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Das Segelboot namens „Isar“ steht in Heiligenhafen an der Ostsee bereit.

Ehepaar Probst startet dreijährige Segeltour

Mit der „Isar“ um die Welt

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Die Kisten sind gepackt, die Pläne liegen bereit, und die nächsten drei Jahre sind freigeschaufelt: Gertraud und Georg Probst aus Geretsried segeln ab August einmal um die Welt. Ihr Boot haben sie Isar genannt – als Erinnerung an ihre Wurzeln im Isarwinkel.

Lenggries/Geretsried – Mit den Zeigefingern haben Gertraud und Georg Probst ihren leuchtenden Globus schon vielfach umrundet. Noch öfter sind sie mit der Fingerspitze von einer tischgroßen Seekarte auf die andere gefahren. Von der Ostsee durch den Kanal nach Gran Canaria und weiter in die Karibik, bis sie schließlich in Australien gelandet sind. Danach zurück in Richtung Mittelmeer. Die Planung ist vollendet. Im August sticht das Ehepaar tatsächlich in See: Sie segeln einmal um die Weltkugel. Drei Jahre werden sie nicht mehr in ihr Haus, einen umgebauten Bunker in Geretsried, zurückkommen.

Aber bevor es losgeht, nehmen sich die beiden noch einmal eine Pause vom Kistenpacken – Koffer gehören nicht auf ein Segelboot – und berichten an einem schattigen Plätzchen in ihrem Garten von dem aufregenden Vorhaben. Einmal die Weltmeere zu durchqueren, das ist ein Kindheitstraum von Georg Probst (63). „Ich hab schon immer diese Sehnsucht nach der Weite“, sagt er und streichelt die Familienkatze.

Leinen los: Gertraud und Georg Probst stechen im August in See und segeln einmal um die Welt. 

Gertraud Probst (57) kennt ihren Mann nicht anders. „Er hat schon immer Segelbücher gelesen, Filme mit Rollo Gebhard angeschaut, und wir waren sogar auf einem Seminar von Bobby Schenk (beide Segler, d. Red.).“ Aber bis auf ein paar Segelausflüge auf dem Walchensee, als Georg Probst in seiner Jugend bei der Wasserwacht war, hatte er nie Gelegenheit, seinen Traum zu verwirklichen. Neben der Arbeit bei der Berufsfeuerwehr München, dem Hausbau in Geretsried und der Erziehung von fünf Kindern waren weder Zeit noch Geld da.

Aber heute ist der 63-Jährige im Ruhestand, seine Frau kann in ihrem Beruf als Gemeindereferentin in Münsing drei Sabbatjahre nehmen, und die Kinder kommen mit ihren 24, 29, 31, 34 und 35 Jahren natürlich inzwischen auch gut alleine klar. „Wir haben uns gedacht, jetzt oder nie“, sagt Gertraud Probst, die sich mindestens so sehr auf die Zeit auf dem Segelboot freut wie ihr Mann. „Wir sind beide Wasserratten.“

Das Ehepaar ist gut vorbereitet. Im Jahr 2013 haben sie mit dem Segeln angefangen. Auf den Sportbootführerschein folgte der Sportküstenschifferschein. Die beiden übten in Kroatien und an der Ostsee, wie ein Hafen anzufahren ist. Sie lernten, welche Seebücher bereitliegen müssen und dass es immer auch einen Plan B geben muss. Als Amateurfunker bekommt Georg Probst zudem hilfreiche Tipps von anderen Seglern.

Den entscheidenden Schritt machten die Probsts vergangenes Jahr. Sie kauften ein eigenes Segelboot. Es liegt in Heiligenhafen an der Ostsee und gehörte vorher einem ehemaligen Marineoffizier. „Die Bavaria 34 war in einem Topzustand“, sagt Georg Probst. Er hatte aber trotzdem noch einiges zu tun, um das 10,4 Meter lange und 3,5 Meter breite Boot, Baujahr 1987, hochseetüchtig zu machen. Neue Segel, ein Windgenerator, Wassermacher, die Selbststeueranlage, ein automatisches Identifikationssystem und vieles mehr hat der 63-Jährige eingebaut.

Bei dem Marineoffizier hieß die Bavaria 34 „Harlekin“. Das Ehepaar Probst taufte es um auf „Isar“. „Das war uns wichtig als Verbindung zu unserer Heimat“, berichtet Georg Probst, der in Schlegldorf aufgewachsen ist. Seine Frau kommt aus Arzbach. Da spielte die Isar in der Kindheit eine wichtige Rolle.

Schwierigkeiten gab es während der Vorbereitung natürlich auch. Zum Beispiel eine Versicherung zu finden, die überall auf der Welt gilt. Und „der Jargon auf dem Schiff war ungewohnt“, sagt Gertraud Probst. Unterwegs wird das Ehepaar auf weitere Hürden stoßen. „Wir müssen immer daran denken, am Hafen aus dem einen Land auszureisen, bevor wir im neuen Hafen einreisen können“, erklärt die 57-Jährige.

Georg Probst weiß auch, dass auf hoher See immer etwas Unvorhergesehenes passieren kann – schließlich dauert allein die Überquerung des Atlantiks bis zu 21 Tage. Aber das Ehepaar will die Tour anpacken, wie es die Isarwinkler vom Wandern kennen: Den Gipfel erreicht niemand auf Biegen und Brechen. „Wir gehen das mit Ruhe und Gelassenheit an“, sagt er. „Und wenn wir merken, dass es überhaupt nicht weitergeht, dann sind drei Jahre im Mittelmeer auch nicht schlecht.“

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