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Das Festmachen der Säckchen ist noch kompliziert , sagt Stallbesitzerin Stefanie Pöhlmann, hier mit Pferd Lennox auf Gut Hohenburg.

Nach Ausritt gab‘s immer Stunk

Ärger wegen Pferdeäpfeln: Lenggrieserin hat geniale Idee

Stefanie Pöhlmann bekommt viele Beschwerdeanrufe wegen Pferdemist auf den Straßen. Nun reagiert die Stallbesitzerin – mit einer Art Windel für die Tiere. Nach ersten Tests sagt sie: „Sogar im Galopp ist alles drin geblieben.“

Lenggries – Idyllisch liegt der Reitstall auf Gut Hohenburg in Lenggries. Beste Möglichkeiten bieten sich hier für Pferd und Reiter, im weitläufigen Gelände rund um das Anwesen ausreiten zu gehen. Doch immer öfter ist der entspannte Ausritt mit Ärger verbunden – Ärger über die Hinterlassenschaften der Tiere.

„Ich werde ständig von Bürgern angerufen, die sich über den Pferdemist auf Geh- und Waldwegen oder vor ihrem Garten beschweren“, sagt Stefanie Pöhlmann. Sie ist die Betreiberin des Bewegungsstalls und sehr darum bemüht, das Zusammenleben zwischen Reitern, Bürgern und Landwirten zu erleichtern. Deshalb hat sie nun nach einer Lösung für das ewige Mist-Problem gesucht – und ist fündig geworden. Und zwar in Amerika. Dort hat Pöhlmann „Pferdewindeln“ entdeckt, die vor allem für Paraden verwendet werden. Es handelt sich um Säckchen, die dem Pferd umgehängt werden und so alles auffangen, was es verliert.

Ähnliche Systeme sind bekannt bei den Fiaker-Pferden in Wien oder Berlin. Nur braucht die Lenggrieser Stallbesitzerin keine Kutsche, sondern kann die neue Errungenschaft entweder direkt am Pferd anbringen oder am Sattel befestigen. „Die Tasche ist kompliziert zum Festmachen und noch nicht ganz optimal in der Anwendung“, resümiert Pöhlmann nach ersten Tests. „Aber sogar im Galopp ist alles drin geblieben.“

Noch nicht ganz ausgereift sei das System, mit dem der Plastiksack am Hinterteil des Vierbeiners fixiert wird. Und auch für empfindliche und schreckhafte Pferde dürfte die Auffangtasche zuerst mal ein ungewohnt sein. „Aber ich glaube, mit Übung kann man jedes Pferd daran gewöhnen“, meint Pöhlmann. „Das muss halt mit dem Pferd geübt werden, um Rodeo zu vermeiden.“

Die Suche nach den „Pferdewindeln“ war laut Pöhlmann eine reine Odyssee, genau wie die Anschaffung: Mehrere Wochen hing die Bestellung im Zoll fest, ehe die Plastikvorrichtungen abgeholt werden konnten. Ob auch einige ihrer Einsteller an so einem Säckchen interessiert sind, weiß die Stallbetreiberin noch nicht. Vorschreiben könne sie ihren Reiterkollegen das Benutzen der Mistsäcke natürlich nicht, aber der ein oder andere könnte durchaus nachziehen. „Noch lachen mich einige aus“, meint Pöhlmann. „Aber wenn sie sehen, wie es funktioniert, finden sie es gut.“

Sogar in einer Bürgerversammlung beschwerten sich Lenggrieser über den Pferdemist auf Gehwegen und den Straßen (wir berichteten). Pöhlmann möchte mit der Anschaffung auch zeigen, dass die Reiter durchaus bemüht sind, eine Lösung zu finden. Dass ein ständiges Auf- und Absteigen, um den Mist auf die Seite zu schieben, keine dauerhafte Lösung ist, da ist sich Pöhlmann sicher. Allerdings würde sie sich mehr Akzeptanz für Reiter wünschen. „Es geht doch um leben und leben lassen.“ Für sie ist die neue Anschaffung jedenfalls ein Weg in die richtige Richtung. Pöhlmann: „Ich werde die Säckchen jetzt immer beim Ausreiten benutzen.“ (Tamara Scheid) 

Im Video: Diese skurrilen Erfindungen gibt es wirklich

Video: Glomex

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