Ministerin Ulrike Scharf (li.), Minister Marcel Huber und seine Frau und Tunnel-Patin Adelgunde weihten gestern den modernisierten Sylvenstein-Damm ein. Das Foto entstand im Ausgangsbereich des Sickerwasserstollens.

EU und Freistaat investieren 24 Millionen Euro

Modernisierung des Sylvenstein-Damms setzt Weltmaßstäbe

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Lenggries - Es war ein großer Moment: Nach über vierjähriger Bauzeit wurdeam Mittwoch der modernisierte Sylvenstein-Damm eingeweiht. Die Maßnahme ist so bedeutend für den Hochwasserschutz, dass mit Marcel Huber und Ulrike Scharf gleich zwei Minister nach Lenggries gekommen waren.

Rund 24 Millionen Euro hatten Freistaat und EU in den vergangenen Jahren investiert, um das Bauwerk aus den 1950er-Jahren fit für die Zukunft zu machen. Im Damm wurde eine neue Dichtwand eingezogen, am Fuß entstand ein Sickerwasserstollen mit einem hochmodernen Kontrollsystem. 

Das Projekt habe seiner Gemeinde einen weiteren Superlativ beschert, freute sich Bürgermeister Werner Weindl. Lenggries könne nun nicht nur damit werben, den erfolgreichsten Skiclub zu haben und flächenmäßig die größte Gemeinde Bayerns zu sein. „Wir haben nun auch die tiefste Schlitzwand Deutschlands im Talsperrenbereich.“ Zugegeben sei der Begriff etwas sperrig, aber da müssten sich die Marketingexperten eben etwas einfallen lassen, scherzte Weindl. 

„Der Sylvenstein ist High-Tech“, betonte Umweltministerin Scharf. Hier seien Baumaßnahmen verwirklicht worden, „die aus der Zukunft sein könnten“. Der am Dammfuß eingebaute Kontrollgang setze „Weltmaßstäbe“, sei er doch genau wie die Dichtwand bei laufendem Betrieb realisiert worden. Das sei nur möglich gewesen, weil die beteiligten Firmen „Meister ihres Fachs sind“, so Scharf. „Das Projekt ist ein Hochfest des Wasserbaus.“ 

Das betonte auch der Leiter der Staatskanzlei, Marcel Huber, der Ministerpräsident Horst Seehofer vertrat. „Eigentlich sollte diese Feier auf dem Münchner Marienplatz stattfinden.“ Denn der hätte 2013 einen Meter unter Wasser gestanden, hätte der Sylvensteinspeicher nicht so viel Wasser zurückgehalten wie nie zuvor. „Ohne die Dammerhöhung und die Ertüchtigung wäre das nicht zu schaffen gewesen.“ Dazu sei der Speichersee aber auch „ein Stück Bilderbuch-Bayern, das viele heute als natürlichen Teil der Landschaft sehen“. Die Dammmodernisierung sei in seiner Zeit als Umweltminister „eines meiner Lieblingsprojekte“ gewesen, bekannte Huber. Seine Frau Adelgunde ist übrigens Tunnelpatin und Namensgeberin des Sickerwasserstollens.

 Dass der Sylvenstein mehr als ein Damm und ein Speichersee ist, betonte Landrat Josef Niedermaier. „Er ist ein Lebensgefühl im Oberland.“ Nicht vergessen werden dürfe dabei, dass der Speicher nicht nur vor Hochwasser schützt, sondern auch das Austrocknen der Isar in regenarmen Zeiten verhindert. „Diese beiden Ziele stehen gleichwertig nebeneinander.“ Pfarrer Josef Kraller und sein evangelischer Kollege Stefan Huber sprachen ein kurzes Gebet, dann durchschnitten die Ehrengäste das Band vor dem Zufahrtstunnel zum Sickerwasserstollen. Das Ende der Arbeiten ist diese Einweihung übrigens nicht: Nach dem Einbau eines neuen Revisionsschützes steht nun die Sanierung des gesamten Stahl-Wasserbaus an. Kostenpunkt: rund zehn Millionen Euro.

Der Sylvenstein-Damm ist fit für die Zukunft: Große Einweihung

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