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim übernahm noch vor Ort die ersten Ermittlungen zur Brandursache. Die könnte im Betrieb einer offenen Feuerstelle und davon ausgehendem Funkenflug zu suchen sein. Inwieweit sich das bestätigt, werden die weiteren Untersuchungen der Kripo zeigen.

Am Freitagabend brach dann ein Feuer in einem 200 Jahre alten Holzhaus am Sonderhamer Weg im Münsinger Ortsteil Degerndorf aus. Der entstandene Sachschaden wird hier auf 400 000 Euro geschätzt. Aussagen zur Brandursache – auch hier ermittelt die Kripo – können derzeit nicht getroffen werden.

Kreisbrandrat lobt die „hervorragende Disziplin der Einsatzkräfte“

Dazu kamen über das ganze lange Osterwochenende noch einige weniger aufwendige Einsätze. „Die Arzbacher Feuerwehr hatte ein kleineres Feuer im Freien“, sagt Schmeide. Die Tölzer rückten am Samstagabend aus, weil die Brandmeldeanlage der Realschule ausgelöst hatte. Ein am Freitag gemeldeter Fettbrand in der Küche eines Mehrfamilienhauses an der Buchener Straße entpuppte sich vor Ort als angebranntes Essen. Dazu kamen Tragehilfen für den Rettungsdienst in Reichersbeuern und Deining, die Sicherung von Gegenständen in Linden, ein First-Responder-Einsatz in Beuerberg, eine Wohnungsöffnung in Wolfratshausen, verschiedene Erkundungsfahrten nach Brandgeruch in Wolfratshausen und Geretsried sowie auslaufende Betriebsstoffe, um die sich die Heilbrunner Feuerwehr kümmern musste.

Ein Anliegen ist es dem Kreisbrandrat, sich „für die hervorragende Disziplin bei allen Einsatzkräften herzlich zu bedanken. Wir beweisen damit, dass wir auch in den schwierigen Zeiten unsere Einsatzbereitschaft aufrechterhalten können“, sagt er.

Die meisten Feuerwehren haben mittlerweile Masken

Das Thema Corona spielt natürlich auch bei den Einsätzen eine Rolle. Viele Feuerwehren seien glücklicherweise durch die Unterstützung der Gemeinden mittlerweile mit Masken ausgestattet, sagt der Kreisbrandrat. Zudem gebe es die Empfehlung, die Einsatzfahrzeuge „nicht ganz so eng zu besetzen. Vor Ort sollte darauf geachtet werden, eine Blockbildung zu vermeiden“, so Schmeide. Es sei aber auch klar, dass „es im Stress eines Einsatz nicht einfach ist, das alles immer umzusetzen“.

In Bad Tölz hat ein Blitz einen Dachstuhlbrand verursacht. Es folgte ein Großeinsatz - die Bewohner des Mehrfamilienhauses wurden evakuiert.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tölz live: Noch immer viel Wasser in der Loisach
Kleiner Blechschaden da, großer Stau dort, eine Gewitterfront zieht an, ein tolles Konzert startet in Kürze. Hier gibt‘s unseren Newsblog direkt aus der Redaktion.
Tölz live: Noch immer viel Wasser in der Loisach
Bauarbeiten auf der B13 südlich von Lenggries leicht in Verzug
Wer im Karwendel wandern geht, sollte seine Tour besonders gut planen. Denn abends könnte ihm auf der B13 der Rückweg nach Lenggries abgeschnitten sein.
Bauarbeiten auf der B13 südlich von Lenggries leicht in Verzug
Anwohner laufen Sturm gegen neue BOB/BRB-Züge - „Das ist infernalischer Lärm“
Die neuen Lint-Züge, die seit Mitte Juni unter dem Namen Bayerische Regiobahn (BRB) durchs Oberland fahren, rauben vielen Gmundern Schlaf und Nerven. Der Grund ist …
Anwohner laufen Sturm gegen neue BOB/BRB-Züge - „Das ist infernalischer Lärm“
Alpakas: Kuschelige Stresskiller
Wegen der Corona-Krise wird in den Sommerferien wohl vermehrt auf große Auslandsreisen verzichtet und Urlaub daheim gemacht. Deshalb bieten wir in der Serie …
Alpakas: Kuschelige Stresskiller

Kommentare