Stimmauszählung in Zeiten von Corona: Bei der Lenggrieser Bürgermeisterwahl am 13. September ist sowohl Briefwahl als auch der Urnengang möglich. 
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Stimmauszählung in Zeiten von Corona: Bei der Lenggrieser Bürgermeisterwahl am 13. September ist sowohl Briefwahl als auch der Urnengang möglich. 

Neuwahlen nach Markus Landthalers Tod 

Lenggries wählt am 13. September

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
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Auch wenn Rathaus und Gemeinderat nicht glücklich sind über diesen Termin: Lenggries wählt am Sonntag, 13. September, einen neuen Bürgermeister. Die Rechtsaufsicht hat den Urnengang festgelegt.

Lenggries – Die Brauneckgemeinde steht noch immer unter Schock. An den Fahnenmasten vor dem Rathaus hängt Trauerflor. Auf einem Tisch in der Lenggrieser Mehrzweckhalle steht ein Bild von Markus Landthaler, daneben brennt eine Kerze – Erinnerungen an den neu gewählten Bürgermeister, der am 11. Juni nach einem Herzinfarkt gestorben ist. Nur knapp sechs Wochen war der 50-Jährige im Dienst. Vor einer Woche wurde er im kleinen Kreis im kirchlichen Friedhof zu Grabe getragen.

Bürgermeister-Stellvertreter Franz Schöttl erinnerte zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Montag in einer würdevollen Schweigeminute an Markus Landthaler. Schöttl dankte dabei allen, die die Abschiedsfeier mitgestaltet haben. Nach einem Gedenkgottesdienst der Rathaus-Mitarbeiter will der Gemeinderat voraussichtlich in der kommenden Woche eine Messe in der Pfarrkirche lesen lassen, sagte Schöttl.

Schweigeminute zu Beginn der Gemeinderatssitzung 

Der neue Lenggrieser Bürgermeister wird am Sonntag, 13. September, gewählt. „Diesen Termin hat die Rechtsaufsichtsbehörde festgesetzt“, sagte Rathaus-Geschäftsleiter Tobias Riesch am Montag. Wahlvorschläge können demnach bis zum 23. Juli im Rathaus eingereicht werden. Diese 52-Tage-Frist ist laut Riesch in der bayerischen Gemeindeordnung festgelegt.

Ob der Wahltermin verhandelbar sei, wollte Dritter Bürgermeister Günter Haubner wissen. „Eine Woche oder 14 Tage später, das wäre allen dienlich“, so der FWG-Gemeinderat. Er machte deutlich, dass nur eine Woche vor dem Urnengang die großen Sommerferien enden. Die Wahlvorbereitung falle also in die Urlaubszeit. Es sei befremdlich, dass die Rechtsaufsicht keine Rücksprache mit dem Rathaus über den Termin gesucht habe.

Auch CSU-Gemeinderat Benedikt Demmel zeigte sich von dem Termin wenig angetan. Am 13. September findet die traditionelle Marianische Prozession statt. „Das ist ein großes Kirchenfest, an dem die ganze Gemeinde Anteil nimmt“, sagte Demmel.

Viele mit Termin der Neuwahl unzufrieden 

FWG-Gemeinderat Stefan Heiß wies zudem darauf hin, dass die Antlaßschützenkompanie nach der Prozession im Alpenfestsaal Einkehr halten will, falls die Corona-Beschränkungen das bis zum Herbst zuließen. Das könne zu Problemen führen, da der Alpenfestsaal bislang stets als Wahllokal genutzt wurde.

Im Rathaus gebe es allerdings bereits Überlegungen zu einer Neuaufteilung der Wahlbezirke, erwiderte Geschäftsleiter Riesch. So habe sich beispielsweise in der Vergangenheit gezeigt, dass im Ortsteil Schlegldorf die wenigsten Stimmen abgegeben wurden, während in anderen Wahllokalen Gedränge herrschte. Das Wahlamt versuche das nun auszugleichen.

„Darüber habe der Gemeinderat nicht abzustimmen“

Auch wenn die Zeit bis zum 13. September „viel zu kurz ist“, müsse man den festgesetzten Termin hinnehmen. „Wir müssen uns wohl fügen“, sagte Vizebürgermeister Schöttl. Er selbst hätte die Briefwahl bevorzugt. Laut Rechtsaufsicht soll aber die Stimmabgabe auch an der Wahlurne möglich sein. Haubner gab noch zu bedenken, dass sich vor den Wahllokalen Menschenschlangen bilden könnten: „Wer kontrolliert dann die Abstände?“

Auch darüber habe der Gemeinderat nicht abzustimmen, sagte Schöttl abschließend. Der Gemeinderat bestimmte lediglich – wie vorgesehen – den Wahlleiter. Diese Aufgabe übernimmt wieder Carina Schmitter vom gemeindlichen Wahlamt. Tobias Riesch wurde vom Gremium ebenso einstimmig als Stellvertreter bestellt.

Lesen Sie auch: Lenggrieser Bürgermeister Markus Landthaler zu Grabe getragen 

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