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Nicht immer flüssig, aber immer nach vorne: Michaela Wenig, Deutsche Meisterin in Abfahrt und Super-G, verschwendet noch keinen Gedanken ans Aufhören. 

Interview

Michaela Wenigs Winterbilanz: „Wieder ein kleiner Schritt nach vorne“

Die besten Weltcup-Resultate ihrer Karriere erreichte die Lenggrieser Skifahrerin Michaela Wenig im vergangenen Winter. Im Interview zieht sie Bilanz.

Lenggries – Der große Durchbruch war die zu Ende gehende Skisaison 2017/18 für die Lenggrieser Ski-Rennläuferin Michaela Wenig sicher nicht. Dennoch hat sie gerade zuletzt bei den Deutschen Meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen mit ihren Siegen in der Abfahrt und im Super-G eindrucksvoll bestätigt, dass sie hinter Victoria Rebensburg die zweitbeste Deutsche in den schnellen Disziplinen ist. Im Riesenslalom wurde sie Dritte. Auch konnte die 25-Jährige im Lauf des Winters mehrfach die besten Weltcup-Resultate ihrer Karriere einfahren. Darüber sprach der Tölzer Kurier mit ihr zum Saisonabschluss.

- Wie fühlt man sich nach den glänzenden Ergebnissen in Garmisch?

Wenig: „Besser hätte es zum Saisonabschluss für mich gar nicht laufen können. Ich habe zuletzt drei Speed-Rennen auf der Kandahar in Garmisch ins Ziel gebracht, stand dreimal ganz oben auf dem Stockerl und habe den Deutschen Meistertitel in der Abfahrt und im Super-G eingefahren. Das dritte Rennen dort war eine Fis-Abfahrt, die für die jüngeren Teilnehmerinnen als Deutsche Jugendmeisterschaft gewertet wurde.

-Wie bewerten Sie Ihre Saison selbst?

„Eigentlich gar nicht so schlecht. Grundsätzlich habe ich wieder einen kleinen Schritt nach vorne gemacht. Auch vom Fahrerischen her habe ich mich weiterentwickelt. Es war zwar schade, dass es mit Olympia nicht geklappt hat, aber dennoch ist es mir gelungen, die besten Weltcup-Resultate meiner Karriere einzufahren: Zuerst Platz 17 in der Abfahrt in Lake Louise und dann zuletzt noch Rang 18 im Super-G in Crans Montana.“

-Im Saisonverlauf ging’s aber ständig rauf und runter...

„Das ist richtig. Der Auftakt in Kanada war richtig gut, der Januar dann allerdings eher durchwachsen, und ich bin ein paar Mal ausgeschieden. Da haben mir einige Verschiebungen und Strecken-Verkürzungen wegen des Wetters nicht gerade in die Karten gespielt. Oft haben mir da für eine wesentlich bessere Platzierung immer nur ein paar Zehntel gefehlt. Jetzt zum Schluss hin kam ich aber immer besser in Fahrt.“

-In den Vorjahren hatten Sie ja immer wieder mit teils erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen leben müssen. Wie war das heuer?

„In dieser Hinsicht war der Winter für mich durchaus positiv. Das war für mich die erste Saison seit Langem, die ich gesund und vor allem schmerzfrei durchfahren konnte.“

-Mit den starken Ergebnissen bei der Deutschen steht für Sie dann ein Weitermachen außer Frage?

„So lange es bei mir immer noch nach vorne geht, auch wenn es keine Riesenschritte sind, bin ich im Weltcup weiter voll mit dabei. Man muss da einfach geduldig bleiben und weiter hart an sich arbeiten. Dass das alles nicht von heute auf morgen kommt, hat man ja heuer bei den deutschen Männern gesehen. Da wurde bereits vor Jahren eine neue Speed-Mannschaft aufgestellt, und heuer gab’s dann die ersten Spitzenergebnisse.“

-Ist die Saison jetzt für Sie beendet?

„Im Prinzip sind die Rennen jetzt durch. Ich gehe heute noch beim verschobenen Riesenslalom zur Deutschen Meisterschaft in Bischofswiesen an den Start, vielleicht auch noch bei den Rennen am Kühtai. Dann folgen noch einige Skitests für die kommende Saison, sodass ich vermutlich bis Ende April auf Skiern stehen werde. Dann freue ich mich allerdings schon auf einen schönen Sommer im Isarwinkel.“

Interview: Ewald Scheitterer

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