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Hören nach 15 Jahren als Hüttenwirte auf: Margit und Hubert Walther vor der Tölzer Hütte am Brauneck. 

Brauneck

Nach 15 Jahren: Pächter verlassen Tölzer Hütte

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Nach 15 Jahren ist Schluss: Hubert Walther und seine Frau Margit verlassen die Tölzer Hütte am Brauneck. Zur Sommersaison möchten die Pächter des Tölzer Skiclubs gerne an ihren Nachfolger übergeben.

Lenggries– Die Tölzer Hütte am Brauneck ist für Skifahrer, aber auch viele Bergwanderer ein fester Anlaufpunkt. Von der Bergstation der Kabinenbahn ist sie bequem erreichbar, auch für wenig Geübte, die eher einen leichten Spaziergang bevorzugen. Im Mai 2003 übernahmen Hubs und Margit Walther als Pächter die Hütte, bildeten mit ihren Mitarbeitern ein eingeschworenes Team. Zwei aus der Mannschaft hören nun aber auf. „Unser Koch hat beispielsweise einen Superjob als Küchenchef in Bad Tölz bekommen“, sagt Hubs Walther. Der neue Posten sei mit seiner Familie besser vereinbar, zeigt der 58-Jährige großes Verständnis für den Wechsel. „Aber meine Frau und ich haben uns an diesem Punkt einfach gefragt, ob wir alles noch einmal ganz von vorne aufbauen wollen“, sagt Walther. Und gemeinsam fiel schließlich die Entscheidung: „Wir haben das 15 Jahre lang gemacht. Es war eine tolle Zeit, aber zum Ende der Wintersaison ist Schluss.“

Er bemerke mittlerweile auch „Abnutzungserscheinungen“, sagt der Wegscheider. Die Hütte zu bewirtschaften, bedeute, „sieben Tage die Woche zu arbeiten. Das zehrt irgendwann. Es war schön, aber es ist auch wichtig zur rechten Zeit aufzuhören.“ Dann nämlich, wenn man noch mit einem guten Gefühl und guten Erinnerungen aus der Sache rausgehe, betont Walther. Denn insgesamt stelle er schon fest, dass die Gäste „schwieriger und ungeduldiger“ werden. „Das Anspruchsdenken ist brutal hoch. Viele haben auch kein Verständnis mehr dafür, dass ein Essen, wenn es frisch gekocht wird, mal etwas dauern kann.“ 100 Plätze im Inneren und rund 200 draußen bietet die Hütte. Gerade an schönen Skitagen sei es immer hektischer geworden. „Irgendwie ist es schade, wenn man den Kontakt mit dem Kunden nicht mehr so hat.“

Abschied mit lachendem und weinendem Auge

Trotzdem sieht er den Abschied „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, betont Walther. „Die Zeit war intensiv, und ich möchte sie nicht missen. Aber jetzt kommt was Neues.“ Was genau er und seine Frau als nächstes anpacken, weiß er noch nicht genau. Er werde aber auf jeden Fall als Bergführer und Skilehrer weiterarbeiten. Regelmäßig organisiert er zudem Skireisen nach Island oder auch nach Bulgarien. Die Lawinenkurse möchte er ebenfalls weiter anbieten. Und schließlich bleibt ihm künftig auch mehr Zeit für sein Hobby: die Fotografie. „Wahrscheinlich werden meine Motive etwas vielfältiger“, sagt Walther, der auch für den Tölzer Kurier fotografiert, mit Blick auf seine Brauneckfotos schmunzelnd.

Während seine Frau aus dem Tourismus kommt, hatte Walther selbst mit Gastronomie eigentlich nie etwas am Hut. Früher arbeitete er für Skihersteller Rossignol, kümmerte sich ums Marketing und betreute Rennläufer. Doch als sich die Chance ergab, die Tölzer Hütte zu übernehmen, griff das Ehepaar zu, Walther fand eine neue Berufung. „Entweder musst du das mit Herzblut machen oder du lässt die Finger davon.“

Nachfolger könnte im Mai starten

Beim 58-Jährigen und seiner Frau traf mit Sicherheit Ersteres zu. Beide versuchten auch immer, den Tourismus voranzubringen. Ob Fest am Berg, Nordic-Walking-Park oder auch Panorama-Karten – Hubs Walther war immer vorne mit dabei. 2014 gestaltete er für die Tourist-Info zudem eine Almblumen-Broschüre. Alle Pflanzen sind mit Koordinaten versehen und lassen sich mit einem GPS-Gerät aufspüren – um sie anzuschauen, nicht um sie zu pflücken. Vor allem Kinder sollten mit der blühenden Schatzsuche zum Wandern animiert werden.

Wenn alles gut läuft, möchte das Ehepaar Ende April aufhören. Der Nachfolger könnte dann in die Sommersaison starten. Das hänge aber davon ab, wie schnell der Tölzer Skiclub einen neuen Pächter finde, sagt Walther. Ansonsten werde man natürlich den noch sechs Monate laufenden Vertrag erfüllen. „Wir haben ein Superverhältnis zum Skiclub. Wir wollen, dass alles in gegenseitigem Einvernehmen läuft.“

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