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„Haben einfach nicht an die Folgen gedacht“: Die Erbauer des „Reitersäge“-Wagens vom Lenggrieser Faschingszug zeigen sich reumütig. 

Nach Lenggrieser Faschingszug

Witze über Transsexuelle: Wagenbauer entschuldigen sich

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Lenggries – Nach der Diskussion um den Wagen beim Lenggrieser Faschingszug, der auf geschmacklose Weise Transsexualität thematisiert hat, entschuldigen sich die Wagenbauer. Sie bedauern es sehr.

Die Macher des Wagens, der beim Lenggrieser Faschingszug die Transsexualität von Amanda Reiter thematisierte, entschuldigen sich öffentlich für ihren Fehltritt. Gestaltet haben den Wagen 24 junge Leute etwa im Alter zwischen 15 und 20 Jahren. Zwei von ihnen wurden gestern in der Redaktion vorstellig, um ihr Bedauern zum Ausdruck zu bringen. „Wir wollten weder Frau Reiter noch jemand anderen persönlich angreifen und haben auch kein Problem mit dem Thema Transsexualität“, betonten sie.

Die Entstehung des Wagens erklärten die beiden so: „Weil der letzte Faschingszug 2011 war, haben wir nach einem Thema zu etwas gesucht, das in den letzten fünf Jahren in Lenggries passiert ist.“ Dabei sei die Gruppe auf die Reitersäge, die dortigen Grundstücksangelegenheiten, die Schließung der Säge und den Bau des Post-Zustellstützpunkts gekommen. „Das sollte eigentlich das Hauptthema sein. Aber durch ein bissl Bier sind wir dann auf den ganzen Schmarrn gekommen. Im Nachhinein denkt man sich dann: Wie blöd sind wir eigentlich?“ Die Witze zum Thema Transsexualität hätten ungeplant das Übergewicht bekommen, die Sache verselbstständigte sich offenbar – „blöderweise“, wie die Verantwortlichen jetzt einräumen. „Wir haben einfach nicht an die Folgen gedacht.“ Wie berichtet waren auf dem Wagen mehrere Transparente mit teils geschmacklosen Anspielungen auf Reiters Geschlechtsanpassung angebracht.

Gewisse Bedenken sind den jungen Leuten dann offenbar doch noch gekommen. „Am Sonntagvormittag sind wir auf dem Wagen gestanden und haben uns gefragt, ob wir so überhaupt fahren können.“ Die Verantwortung nehmen sie jetzt vollständig auf sich. „Der Faschingsverein hat damit nichts zu tun gehabt und auch nicht die Gemeinde.“ Die beiden Burschen, die die Entschuldigung gestern sichtlich zerknirscht in der Redaktion vortrugen, nannten übrigens auch ihre Namen. Da sie nur stellvertretend für alle 24 Beteiligten sprachen, verzichtet die Redaktion aber auf die Veröffentlichung der Namen.

In keiner Weise hätten sie beabsichtigt, Kritik an Reiters Entscheidung zu üben, als Frau zu leben, ein Angriff gegen transsexuelle Menschen liege ihnen fern. „Das ist die persönliche Sache von jedem einzelnen.“ Kein einziger der 24 Beteiligten habe in dieser Hinsicht eine ablehnende Haltung. Da sei man sich bei einem Treffen am Montagabend einig gewesen.

Wichtig ist den jungen Leuten jetzt vor allem, ihre Entschuldigung auch persönlich bei Amanda Reiter vorzubringen. Das soll geschehen, sobald sie nach einer Reise wieder zurück in Lenggries ist.

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