Glückwunsch: Bauunternehmer Peter Schwarzenberger gratuliert Bundessiegerin Emily Kirschke zu der außergewöhnlichen Leistung.
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Glückwunsch: Bauunternehmer Peter Schwarzenberger gratuliert Bundessiegerin Emily Kirschke zu der außergewöhnlichen Leistung.

Leistungswettbewerb der Handelskammer

Emily Kirschke aus Tölz ist Deutschlands beste Bürokauffrau

  • Patrick Staar
    vonPatrick Staar
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Emily Kirschke ist ein Husarenstück gelungen: Die Tölzerin setzte sich beim Leistungswettbewerb der Handelskammer gegen 3300 Konkurrenten durch und sicherte sich zuerst den Bezirkssieg, dann den Landessieg und schließlich auch noch den Bundessieg.

Lenggries – „Ich kann es gar nicht glauben“, sagt die 21-Jährige, die bei der Lenggrieser Bauunternehmung P. Schwarzenberger im Büro arbeitet und Angebote für Kunden erstellt. Der emotionale Höhepunkt war für sie der völlig unerwartete Gewinn des Landestitels. Kirschke ging gerade durch die Fußgängerzone von Rottweil in Baden-Württemberg, als sie per Whatsapp die Nachricht erhielt: „Du bist Landessiegerin.“ Ihre Reaktion? „Ich bin rumgehüpft wie ein kleines Kind“, erzählt sie lachend.

Der Weg zum deutschen Meistertitel war ebenso außergewöhnlich wie das ganze von der Corona-Pandemie geprägte Jahr. Nur am Anfang lief alles wie erhofft. Kirschke absolvierte in der Wolfratshauser Berufsschule die Ausbildung zur Kauffrau im Büromanagement. Sie erreichte einen Notenschnitt von 1,0 und wurde mit dem Staatspreis ausgezeichnet. Im Dezember 2019 legte Kirschke die schriftliche Abschlussprüfung ab. Beim Test am Computer erreichte sie die volle Punktzahl, ebenso in der mündlichen Prüfung im Januar dieses Jahres. Lediglich bei der Abschlussprüfung in der Fächern Wirtschaft und Sozialkunde sowie Büromanagement musste sie sich mit 96 Prozent zufriedengeben. Insgesamt kam sie auf einen Wert von 98,47 Prozent der möglichen Punkte – und war darauf nicht mal übermäßig stolz: „Ich hatte ein, zwei kleinere Fehlerchen drin und dachte mir: Das kann jemand anders besser.“

Schüler mit einem Einser-Schnitt können sich für den Leistungswettbewerb der Handwerkskammer anmelden, die besten erhalten eine Einladung: „Davon hab’ ich gar nichts gewusst“, sagt Kirschke. Sie beschloss teilzunehmen, doch die Prüfung entfiel wegen Corona, und so wurde Kirschke wegen ihres exzellenten Berufsschul-Notenschnitts zur Kammersiegerin ernannt. Kirschke war verblüfft. Erst recht, als sich das Gleiche auf Landes- und Bundesebene wiederholte: Die Prüfungen entfielen, der Berufsschulnotschnitt musste entscheiden. Und hier hatte Kirschke zwei weitere Male die Nase vorne. „Ich habe mir gedacht, ein Stockerlplatz wäre gigantisch. Dass es der Bundessieg geworden ist, konnte ich gar nicht glauben.“ Noch mehr habe sich wohl ihr Vater über den Titelgewinn gefreut, sagt die 21-Jährige lächelnd: „Er hat es in seinen Whatsapp-Status gepostet. Plötzlich haben mir Leute gratuliert, von denen ich seit Jahren nichts mehr gehört hatte.“

Die Siegerehrung konnte wegen Corona nicht wie geplant in Berlin, sondern nur virtuell stattfinden: „Sie haben das sehr gut gemacht und von jedem Bundessieger ein Bild eingespielt“, sagt Kirschke. Auf den versprochenen Pokal wartet sie bis heute. Die ehemalige oberbayerische Triathlon-Meisterin nimmt es gefasst, schließlich habe sie beim Triathlon schon viele Pokale gewonnen: „Ich freu mich über den Sieg, nicht über den Pokal.“

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